Belastbare Verbrauchswerte der Vergangenheit spiegeln die Praxis des wirklichen Heizverhaltens wider. Gerade der letzte Winter mit den längeren Kältephasen taugt ganz gut für eine Heizlastkalkulation. Für den großen Abweichnungen zwischen der Berechnung aus Verbrauchswerten und der raumweisen Heilzlastberechnung muss es Gründe geben, die du klären solltest. Eine Berechnung muss plausibel sein und dem Vergleich mit der Realität standhalten, sonst ist sie falsch. Es muss Unterschiede in den Annahmen für die raumweise Heizlast und der bisherigen Praxis geben. Wichtig ist natürlich, dass die Zahlenbasis für das Gebäude stimmt (Maße, Isolationswerte, Standortdaten etc.) und ob die veranschlagten Solltemperaturen dem realen Heizverhalten entsprechen. Wenn z.B. aktuell Räume ungenutzt sind und kaum beheizt werden, senkt das den Verbrauch, aber in der Heizlastberechnung wurde richtigerweise eine normale Nutzung unterstellt, wenn dieser Fall künftig eintreten kann. Gab es in der Vergangenheit regelmäßig längere Nutzungspausen mit reduzierter Solltemperatur in der Heizperiode wegen Abwesenheit? Wird ein Kamin betrieben? Wurde der Warmwasseranteil der Vergangenheit realistisch abgebildet (Personenzahl, spezifischer Bedarf, Zirkulation)? Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass für künftig gleiche Bedingungen wie in der Vergangenheit die Kalkulation mit den historischen Verbrauchswerten das bessere Ergebnis liefert. Dann wäre die A08 sicher eine gute Wahl, aber ohne Reserven. Im Bereich der NAT kann schon mal der Zusatzheizer einspringen müssen (6,36kW @ A-7/W45). Basiert die Berechnung jedoch auf Bedingungen, die in der Zukunft aufgrund erwartbarer Nutzungsänderung eintreten werden und stimmen ansonsten alle Annahmen, dann sollte diese als Grundlage für die WP-Dimensionierung dienen, was dann für die A10 (8,23kW @ A-7/W45) bzw. mit 11,7kW fast schon für die A13 (10,66kW @ A-7/W45) spräche. Hat sich denn das Ingenieurbüro zu der großen Differenz geäußert? Die sollten ihr Ergebnis auch auf Plausibilität prüfen und zumindest eine Idee für die Abweichung haben.
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