Das Thema Heizlastberechnung ist völlig überbewertet und oft falsch. Bei einer Inverter WP empfehle ich grundsätzlich eine Überdimensionierung, da der beste Wirkungsgrad des Kompressors bzw. die beste Arbeitsszahl weit im Teillastbereich liegt. Darüber hinaus kann das Heizregister ausgeschaltet bleiben und dient nur als Back Up bei Verdichterausfall. Übrigens sagt der Verdichterhersteller Hitachi-Highly explizit und unmissverständlich in seiner Spezifikation, dass max. bis zu 6 Starts pro Stunde zulässig sind. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass das gut ist. Vielmehr ist bzgl. max. Lebensdauer ein ausgewogenes Verhältnis von Laufzeit zu Starts anzustreben, was nach meiner qualifizierten Einschätzung bei grob ca. 1 Start/h liegt. Zunächst mal gilt es die Wärmespeicherperformance bzgl. Wärmeisolation deines Hauses auszuloten. Dazu gilt grundsätzlich bei einer Luft WP den Heizschwerpunkt um die Mittagszeit zu konzentrieren und außerhalb abzusenken. Diese Strategie ist so lange zu optimieren bis es in den Absenkphasen unangenehm kühl wird. Dadurch wird einerseits die Arbeitszahl optimiert, da in der Mittagszeit die Außentemperatur statistisch hoch signifikant höher ausfällt als in sonstigen Tageszeiten. Eine gute Arbeitszahl bedingt bei jeder WP eine möglichst geringe Differenztemperatur zwischen Quelle und Heizfläche. Auch wenn durch diese Strategie höhere Vorlauftemperaturen erforderlich werden, so ist diese Erhöhung praktisch immer kleiner als der sogenannte Tagesgang der Aussentemperatur und damit praktisch immer (mehr oder weniger) erhöhend die Arbeitsszahl. Parallel dazu steigt die mittlere Verdichterlaufzeit und die Anzahl an Starts sinkt. Das erfordert einige Wochen lang experimentelles Ändern der Heizzeiten, der Raum Soll-Temperaturen und der Heizkennlinie. Im letzten Schritt lässt sich die Abschalthysterese ändern/erhöhen (zb von 2 K auf 4K) mit parallel reduziertem Offset von -2K in der Heizkennlinie. Bewährt haben sich in meinem Fall 3 Heizzeiten, jeweils 2 mit Raum Soll 21 Grad morgens und abends und einer großen Heizzeit mit Raum Soll 25 Grad C von 10:30 bis 14:00, nahtlos gefolgt von EINEM WW Zyklus. Dazwischen abgesenkt auf 19 °C. In meinem Fall liegt diese Überdimensionierung gewollt bei 40% über der theoretischen Heizlast. Durch die oben beschriebenen Maßnahmen liegt die JAZ im Heizbetrieb bei angezeigten 5,8 und die mittlere Verdichterlaufzeit bei über einer Stunde, wobei 3 (>0°C außen) bis 5 (< 0°C außen) Verdichterstarts pro 24h anfallen und auch die Verdichterlaufzeit entsprechend klein bleibt. Die Fußbodenheizung ohne Speicher erlaubt dabei eine mittlere Raumtemperatur von 21,5°C mit einer kaum spürbaren Schwankungsbreite von ca. +-0,5°C.
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