Hallo zusammen,
dass es eine Vitocal 250-A werden soll, steht zu 99% fest. Die Frage ist, welche Version (04 oder 06). Ich hatte heute einen Heizungsfachmann im Haus, der mir diese Frage nicht zufriedenstellend beantwortet hat ;(
Eckdaten:
Einfamilienhaus, Bj. 2003 / 143 qm zu beheizende Fläche / Heizlast 4 kW / 2 Bewohner
Der Fachmann möchte die 04 einbauen, um ein Takten zu vermeiden und die Effizienz zu erhöhen.
Auf meine Frage, wie es mit der Warmwasser-Erwärmung bei einer 04 aussieht (im Haus ist eine Badewanne vorhanden, welche des Öfteren genutzt wird), meinte er, dass ein Warmwasserspeicher (200l) vorgesehen wird, dessen "Aufheizen" dann eben ein wenig länger dauert.
Nun meine Fragen:
Macht es nicht Sinn, eine 06 zu nehmen, da sich diese ja genausoweit runter regeln lässt, wie eine 04 (so habe ich es zumindest im Internet gelesen)?
Was wäre der Vorteil, wenn man eine 04 wählt ? (ich sehe den Nachteil bei der WW-Bereitung).
Letzte Frage:
Egal, ob nun die 04 oder 06, reicht der interne Pufferspeicher aus oder würdet ihr einen kleinen zusätzlichen (ca.50l) empfehlen (wir haben Heizkörper und in 2 Räumen eine Rücklauferwärmung)?
Gruß
Carsten
Mahlzeit.
Da die 4er und die 6er genau die gleiche Mindestleistung haben, macht es keinen Unterschied. Kein Unterschied zum Takten also.
Du kannst also bedenkenlos die 6er nehmen. So hast du noch Reserven im Winter mit der Warmwasseraufbereitung und das hat den Vorteil von einem geringeren Einsatz des Heizstaab.
Gruß Claus-Vito
Ich tendiere zur 06er aus den von claus-vito genannten Gründen.
Mit der WP wirst du vermutlich mit Vorlauftemperaturen 40-50 °arbeiten. Da bleibt die Frage auf welche Temperatur die Rücklauferwärmung angewiesen ist oder ob diese mit den niedrigeren Temperaturen als normale Heizfläche mit den dann neuen / niedrigeren gerechnet werden muss.
Einen Energieüberschuss in dem Sinne wirst du bei korrekt eingestellter WP vermutlich nicht haben.
Gruß Karl
Schwer vorzustellen, dass ein EFH aus 2003 eine Heizlast < 5kw haben soll. Zumindest ohne umfangreiche Sanierungsmassnahmen. Oder handelt es sich ggf. um ein RMH. Wie belastbar ist die Heizlastberechnung und von wem/wie wurde sie berechnet. Alleine vom Baujahr und den damaligen Standards abgeleitet, halte ich selbst eine A.06 für zu klein.
VG
Wie groß ist denn der bisherige Verbrauch gewesen? Hat der Heizungsfachmann wenigstens einmal danach gefragt?
Wie schon erwähnt wurde, sind die Anlagen A04 bis A08 Schwesteranlagen, die sich letztlich nur hinsichtlich der freigegebenen Maximalleistung unterscheiden. Im Taktverhalten wird es wegen der gleichen Minimalleistung kaum Unterschiede geben. Der Straßenpreis ist weitgehend gleich, was aber nicht heißen muss, dass der HB das so weitergibt. Insofern kann der Griff zu einer kleineren Anlage ein paar hundert Euro sparen. Das relativiert sich dann spätestens, wenn desöfteren der Zusatzheizer zum Einsatz kommen muss. Bei einer A04 mit WW-Bereitung hätte ich in jedem Fall Bauchschmerzen. Mit Heizkörpern merkst du eine zu lange Heizpause während der WW-Bereitung schon. Ich würde wegen der Baugleichheit wahrscheinlich immer die A08 nehmen und diese ggf. selbst über den geräuschreduzierten Betrieb limitieren, wenn das angebracht ist. Aber entscheidend ist ersteinmal die berechnete oder wenigstens aus den historischen Daten abgeschätzte Heizlast.
Der interne Puffer ist zum Abtauen da. Dafür reicht der auch völlig aus. Einen zusätzlichen 50l Puffer brauchst du nicht. Der würde dir in dieser Miniausführung auch nirgendwo helfen, höchstens als hydraulische Weiche, wenn der Heizkreis den Volumenstrom nicht schaffst. Wenn kein Bedarf ist, kostet das nur Effizienz. Wenn du z.B. wegen PV-Speicherung einen Puffer einplanst, muss der auch entsprechend groß sein, um überhaupt relevante Energiemengen speichern zu können. Parallel ist aber immer die Überlegung sinnvoll, ob dann nicht der größere Batteriespeicher die bessere, weil flexiblere Alternative ist. Gerade im Sommer steht der Heizwasserpuffer ungenutzt rum, wenn du nicht kühlst. Letzteres funktioniert mit Radiatoren aber ohnehin nicht.
Die Heizlast von 4 kW scheint mir fragwürdig. zzgl WW Bereitung kommt am Besten die 06 in Frage.
Dein Fachbetrieb kann das in VieGuide-Planning gut simulieren.
Heizlast wurde mit "Heizreport" erstellt und deckt sich zum einen mit der Ermittlung über das "Verbrauchsverfahren" (Ergebnis hier ist 4,2 kW) und der Ermittlung über spezifische Heizlasten (Ergebnis hier: 4,3 kW).
Die damaligen Standards haben wir seinerzeit bewusst "erhöht". Zum Beispiel haben wir anstatt einer vorgeschrieben 50mm-Dämmung für das Mauerwerk eine 100mm-Dämmung montiert. Auch die die Dämmung zwischen den Dachsparren wurde verdoppelt.
Hieraus resultierend hatten wir die letzten Jahre einen durchschnittlichen Flüssiggas-Verbrauch von 9.600 kWh.
Danke für eure Tipps und Kommentare.
Ich werde den Fachmann einmal damit konfrontieren..
Das ist dann wirklich eine sehr geringe Heizlast.
Dann wäre ich bei @KHGarten mit der A06, wenn du die günstiger bekommst als die A08.
Die schafft deine Heizlast monovalent. Die A04 kommt unter -5°C nicht mehr über 4kW und bräuchte Unterstützung durch den Zusatzheizer. Das macht keinen Sinn, wenn du keine Vorteile im Taktverhalten bekommst. Hinzu kommt die langsamere WW-Bereitung
Bei der Planung sind viele Details zu berücksichtigen.
Ist PV vorhanden, wie soll der PV überschuss verwendet werden ?
Größere Batterie oder Heizungs Puffer ?
Ist eine Kühlung vorgesehen ?
Dann sind durchaus ein paar hundert Liter Puffer sinnvoll.
Auch wenn dadurch ein Tick Effizienz verlorengeht.
Was aber den Netzbezug signifikant verringert.
Etwas Wärme im Haus zu parken für kalte Nächte halte ich für sinnvoll.
An klaren Tagen wirds auch ordentlich kalt nachts.
Gruß Frank