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Legionellen Vitocall 222-S

Hallo in die Runde!

 

Heute war ein Viessmann Techniker zum Service bei uns und dieser ist komplett verfallen, als er gesehen hat, dass wir nur 1x Tag Warmwasser erwärmen.

 

Bei uns wird das Warmwasser immer von 13:00-16:00 auf 54 Grad erwärmt und damit kommen wir den gesamten Tag durch.

 

Der Techniker meinte aufgrund des Legionellen Schutzes bzw. zum Schutz von div. Bakterien sollte man die Warmwasserbereitung auf 0-24 stellen und die Temperatur zwischen 45-55 Grad halten.

 

Wie seht ihr das bzw. wie handhabt ihr das?

Kann mir jemand sagen wie hoch die Wärmepumpe das Warmwasser aufwärmen kann, ohne Heizstab?

 

Also 0-24 Warmwasserbereitung ist natürlich ein Stromfresser.... Und mit Heizstab noch mehr...

 

25 ANTWORTEN 25

Meiner Meinung nach völlig überbewertet. Ich habe WW auch nur von mittags bis Abends und es wird einmal am Tag auf 50 Grad geheizt. Über 20 Jahre lang gab es eine Zirkulationsleitung aber keine Pumpe. Letztere lasse ich auch nur nach Bedarf laufen. Mann kann auch vor Angst sterben. Die Wahrscheinlichkeit ist ähnlich hoch wie an Legionellen zu erkranken. 

Ein Heizungsbauer würde bei meinen Aussagen allerdings die Hände über dem Kopf zusammen schlagen vermutlich. Jeder so wie er meint...

250A AWO-E-AC 251.A10
100l Heizpuffer, 200l WW-Speicher,
Heizkörper, 140qm Wohnfläche

Ich denke eigentlich so ähnlich wie du...

 

Die aussage vom Viessmann Techniker hat mich aber doch etwas verunsichert.

Mein Installateur meinte ich soll da WW nicht unter 35 Grad fallen lassen, dann passt da schon. Und er meinte das ist eigentlich nur ein Thema, wenn man 2 Wochen oder länger auf Urlaub ist und überhaupt kein Warmwasser entnommen wird. Dann sollen wir auf 60 Grad aufheizen und die Warmwasserleitungen mal länger öffnen.

Wir haben eine 200S jetzt seid 3 Jahren davor eine Gasheizung. Warmwasser wird seid 25 Jahren auf 46 erhitzt und bei 41 gehts wieder auf die 46. Wir haben noch nie das Wasser weiter hoch geheizt (Auch bei der Gasheizung gab es keine Legionellenschaltung). Da wir nur zu zweit sind wird trotz Zeitraum fürs WW von 7:00 bis 22:00 das nur einmal am Tag erwärmt. Nachts fällt die Temperatur kaum und die Zirkulationspumpe läuft über Shelly nur bei Anforderung im Bad und Küche (dann 5min und Stopp). Wir leben noch und keiner von uns hat Lungenprobleme von einatmen des Wasserdampfes unter der Dusche bisher gehabt. Ich war über den ganzen Winter nicht mal erkältet :-). Ich bade auch schon mal gerne so das auch ein stetiger Wasserverbrauch im WW Behälter da und das reicht aus meiner Sicht.

Gruß Georg

Vitocal 200-S D13 seit 04.2023

Hallo @BennyL!


Eigentlich ist das Thema bereits gut bekannt und wird von HBs meist auch richtig dargestellt und gehandhabt.


Legionellen und andere Keime entstehen vor allem, wenn in einem Leitungsstrang oder Speicher Wasser stagniert, d.h. über längere Zeit nicht mehr ausgetauscht wird. Bei der Planung wird dieses durch eine zwar Bedarfsgerechte aber auch möglichst kleine Auslegung des Leitungsnetzes und Speichers berücksichtigt.


Grundsätzlich gilt: (1) je schneller das Wasser ausgetauscht wird, desto besser, und (2) je heißer das Wasser ist (>45°C), desto stärker wird das Keimwachstum beschränkt.


Das Problem: (1) es gibt durchaus Keime (besonders auch Legionellen), die nicht bei Temperaturen von 45° bis 60°C sterben sonder erst ab 70°C. Der Versuch diese Keime durch ein Legionellenprogramm zu bekämpfen is illusorisch. (2) eine Erhöhung der Speichertemperatur reduziert den Wasseraustausch im System und (3) Temperaturen von >70°C sind mit WPs ökonomisch nicht zu erreichen.


Um diese Herausforderung zu Lösen, ist man in den Letzten Jahren dazu übergegangen den Schutz vor Keimen durch Wasseraustausch anstatt durch hohe Temperaturen zu gewährleisten. Dieses wird am besten dadurch gewährleistet, dass man die Speichertemperatur entsrpechend minimiert


Gruß Gwyn

Klingt logisch!

 

Welche Warmwassertemperatur kann die Vitocal-222s ohne Heizstab erreichen?

 

Und was schlägst du vor, wie ich die Warmwassertemperatur einstellen soll? Also Zeit & Temp?

Hallo @BennyL!


Die Temperaturgrenze für den Verdichter liegt bei etwa 60°C nach WT. Im WW-Speicher kommen diese Temperatur aber maximal nur ganz "Oben" an. Je nach genauer Einstellung der Hydraulik wird im Speicher dann eine WW-Schichtung erzeugt die von z.B. 57°C Oben bis ≤50°C Unten gehen kann.


Wo genau die für eine Legionellenschaltung maximal erreichbare Schichtung liegt kann ich dir nicht sagen, und soweit Ich weiß veröffentlicht dazu auch kein WP-Hersteller Werte. Vermutlich da dann auch offensichtlich würde, dass dieses Wohlfühlprogramm nur Augenwischerei ist und kein Verkaufs- und Beruhigungsargument mehr.


Welche Einstellungen du wählst hängt ganz entscheidend von den Bedürfnissen deiner Hausgemeinschaft ab:

  • Welche minimalen Dusch-/Badetemperaturen sind akzeptable?
  • Welche Wassermenge wird pro Dusch-/Badevorgang verbraucht?


Da wir (4 Personen) der Umwelt zuliebe kurz duschen - oder alternative mit mittlerer Menge baden (braucht weniger WW als 15min Spar-Regendusche [9l/min]) -, funktioniert bei unserem 240l Speicher eine Einstellung "Oben" auf 46°C und mit zwei Aufheizperioden am Tag um 07:00 und 17:00 Uhr bei einer Hysterese von nur 1,5K - auch um den Verdichter im Sommer zu zwei Starts pro Tag zu ermuntern.


Zur Feinjustierung der verfügbaren Energie hab ich die Leistung der Sekundärpumpe erhöht, um die Spreizung im WW-Speicher zu verringern und den "akzeptablen" Energiebereich etwas zu verlängern - auch mit dem Hintergedanken, dass diese Einstellung die Effizienz der WP erhöhen sollte.


Insgesamt tauschen wir dadurch - selbst bei unserem sehr begrenzten Verbrauch von nur etwa 90l Frischwasser pro Tag - den Inhalt des WW-Speicher und des WW-Netz in 2-4 Tagen einmal komplett aus.


Gruß Gwyn

Hallo @gwynlavin!

 

Wow, die Wärmepumpe schafft es tatsächlich ohne Elektroheizstab auf bis zu 60°C? Ich hätte gedacht, dass maximal 55 oder so möglich wären.

 

Zirkulationsleitung haben wir keine und Badewanne auch nicht.

4 Personen Haushalt.

 

Bisher haben wir 1x täglich (mittags) auf 54°C aufgeheizt. Dabei war öfters das Problem, dass wir Morgens meistens nur noch um die 20°C im Speicher haben.

 

Wäre es sinnvolle 2x täglich aufzuheizen? also von 6-8 und von 16.18 zum Beispiel? Ich vermute aber dass dann Morgens trotzdem das Wasser dann wieder auf etwa 20°C abgekühlt ist.

 

LG. Benjamin

Hallo @BennyL!

 

Ja, 2 mal täglich ist sinnvoll, wenn der Verbrauch auf morgens und Abends verteilt ist und die Hysterese so einstellt ist, dass die WP auch zu beiden Zeitpunkten WW bereitet.

 

Wenn dein WW ohne Entnahme und Zirkulation um mehr als 0,3K/h absinkt, dann stimmt eigentlich etwas mit deiner WW-Anlage nicht. Häufige Ursachen sind micro-Zirkulationen durch das Fehlen eines Thermosyphon/Rückschlagventil in der WW-Steigleitungen oder defekte am 3/4-Wege-Ventil.

Gruß Gwyn

Hallo @gwynlavin!

 

Danke für deinen Input!

 

Ich habe mir schon mal gedacht, dass das Wasser recht schnell auskühlt. Ich werde es von heute auf morgen einmal beobachten. Jetzt (20:00) hat es eine Temperatur von 54,5°C, also soltle es um 05:00 morgen nicht kälter als 51,5 sein, korrekt?

 

Der 3 Wegehahn wurde erst beim Service kontrolliert und funktioniert.

Aber wenn ich das richtig sehe, dann haben wir bei der Warmwasserleitung keinen Thermosyphon und kein Rückschlagventil sitzen... Siehe Fotos.

 

LG. Benjamin

1.jpg
2.png

Hallo @BennyL!

 

Sieht auf den ersten Blick danach aus. Da die Anlage im Keller steht und nach dem ersten Photo zwar gewunden aber offensichtlich durch die Decke geht, ist hier eine Micro-Zirkulation zu vermuten. Meine Anlage hat einen Thermosyphon direkt hinter der WP und kommt damit auf etwa 0,1K/h Wärmeverlust.

Gruß Gwyn

Ich habe jahrelang selbst Wasserproben für Legionellenuntersuchungen aus Trinkwassernetzen und Kühlsystemen gezogen. Ich würde es nicht ganz so auf die leicht Schulter nehmen. Vielleicht auch, weil ich schon so einiges gesehen habe.

Nach meiner persönlichen Erfahrung muss man sich auch bei 40 und 55 Grad keine Sorgen machen, wenn man gleichzeitig absolut nirgendwo Stagnationsbereiche hat. Diese sind gerne Duschen oder WCs im Keller, demontierte Waschbecken, Badewanne, Gartenleitungen im Winter, in Firmen gerne Behindertentoiletten. In diesen Bereichen kann es zu einer Verkeimung kommen, die immer wieder das gesamte Netz verkeimt und diese Rückverkeimung kann in Kombination mit zu niedrigen Temperaturen um die 40 Grad zu einer schnellen Vermehrung im gesamten warmen Bereich führt. 

Wer sich unsicher ist, kann für kleines Geld eine nicht-akkreditierte Probe für sich selbst durchführen. 

Ich selber habe bei mir alle nicht-genutzten Leitungen demontiert. Heize WW einmal am Tag auf 57 Grad. In dieser Zeit läuft die Zirkulation zu Beginn und zu Ende jeweils 10 Minuten. Einmal in der Woche fahre ich das Hygieneprogramm, meistens denke ich daran in dieser Zeit die Badewanne kurz aufzudrehen.

Ich werde mich nicht wegen 100 Euro im Jahr totsparen, zumal ich Verantwortung auch für meine Familie habe.

Kann im Eigenheim aber jeder machen wie er will, wenn man nicht alleine lebt, ist man dann vielleicht trotzdem beim bedingten Vorsatz, falls was passiert. Die Überprüfung gibt zumindest teilweise Sicherheit.

Hallo @Sonnenbert!

 

Ja, grundsätzlich können Legionellen (und andere Keime) ein Problem sein, aber man muss hier auch keine Panik mit diffusen Andeutungen erzeugen.


Es gibt ganz klare Untersuchungen zu dem Problem welche zeigen, dass bei einem richtig dimensionierten Leitungsnetz und "ausreichender" Entnahme die Gefahr von Legionellen auch ohne irgendwelche "Hygieneprogramme" vernachlässigbar ist.


Dieses gilt vor allem wie beim Fragesteller, wenn keine Zirkulation vorhanden ist, weil die Keime dann nicht ins Leitungsnetz zurück gespült werden.


Das Problem sind hier vor allem älter MFHs und öffentliche Gebäude mit Leerstand und schlecht konzipierten Leitungsnetzen mit Zirkulation, die meist dann auch noch aus Kostengründen mit dem falschen Material ausgeführt sind.


Gruß Gwyn

Hallo @gwynlavin !

 

Die Anlage steht im EG (Technikraum) und die Leitungen gehen ins OG (Badezimmer).

Hilft hier eher ein Thermosyphon oder ein Rückschlagventil? Bzw. was wäre denn einfach nachzurüsten?

 

LG. Benjamin

Gibt es eigentlich bei der Vitocal 222-S ein Legionellenprogram, welches man aktivieren kann?

Du hast ja TEMP1 und TEMP2 fürs WW. Wenn du TEMP2 entsprechend mit der höheren Temperatur einmal die Woche z.B. einplanst dann hast du dein Legionellen Programm. Im meiner 200-S von 2023 ist das genauso und es gibt keinen Extrapunkt: Legionellen Programm, was sicher die Frage war.

Gruß Georg

Vitocal 200-S D13 seit 04.2023

Hallo @BennyL!

 

Ist egal ob Thermosyphon oder Rückschlagventil. Ein Thermosyphon hat allerdings keine Mechanik und ist daher Störungsunanfälliger als ein Ventil.


Legionellenprogramm: kannst du wie oben beschrieben selber bauen, hat aber keinen wirkliche positiven Einfluß auf dein System, da dieses im wesentlichen den Speicher-Umsatz reduziert dabei jedoch durch höhere Temperatur die Entwicklung von Keime hemmt. In der Summe ein braucht das Legionellenprogramm einfach nur Energie für eine Effekt der durch den normalen Umsatz gelöst werden kann.

 

Gruß Gwyn


@BennyL  schrieb:

 

Mein Installateur meinte ich soll da WW nicht unter 35 Grad fallen lassen, dann passt da schon. 


Das ist leider komplett falsch. 30...40°C sind der optimale Brutbereich für Legionellen.
Unter 20°C ist es ziemlich unkritisch und über 55°C beginnt das Abtöten.
Wie schon geschrieben, hilft natürlich der regelmäßige Wasseraustausch, so dass es dann auch ohne Legionellenprogramm geht. Ich habe bei mir einen Labortest machen lassen.


Vitocal 252-A AWOT-E 251.A10, SW2532, ohne HZW-Speicher, Radiatoren, 125m²

Ich werde das auch mal testen wenn es nicht zu teuer ist. Ich habe ein ungenutztes Bad im Keller wo ewig das Wasser steht und ein Waschbecken in der Garage was selten genutzt wird...also alles was man eigentlich nicht haben sollte 😁

Hab trotzdem kaum Bedenken, aber interessant finde ich das Thema trotzdem. Für gesunde Menschen mit gutem Immunsystem sollte das ganze Thema zu vernachlässigen sein.

250A AWO-E-AC 251.A10
100l Heizpuffer, 200l WW-Speicher,
Heizkörper, 140qm Wohnfläche

Ich habe bei mir einen Labortest machen lassen.


@ABR und? Was war das Ergebnis?


Gruß Gwyn

Alles im grünen Bereich.
Mikrobiologische Trinkwasseranalytik:
Legionella spec. (1) <2 KBE/100ml bei einer Schwelle von 100 KBE/100 ml
Ich werde das zu gegebener Zeit noch einmal wiederholen.


Vitocal 252-A AWOT-E 251.A10, SW2532, ohne HZW-Speicher, Radiatoren, 125m²

Ich habe auch 2 Warmwasserleitungen, welche ich eigentlich so gut wie nie verwende... 

 

Einmal im WG im EG und ich Technikraum ein Ausgussbecken.

Macht es Sinn die Warmwasserstränge am Verteiler einfach abzudrehen und nur das Kaltwasser aufgedreht zu lassen?

 

Ich vermute es wir dann nach dem abdrechen trotzdem Wasser in den Leitungen zu den Wasserhähne stehen bleiben. Oder?

Hallo @BennyL!


Wenn du ein Ventile direkt am Abzweig hast und die Leitung danach leerlaufen kann. Ansonsten ist es wohl besser einmal im Monat das Wasser in der Leitung mal auszustauschen.


Gruß Gwyn

Also direkt am Abzweiger hab ich Ventile. Aber läuft die Leitung dann tatsächlich komplett leer?

Bleibt da nicht Wasser drin stehen?

Nur wenn die Leitung eine Fallleitung ist, d.h. der Hahn im Keller liegt, oder du am tiefsten Punkt einen Auslauf zum entlüften hast. Sonst bleibt das Wasser in der Leitung und stagniert. Der Vorteil des Ventil: die Leitungen sind physikalisch getrennt und die Keime können vom Stagnationsbereich nicht zurück in den Betriebsbereich. Beim wiederöffnen dann aber sofort spülen.

Gruß Gwyn

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