Hallo, zum Thema "Heizkurve" gibt es noch zusätzlich - gerade bei Wärmepumpen eines zusätzlich zu betrachten, und zwar das "Impuls Pausenverhältnis": Bei einer Heizkurve stellt man ja mit dem Niveau - vereinfacht gesagt - das "grundsätzliche VL Niveau" ein, sozusagen die Basis, mit der mal das ganze Haus beheizt werden soll. Mit der Neigung stellst dazu dann das VL Verhältnis zur AT ein. Ist ja "nichts mehr Neues". Was jedoch weder die Heizkurve, noch der WP-Regler leider überhaupt nicht berücksichtigt, ist das "Impuls Pausenverhältnis" welches ja bei der WP durch das Takten unausweichlich vorhanden ist. Durch das Takten beheizt die WP für eine gewisse Zeit das Haus --> die VL Temp geht nach oben zur eingestellten Heizkurve, nur......in der "Verdichterpause" ist die VL Temperatur immer unter der Heizkurve, da ja die WP in der Pause keine Energie liefert, und normalerweise ist auch kein Heizungspuffer vorhanden, welcher diese Pause überbrücken kann. Somit hast - selbst bei perfekt eingestellter Heizkurve folgendes Verhalten: Solange die WP - ich nenne es mal - im 24/7 Modulationsbetrieb ist, passt die Raumtemperatur unabhängig von der AT perfekt, da das Gesamtsystem genau der festgelegten Heizkurve folgen kann. Sobald sich jedoch die WP außerhalb der Modulation - im Taktbetrieb - sich befindet, dann ist die tatsächliche VL Temperatur - im Durchschnitt gesehen - immer "kühler", als es durch die Heizkurve vorgegeben wird - die Räume werden tendenziell immer etwas kälter als geplant sein. Wen man nun in diesem Zustand das Niveau anpasst, dass hier nun die Temperaturen wieder passen, hast - sobald die AT dann wieder kühler werden, nicht nur den Einfluss, der Neigung (VL wird Angehoben), sondern zusätzlich den Einfluss der sich verändernden Taktung (Laufzeiten werden länger). Dadurch werden Dir nun die Räume zu warm....Gehst nun mit dem Niveau wieder etwas runter, hast wieder das Problem, das bei wärmeren Temperaturen durch die Neigung der VL wieder kühler wird, und durch das vermehrte Takten der VL zusätzlich kühler wird. nun werden die Räume wieder zu kalt.......ein Teufelskreis, denn Du nun durch das "Spielen" mit der Neigung zwar etwas entschärfen kannst, wegzubringen ist das Problem nicht. Genau deswegen habe ich zb. in meinem Energiemanagement folgende Zusatzprogrammierung gebaut: Da ich weiß das meine WP bei ca. 3°C AT vom Modulationsbetrieb in den taktbetrieb wechselt, hebe ich ab 3°C AT das Niveau der Heizkurve - je nach Bedarf automatisch gleich mal um 1K an. Ist das noch im 2-Tagesschnitt zu wenig, hebe ich um weitere 1K das Niveau an. Ist der 2-Tagesschnitt nun etwas zu hoch, dann wird wieder um 1K gesenkt. u.s.w. Unter 3°C - wenn die WP wieder im Modulationsbetrieb ist, wird diese Funktion ab geschalten, denn hier passt dann ja die Heizkurve wieder genau so wie sie ja eingestellt ist. Warum erzähle ich das nun: wenn hier nun eine WP vorhanden ist, die zusätzlich zu dem Thema auch noch stark überdimensioniert ist, und in der Folge von Haus aus stark taktet, ist es, auf Grund der Tatsache des sich dadurch ständig ändernden Impuls-Pausenverhältnis - auch bei kälteren Temperaturen, eine extreme Herausforderung, die Heizkurve annähernd dort hinzubringen, das diese - zumindest so einigermaßen gut arbeitet. Eine exakte Anpassung, wie es im Zustand der WP-Modulation ist - mit den vorhandenen "Board Mittel" durch den Zusatzeinfluss des Takten nahezu unmöglich. Und der höhere Stromverbrauch beim Takten ist auch logisch, denn hier muss bei jedem einzelnen Takt das gesamte System (Kältekreis, Heizkreis etc) auch wieder aufgeheizt/stabilisiert werden, und das kostet jedes mal Zusatzenergie, die nicht notwendig ist, wenn ein gleichmäßiger Lauf vorhanden sein würde. lg Guennie
... Mehr anzeigen