abbrechen
Suchergebnisse werden angezeigt für 
Anzeigen  nur  | Stattdessen suchen nach 
Meintest du: 
Beantwortet! Gehe zur Lösung.

Kein Raumtemperatur-Sensor – kann das funktionieren?

Seit einigen Tagen ist unsere neue Wärmepumpe in Betrieb. Eine Vitocal 250-A AWO-E-AC 251 A16. Sie ersetzt eine „normale“ Ölheizung, welche 30+ Jahre ohne manuelles Temperatur-Verstellen lief.

 

Was mir bei der neuen Anlage als Erstes auffiel: es gibt keinen Raumtemperatur-Sensor. Man kann lediglich eine Soll-Temperatur einstellen, die dann unter Berücksichtigung der Außentemperatur die Vorlauftemperatur bestimmt. Wie warm es im Raum tatsächlich ist, weiß die Reglung nicht.

 

Einige Details: Es gibt 2 Heizkreise, einen für eine Umluftheizung einen zweiten für „normale“ Heizkörper. Die Umluftheizung besteht aus einem Wärmetauscher mit Gebläse und Luftschächten in die einzelnen Räume. Die Umluftheizung ist für den größten Teil des Einfamilienhauses zuständig. Weitere 3 Räume (Bad, Büro, Hobby) werden mit Heizkörpern versorgt. Das Haus (ein HUF-Haus) hat wirklich große Fensterflächen, durch die (im Winter) eine Menge Energie ins Haus kommen kann. Seit einigen Jahren messe ich an 5 Stellen die Temperatur und zeichne diese im Abstand von 5 Minuten auf. Gemessen werden die Außentemperatur, die Raumtemperatur, die Lufttemperatur beim Eintritt in den Wärmetauscher, die Lufttemperatur beim Austritt aus dem Wärmetauscher, sowie die Vorlauftemperatur am Eingang des Wärmetauschers. Es werden Präzisionstemperatur Sensoren vom Typ LM135 verwendet. Die Messdaten sind als CSV-Files verfügbar.

 

Bei der alten Anlage gab es einen Raumtemperatur-Sensor, mit dessen Hilfe die Raumtemperatur auf 21°C (+/- 0,1 °C) geregelt wurde, soweit das aufgrund der Umstände möglich war. Meine Messungen belegen das. Es führte dazu, dass die Vorlauftemperatur nach der Nachtabsenkung höher war um schnell aufzuheizen. Dann hat die Reglung die Vorlauftemperatur entsprechend eingestellt. Wenn (Sonnen)Energie ins Haus kam, wurde die Vorlauftemperatur abgesenkt, ggf. so weit, dass die Umwälzpumpe zum Wärmetauscher abgeschaltet wurde. (Wenn es noch wärmer wurde, sind die Jalousien runter gegangen.) Um die Vorlauftemperatur einzustellen hatte die alte Anlage eine Umwälzpumpe mit einem Mischer, den die Reglung steuern konnte. Während der Nachtabsenkung wurde einfach die Raum-Solltemperatur reduziert, was dazu geführt hat, dass der Wärmetauscher keine Energie mehr vom Brenner bekam (von kalten Winternächten abgesehen). Also Umwälzpumpe aus. Wenn nach der Nachtabsenkung die Differenz zur Raum-Solltemperatur groß war, wurde der Wärmetauscher mit erhöhter Vorlauftemperatur versorgt.

 

Die tatsächliche Raumtemperatur einfach zu ignorieren, so wie es die Vitocal tut, kann nicht funktionieren. Das wird aus dem zuvor beschriebenen hoffentlich klar. Welche Optionen gibt es, die WP-Reglung mit einem Raumtemperatur-Sensor zu versehen, sodass die Reglung die Vorlauftemperatur bedarfsgerecht anpassen kann?

 

Was mir noch aufgefallen ist: die beiden Umwälzpumpen laufen 24h am Tag, egal ob die Anlage in der Nachtabsenkung oder die Raumtemperatur über die gewünschte Temperatur steigt. Ich kann höchstens den betreffenden Heizkreis manuell ausschalten. Das kann es ja auch nicht sein. Zudem führt es dazu, dass der Pufferspeicher (100 Liter) unnötig abkühlt und am folgenden Morgen erst wieder mühsam und zeitraubend aufgewärmt werden muss.

66 ANTWORTEN 66

Der Heizkurve ist es egal, wie die VLT erzeugt wird. Die Art des Wärmeerzeugers spielt dafür keine Rolle. Die Heizkurve muss zum Wärmeübertrager, also FBH oder HK, und dem beheizten System passen. Mit steigender Vorlauftemperatur bzw. Differenz zur RT wird die Wärmeübertragung tendenziell effektiver. Das liegt einerseits am ansteigenden Konvektionskoeffizienten und an einer Zunahme des Strahlungsanteils. Wenn die VLT linear mit der fallenden AT steigen würde, wird es bei einer rein AT-geführten Anlage einfach zu warm.


Vitocal 252-A AWOT-E 251.A10, SW2532, ohne HZW-Speicher, Radiatoren, 125m²

@Umluft  schrieb:
 Letztlich braucht meine Reglung das alles nicht zu wissen, sondern die Regelschleife sorgt dafür, dass durch Anpassung der Vorlauftemperatur die Raumtemperatur den gewünschten Wert annimmt. Und das tut es, egal welche AT herrscht, ob externe Heizquellen dazu kommen, das Fenster auf ist, ... Alles natürlich in Grenzen.

Ja, deswegen habe ich das auch vor.  Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Regelung in einem standalone Rust Programm (welches alle Daten von und zu Open3E/HA per MQTT liest und schreibt) oder in HA mache. Rust macht (mir) mehr Spaß und ist strukturierter/besser, als in HA herumzuhacken.

 

Allerdings mit einer leicht anderen Regelstrategie. Denn ich würde immer nur einen Korrekturwert  aus der Temperaturdifferenz ermitteln und den dann (innerhalb eines erlaubten Wertebereiches) zum vorhandenen Wert von DID 881 MixerTwoCircuitCentralHeatingCurve/Level hinzuaddieren und als neuen Wert in die Anlage schreiben.

 

Nur sind mir ein paar Randbedingungen in der Theorie noch nicht klar. Es muss eine "Abschaltfunktion" geben, wenn z.B. durch Stoßlüften die Raumtemperatur kurzzeitig stark absinkt (dann soll die Anlage ja nicht VL-Soll erhöhen), oder auch wenn die Raumtemperatur (wegen WW-Bereitung) absinkt soll die Anlage nicht VL-Soll erhöhen.

 


@Umluft  schrieb:
Ich möchte hier auch noch mal auf einen wichtigen Punkt hinweisen: gewöhnlich gibt es Regelelement in den Heizkreisen. Also etwa Thermostate an den Heizkörpern oder den einzelnen Schleifen der FBH. Bei mir gibt es in einem (dem größten) Heizkreis ein solches Regelelement NICHT! Diese Funktion hat jetzt meine Reglung (sieh oben) übernommen.

Ja, völlig richtig. Mein Referenzraum wäre das Wohnzimmer.  Der größte Raum im Haus und mit 4 großen Heizkörpern. Dort müssten dann alle Thermostate permanent auf 5/offen stehen. Und über den thermischen Abgleich müsste ich sicherstellen, dass es in allen anderen Räume, in denen es warm sein soll, bei dort offenen Thermostatventilen mindestens genauso warm wird.

 

Achtung @Dale : mir ist aufgefallen, dass bei höheren Außentemperaturen das Resultat von calcLevel() nicht wie gewünscht funktioniert. Das Vorzeichen dreht sich um, dadurch "entgleist" die Reglung. Ist aber leicht zu erkennen, wenn man weiß, wo zu suchen ist. 😉


@Umluft  schrieb:

Achtung @Dale : mir ist aufgefallen, dass bei höheren Außentemperaturen das Resultat von calcLevel() nicht wie gewünscht funktioniert. Das Vorzeichen dreht sich um, dadurch "entgleist" die Reglung. Ist aber leicht zu erkennen, wenn man weiß, wo zu suchen ist. 😉


Danke für die Warnung. Ich habe jetzt seit ein paar Tagen eine ganz einfache Regelung mit Home Assistant gebastelt, die etwas anders als Deine arbeitet:

 

Vereinfacht ist meine Regelstrategie:  Alle 10 Minuten wird die Abweichung Soll-/Ist-Raumtemperatur geprüft und abhängig von der Größe der Abweichung wird der aktuelle Heizkurven-Level um 0, 1, 2 oder 3 nach oben oder unten verändert.

 

Denn leider kann man den Heizkurven-Level ja nur in ganzen Zahlen einstellen. Für eine sehr genaue, feinfühlige Steuerung durch die Raumtemperatur, in dem man da auch Werte mit Nachkommastellen angibt, ist das anscheinend nicht gedacht. 

 

Bei der aktuellen extremen Wettersituation (frühmorgens -3°C Lufttemperatur, Nachmittags +18°C Grad Lufttemperatur, starke Sonneneinstrahlung bei wolkenlosem Himmel) ist das für dieses Regelstrategie zwar herausfordernd und braucht noch ein wenig Feintuning, funktioniert aber besser als gedacht.

 

Screenshot 2025-03-06 134422.png

 

Was ich auch festgestellt habe: Da im Tagesverlauf die "solaren Gewinne" der einzelnen Räume sich deutlich gegeneinander verschieben (zumindest bei mir), wird es nur mit der zentralen Steuerung der Heizung nie funktionieren,  die Temperaturen in allen Räumen gleich gut konstant zu halten.

 

Beispiel: Ein Raum Im OG in der Süd-West-Ecke hat anscheinend noch bis zum Sonnenuntergang solare Gewinne, während Räume im EG/Ostseite Nachmittags schon viel früher wieder kälter werden.

 

Screenshot 2025-03-06 141025.png

 

 

 

 

Ich sehe nicht, dass das ganzzahlige Inkrement von Niveau ein Problem wäre. Im schlimmsten Fall geht es eine Stufe rauf und beim nächsten (oder übernächsten) Mal eine Stufe wieder runter. Bei mir sind die Stufen in der Regel ohnehin deutlich größer als 1.

Wenn du kleinere Stufen willst, könntest du den Offset des Außentemperatur-Sensors verwenden. Der ist, zumindest in den Systemparametern in Stufen von 0,1 Grad einstellbar. Nur geht das in der aktuellen Version nicht! :-(( Man kann den Parameter ändern, aber es hat keine Auswirkung. Noch so ein kleiner Fehler in dieser tollen Software! Vielleicht fixt Viessmann das ja eines Tages?

Wenn ein Heizkreis mehrere unterschiedliche Räume bedient, dann reicht eine Reglung mit einem Sensor natürlich nicht aus. Vielleicht brauchst du in jedem Raum einen Sensor, über die dann der Bedarf berechnet wird. Und jeder Raum braucht dann noch Heizkörper-Thermostate oder ähnlich um ggf. zu drosseln.


@Dale  schrieb: 

Was ich auch festgestellt habe: Da im Tagesverlauf die "solaren Gewinne" der einzelnen Räume sich deutlich gegeneinander verschieben (zumindest bei mir), wird es nur mit der zentralen Steuerung der Heizung nie funktionieren,  die Temperaturen in allen Räumen gleich gut konstant zu halten.

 


Die Raumtemperatur-Sensor geführte Heizungssteuerung / Heizkurvenverstellung mag bei anderen gut funktionieren, bei mir habe ich jetzt die (physikalischen, gebäudeabhängigen) Grenzen festgestellt.

 

Zumindest jetzt in der Jahreszeit (tagsüber Sonnenschein, Mittags Nachmittags sehr warm, abends/nachts/morgens sehr kalt) mit großen Temperaturunterschieden im Tagesverlauf (teilweise bis zu 25 Grad Amplitude) bei mir.

 

Wenn ich die Raumtemperaturen in den Räumen mit "solaren Gewinnen"  so Regel, dass die Heizkurve so verschoben wird, dass die VL-Temperatur abgesenkt wird, kühlt sich das Heizwasser aus und auch die Räume, die nicht über "solare Gewinne" verfügen (z.B. Nordseite). Erst kurz nach Sonnenuntergang regelt die Steuerung die Vorlauf-Temperatur dann wieder hoch, weil es nach Sonnenuntergang dann recht plötzlich immer kälter wird.

 

Dann sind Haus (weil ungedämmt) und Heizkreis-/Puffer-Wasser aber bereits so sehr abgekühlt, dass die Heizung ca. 1,5 - 2,5 Stunden mit maximaler Leistung laufen muss, damit dann alle Räume wieder auf Soll-Temperatur sind. Und weil die Soll-Temperatur der Räume in der Zeit weit unter IST ist, wird die VL-Soll Temperatur in dieser Aufheizphase zu hoch eingestellt. 

 

Wenn ich aber die Heizkurve nicht über den Tag verstelle/verschiebe/absenke und statt dessen die HK-Thermostate auf Soll-Temperatur einstelle, regeln diese bei "solaren Gewinnen" in den Räumen die Heizkörper ab, und das "warme" HK-Wasser im Puffer bleibt gespeichert, weil es nicht von den HK abgerufen wird. Und wenn es Abends ab Sonnenuntergang kälter wird, ist bereits mehr gespeicherte Wärmeenergie zum Abruf bereit, die Heizung muss weniger heizen, die VL-Temperaturen bleiben niedriger  und es wird weniger elektrische Energie verbraucht.

 

Die vermeintlich bessere Steuerung ist also im Endeffekt bei mir die von der Energieeffizienz schlechtere.

 

In solch einer Übergangszeit mit stark schwankenden Temperaturen ist es sogar (zumindest bei mir) die energieeffizientere Variante, tagsüber (wenn es draußen warm und sonnig ist) den Puffer auf eine höhere Temperatur zu laden (und die HK-Thermostate abregeln zu lassen), damit die WP dann nachts (wenn es draußen kälter ist und die Wärme benötigt wird) weniger heizen muss.

 

Bisher habe ich aber noch nicht herausgefunden, wie ich zentral gesteuert (HA mit Open3E) die HK-Umwälzpumpe ausschalten und dabei den HK-Puffer auf eine höhere Temperatur aufladen kann.

 

Nur mal meine Erkenntnisse und Beobachtungen. Kann man sicher nicht verallgemeinern. Aber vielleicht für Andere nützlich.

 

 

In meinem Fall sorgt die Umluftheizung für Ausgleich, sodass Räume mit "solaren Gewinnen" denen ohne was abgeben. Alle Räume mit Umluftheizung werden von einem (der beiden) Heizkreise bedient. In diesem Heizkreis gibt es keine HK-Thermostate oder ähnliches. Deshalb bin ich auf die raumtemperaturabhängige Regelung der VL-Temperatur gekommen.

 

Soweit ich das verstehe, wird die Solltemperatur des Pufferspeichers aus den Solltemperaturen der Heizkreise berechnet. Eine direkte Steuerung habe ich bisher nicht entdeckt.

 

Man kann von dem Pufferspeicher nicht erwarten, dass es viel bringt "den Puffer auf eine höhere Temperatur zu laden". Mein Pufferspeicher hat 200 l Wasser. Diese um 10 K abzukühlen bringt 2000 kCal, also 2,3 kWh thermische Energie. Schau mal in viCare nach, wie viel thermische Energie deine WP in 24h so produziert.

 

Morgens aufzuheizen, wenn es draußen kalt ist, kann ungünstiger sein, als die Raumtemperatur rund um die Uhr konstant zu halten. Eine Nachtabsenkung macht also nur dann Sinn, wenn es am Ende der Nachtabsenkung draußen wärmer als etwa 5° C ist. Wärmepumpen haben nun mal einen schlechten Wirkungsgrad, wenn es draußen kalt ist, und wenn die ODU abgetaut werden muss, wird es ganz schlecht. Die Regelung sollte das berücksichtigen.

Vielen Dank für vielen sehr hilfreichen Beiträge. Da kann ich in der Regel voll zustimmen. 

 

Ich habe jetzt im zweiten Winter die Vitocal 250-a (mit Fernbedienung 300E) in einem wenig isolierten Altbau und bin am Verzweifeln wegen der großen Raumtemperaturschwankungen. Wir heizen im Wesentlichen ein offenes Stockwerk mit 8 Heizkörpern, die alle immer voll aufgedreht sind. Die alte Gasheizung hatte einen Temperatursensor an geeigneter Stelle und wir haben einfach eingestellt, welche Temperatur wir haben wollen. Die Elektronik hat diese aufs zehntel Grad genau nachgeregelt. Die Temperatur war immer konstant, und man musste man die ganze Heizperiode nicht mehr dran. Eine Heizkurve war zur Vorsteuerung auch schon hinterlegt, aber den Programmieren der Gasheizung war einfach klar, dass es viele Einflüsse gibt, die mit einer solchen Heizkurve nicht berücksichtigt werden können. Deshalb gab es bei der Gasheizung eine der Heizkurve überlagerte Regelung mit Raumtemperatursensor. Fast jeder Techniker und Ingenieurstudent lernt, dass eine Regelung für solche Aufgaben unverzichtbar ist. Jeder Heizlüfter für 10 Euro hat einen Zweipunktregler für die Temperatur, weil es nicht anders geht. Ich kann nur rätseln, wer bei Vissmann die Anlagen programmiert. 

 

Deine Lösung könnte jetzt unsere Rettung sein! Open3e läuft und ist in Home Assistant integriert. Vernünftige Temperatursensoren (ESP Home) liefern auch schon verlässlich die Temperatur. Mit Home Assistant wäre die Regelung mit überschaubarem Aufwand umsetzbar. 

 

Bevor ich damit anfange würde mich aber sehr interessieren, ob die Erfahrungen auch im zweiten Winter immer noch positiv sind? Ich musste schon häufig feststellen, dass die Vitocal 250 eine ziemliche **bleep** sein kann und nicht unbedingt das macht, was ich erwarten würde. Kürzlich hat sich die Steuerung komplett aufgehängt, weil ich scheinbar zu oft hintereinander an einigen Parametern gedreht habe. Erst nach einer kurze Trennung vom Netz wollte die Wärmepumpe wieder heizen. 

 

Vielleicht kannst Du ein kurzes Update geben. Falls es einen neuen Code gibt, würde ich mich natürlich auch freuen, wenn ich den bekommen könnte.  

   

Das läuft, im zweiten Winter, problemlos. Der Code ist unverändert.

Ich kann dich gerne unterstützen, wenn du das in ähnlicher Weise nachbauen willst. Schick mir einfach eine private Nachricht.

Vielen Dank! Das hört sich sehr gut an.

Ich werde das Projekt die nächsten Wochen mal angehen, wenn ich etwas Zeit finde. Über die Umsetzung und meine Erfahrungen berichte ich dann gerne hier.  

Wie angekündigt habe ich das Projekt der raumtemperaturgeführten Heizungsregelung in Home Assistant umgesetzt.

Endlich ist die Raumtemperatur in unserem Altbau bei Sonnenschein, vielen Menschen im Haus, Backofen an usw. so, wie wir uns das wünschen. 21 Grad eingestellt führt zu 21 Grad +/- 0,2 Grad Raumtemperatur. Meist ist die Schwankung deutlich unter +/- 0,1 Grad. Auch 20,5 Grad oder 21,5 Grad lassen sich jetzt einstellen, wie in einem modernen Auto oder vor der WP bei unserer über 25 Jahre alten Gasheizung. 

 

Alle 15 Minuten wird ein Vergleich zwischen Ist- und Sollwert vorgenommen und dementsprechend wird der Offset der Heizkurve in Anlehnung an die Formeln von Umluft angepasst. 

 

Die Wärmepumpe läuft dabei immer recht gleichmäßig, da die Offset-Schritte meist im Bereich von wenigen Grad liegen. 


Die Umsetzung in Home Assistant war mit der Umluft-Vorlage relativ einfach, zumal die gängigen KIs hier  sehr viel Unterstützung bieten. Open3E funktioniert hervorragend beim Auslesen von Messdaten. Für die Regelung ist aber auch die Anpassung des Offset der Heizkurve notwendig, d.h. das Schreiben des neuen Offset-Werts. Das wollte von meinem Home Assistant Container aus einfach nicht funktionieren. Hier musste ich nach vielen erfolglosen Versuchen für eine direkte Lösung mit einem "shell_command" arbeiten:

shell_command:
set_heizkurve_level: 'ssh -i /config/ha_ssh_key  admin@raspi "cd ~/open3e && source .venv/bin/activate && open3e -w 0x680.MixerOneCircuitCentralHeatingCurve.Level={{ level }}"'

Wegen der Ursache habe ich nicht weiter nachgeforscht, vielleicht ein Programmfehler bei Open3e oder bei mir. Es funktioniert jetzt seit zwei Monaten zuverlässig und das reicht mir. 

 

Ein weiteres Problem war die Verwendung der Fernbedienung 300E für die Raumtemperatur. Obwohl es nur 4 Meter durch eine Kellerdecke bis zur WP sind, gab es immer wieder Verbindungsabbrüche. Dann hat die Regelung natürlich auch nicht das gemacht, was sie sollte. Einen Repeater einzubinden halte ich nicht für vielversprechend, da die Kellerdecke das Problem zu sein scheint. Kabel haben definitiv ihre Vorteile. 

 

Als Lösung habe ich einen ESP Home Temperatursensor eingebunden. Der funktioniert sehr zuverlässig. 

 

Jeder einzelne Schritt ging schnell, aber Insgesamt war der Aufwand nicht gering. Es ist sehr schade, dass Viessmann solche grundlegenden Funktionen nicht vernünftig umgesetzt hat.

 

Die Fernbedienung 300E kann zwar theoretisch für eine raumgetemperaturgeführte Regelung genutzt werden. Die Zuverlässigkeit dieser Lösung war aber bei mir absolut inakzeptabel, so dass ich dies nicht als Alternative ansehen kann.  

 

Gerne kann ich auf Anfrage mehr Infos zur Verfügung stellen. 


 

Hallo fredo1,

freut mich, dass es funktioniert.

Mein Code läuft immer noch unverändert. 😉

Inzwischen habe ich meine Regelung auf einen RaspberryPi Zero 2 portiert. Alles prima stabil.

 

Du schreibst: "Auch 20,5 Grad oder 21,5 Grad lassen sich jetzt einstellen"

Wie machst du das?

Ich stelle die Solltemperatur über ViCare ein. Kann man da die Schrittweite einstellen?

Hallo Umluft,

 

Bei mir läuft alles unter Home Assistant auf einem RaspberryPi 4. Der übernimmt aber auch viele andere Aufgaben wie das Steuern der PV und das Überschussladen vom Elektroauto. 

Wenn ich statt der Vorgabe von der WP einen Vorgabewert von Home Assistant nehme, kann ich jede Temperatur einstellen. Ich umgehe also ViCare, wo so etwas leider nicht geht.   

 

Vielen Dank nochmal für die Anregung und die Vorlage. Der Komfortgewinn ist deutlich  😊 

Du schreibst: Bei mir läuft alles unter Home Assistant.

Aber die Regelung der WP macht sie noch selbst. Richtig?

Das wäre mal ein großer Schritt, wenn Viessmann eine Regelung programmieren würde, die den Namen verdient. Selbst meine alte Ölheizung (Baujahr 1990) hat sauber geregelt.

 

Screenshot_20260225_084239_ViCare.jpg

Ich kann euren, zumindest für mich erkennbaren Frust durchaus verstehen. 

Aber die Regelung kann gut, mE auch sehr gut funktionieren - siehe Anhang (Die 24.2. Temp lt Vicare: min 5,8; max 11,8). 

Ich verwende ebenfalls ha, vicare integration + open3e in ha-docker. 

Ich bin aber bei all meinen Smarthome.. Dingen ein absoluter Verfächter von Eigenständigkeit. Das heisst, jedes System muss eigenständig seinen Dienst verrichten - Smarthome-Geschichten sind dann als Draufgabe für Komfortgewinn oder zusätzlichen, zB Energieeinsparungen zu sehen. 

Konkretes Bsp, Anbindung PV - WP: Ist fix verdratet über Smartgrid, damit Temp-Erhöhung VL oder WW. Zusätzliche in HA: Wenn PV-Batterie voll .. sofortige Aktivierung der einmaligen WW-Erhöhung. 

 

Offenbar gibts da aber einige Ungereimtheiten - seien es fehlende Parameter (Stichwort Hysterese bei Puffer) oder falsche/ungünstige Analgenkonfigurationen etc

Ich kann mich aber dem Gedanken einer raumgeführten Regel-Strategie nicht anschliessen. Bin aber in einem Altbau (50cm Vollziegel, gedämmt - Trägheit..), ohne Wohnraumlüftung und einer etwas spezielleren Hydraulik als üblich. 

lg Thomas

250A.10, Speicher WW 390, Heizkörper ohne Puffer, 2532; PV+Smartgrid; HA API+Open3e
Screenshot_20260226_124801_ViCare.jpg

Hallo Thomas2000, du schreibst: "Ich kann mich aber dem Gedanken einer raumgeführten Regel-Strategie nicht anschliessen."

 

Ich schätze mal, du hast Heizkörper mit Thermostat-Ventilen. Richtig? Dann ist zwar nicht der VL raumtemperatugeführt, sondern nur die Heizleistung in den betreffenden Raum.

Bei meiner Anlage gab es vor dem Umbau auf WP einen Mischer, der den VL zum Wärmetauscher raumtemperatugeführt geregelt hat. Den Mischer hat der Heizungsbauer ersatzlos gestrichen. 😞

 

Du schreibst was von "Hysterese bei Puffer". Was meinst du damit??

 

Habe eigentlich Heizkörper (Mischung in einem Heizkreis mit 1/3 FBH, diese aber mit gleicher VL-Temp, Rohr im Rohr und anderem Verlegeabstand) - damit einen Heizkreis ohne Puffer. Thermostatventile, ja - alle voll offen.

Damit fährt Heizung rein vl-, kurven-gesteuert. 

Ich nehme an, in der Situation (bei reiner FBH oder besserer Dämmung gibt nur besseres therm Puffervermögen oder langsamere Abkühlung) aber vom Prinzip nicht viel anderes. Wenn du einen direkten FBH-Kreis (kein Puffer, eine Pumpe, kein Mischer, ungeachtet ob 2 oder 3 Etagen) hast dann handelt es sich quasi um eine ähnliche Hydraulik - aber jedes Haus ist anders!

Hysterese ist bei Puffer in aktueller SW-Version nicht einstellbar

250A.10, Speicher WW 390, Heizkörper ohne Puffer, 2532; PV+Smartgrid; HA API+Open3e