Guten Tag,
Ich habe seit August eine Vitocal 250 mit Pufferspeicher und Frischwasserstation, mit Zirkulationspumpe VitoTrans 353.
Seit Inbetriebnahme hat sich mein Duscherlebnis massiv verschlechtert. Dank der Zirkulstionspumpe ist das Wasser Anfangs sofort warm, allerdings bereits nach 1-2 Minuten sinkt die Wassertemperatur deutlich. Im Sommer hatte ich die WW-Solltemperatur höher eingestellt (55° oder sogar 60°) und konnte immer wieder am Wasserhahn die Temperatur höher regeln, damit das Wasser warm bleibt.
Jetzt bei den kühleren Außentemperaturen ist die WW-Solltemperatur 51°. Das Verhalten beim Duschen ist gleich, nur habe ich nach 2 Minuten schon das wärmste am Hahn erreicht und muss weiter mit lauwarmen Wasser duschen.
Ich habe auch festgestellt, dass wenn ich lange genug warte, z.B. 5 Minuten, dann kommt heißes Wasser wie man es erwarten würde, und zwar mit konstanter Temperatur. ("Lange genug" ist manchmal 5 MInuten, manchmal 6 Minuten, manchal waren 8 Minuten nicht lange genug...)
Ich habe verschiedenen Einstellungen der Zirkulationspumpe ausprobiert, v.a. die "Anforderung" Option, ohne merkbaren Unterschied. Wenn das Wasser erstmal warm kommt ist das für mich ein Indiz, dass die Zirkulationspumpe zum richtigen Zeitpunkt läuft.
Ich weiß auch, dass die Zirkulationsleitung nicht (oder schlecht) isoliert ist. Aber mit der alten Ölheizung hatte ich keine solche Probleme.
Hat jemand eine Idee, wie ich das gelöst bekomme?
Hallo julienp91,
die Solltemperatur an der Wärmepumpe ist auf 51°C und ECO eingestellt. Hast du einmal geprüft, ob es damit zusammenhängt, dass die vorgehaltene Wärme im Puffer eventuell nicht ausreichend ist?
Viele Grüße
Flo
Hmm, also ich hatte mich schon gefragt, ob es daran liegen kann, dass um 6 Uhr das Bad und Schlafzimmer wieder beheizt werden und um ca. 6:15 ich steige in die Dusche.
Die letzte zwei Tage habe ich vor dem Duschen kontrolliert, und laut App war die WW-Temperatur vor dem Duschen jeweil 48° und 47° und danach 49° und 47°. Also es müsste reichen, um warm zu duschen?
Ich habe die letzte zwei Tagen den "Komfort" Modus bei WW aktiviert (Plattentäuschervorerwärmung). Das scheint minimal geholfen zu haben, WW hielt ein bisschen länger.
Gestern habe ich auch den "gleitenden Sollwert" deaktiviert und habe ganze 5 Minuten warmes Wasser gehabt, ein Rekord! (Duschzeit beträgt übrigens in der Regel ca. 8 Minuten.)
Unmittelbar nach dem Duschen (d.h. nach dem Abtrocknen, Haare Kämmen... was vielleicht 1-2 Minuten dauert) ist aus dem Duschkopf wieder WW vorhanden (ich habe nicht gemessen wie lange).
Ich würde mir mal während eines simulierten "Duschvorgangs" auf dem Display der Vitotrans unter Information->Status->Warmwasser den Verlauf von T-VL und vor allem T-WW notieren.
Und ich würde mal die Zirkulation ausschalten, ein paar Stunden warten bis sich das Wasser in den Rohrleitungen abgekühlt hat, und dann in der Dusche die Wassermenge und Zeit messen, bis das warme Wasser aus der Vitotrans an der Zapfstelle ankommt.
LG, Sebastian
Gute Idee. Das muss ich im neuen Jahr wenn ich wieder zu Hause bin tun.
@julienp91 schrieb:Seit Inbetriebnahme hat sich mein Duscherlebnis massiv verschlechtert. Dank der Zirkulstionspumpe ist das Wasser Anfangs sofort warm, allerdings bereits nach 1-2 Minuten sinkt die Wassertemperatur deutlich.
(...)
Ich habe auch festgestellt, dass wenn ich lange genug warte, z.B. 5 Minuten, dann kommt heißes Wasser wie man es erwarten würde, und zwar mit konstanter Temperatur. ("Lange genug" ist manchmal 5 MInuten, manchmal 6 Minuten, manchal waren 8 Minuten nicht lange genug...)
Du solltest von Deinem HB mal das Rückschlagventil der Zirkulationsleitung in der Vitotrans 353 prüfen und ggf. austauschen lassen. Ein defektes Rückschlagventil kann dazu führen, dass über die Zirkulationsleitung ggf. kaltes Wasser zeitweilig "falsch herum" fließt und dadurch hatte ich genau den von Dir beschriebenen Effekt.
Bei meiner Vitotrans 353 was das Rückschlagventil damals seit der Installation der nagelneuen Anlage defekt, es hat aber Monate gedauert, bis der "Leidensdruck" durch meckernde Mitbewohner:Innen so groß wurde, dass ich den HB deswegen kontaktierte.
Danke für den Hinweis. In einem anderen Beitag steht auch das Mischventil vom Pufferspeicher im Verdacht. Ich werde es überprüfen lassen.
Trotzdem habe ich die vorgeschlagenen Experimente durchgeführt.
Ich habe mit ausgeschalteter und abgekühlten Zirkulationspumpe bzw. -leitungen 10 Minuten lang das Wasser in der Dusche laufen lassen.
1:30 : Man fuhlt eine leichte Erwärmung
1:40 : Wasser ist warm
1:50 : Wasser ist ganz kurz wieder kalt
2:00 : Wasser ist warm
5:20 - 6:00 : Kurze kühlere Phase
6:00 - 10:00 : Wasser bleibt konstant warm
Ich habe mit einem 5L Eimer ca. 40s zum aus der Dusche Befüllen gebraucht, d.h. ca 7.5L / Minute und 12.5L bevor das Wasser warm kam.
Zusätzlich habe ich auch während geduscht wurde (später, Zirkulationspumpe war wieder aktiv) die Werte an der FriWa protokolliert. Beginn und Ende des Duschens sowie der Zirkulationspumpe habe ich v.a. akustisch wahrgenommen. Der WW-Temperatureinbruch passierte offenbar als die Zirkulationspumpe aus ging. Die duschende Person hat auch bestätigt, dass in der zweiten Hälfte das Wasser kalt war.
Klingt für mich ein bisschen so, als ob es in der Warmwasserleitung Abschnitte gibt die besser isoliert sind und andere, wie du schreibst, schlecht. Wenn die Zirkulationspumpe dann ausgeht, kühlen manche schnell ab und andere bleiben sehr lange warm. Die Temperatur schwankt bis das erste Wasser aus dem Speicher kommt. Wenn bei deiner alten Ölheizung das Problem nicht bestand, lief damals die Pumpe evtl länger oder zu anderen Zeiten?
Wenn du die Pumpe durchlaufen lässt, kostet das halt sehr viel Energie.
Ich habe das Thema bei mir so gelöst: Zirkulationsleitung wo zugänglich mit doppeltem Rohrdurchmesser gedämmt. Zirkulation läuft abends, wenn wir normalerweise duschen. Wer in der Familie außer der Zeit duschen will, muss das Wasser während er sich auszieht am Handwaschbecken laufen lassen, bis es heiß kommt.
Die Vitotrans erwärmt das Zapfwasser ja in einem Plattenwärmetauscher mit Hilfe von gepumptem WW-Zonenwassers aus dem Vitocell. Die Steuerung der Fördermenge dieser Pumpe scheint mir, ziemlich simpel, nur durch Vergleich WW-Soll mit WW-Ist zu operieren.
Soll heißen, wenn sich die Temperatur des Zulaufwassers auf der Frischwasserseite ändert, dann reagiert die Vitotrans immer erst, wenn der Wärmetauscher schon durchlaufen ist. Dann ist das Nicht-Soll-Wasser aber schon auf dem Weg zur Zapfstelle.
Für mich erklären sich die Temperatureinbrüche des ersten Versuchs ohne Zirkulation so, dass die Vitotrans zunächst mit Kaltwasser versorgt wurde, welches sich schon eine Weile im Haus befand. Als dann das Kaltwasser aus der Wasserleitung außerhalb des Hauses ankam, hat die Pumpenregelung darauf zu träge reagiert.
Wir haben ja gerade die Jahreszeit des kältesten Kaltwassers, da ist der Effekt besonders ausgeprägt.
Ähnlich der Fall mit Zirkulation. Man sieht im Protokoll schön, wie der Zulauf T-KW bei Duschbeginn auf 25°C fällt. Die Dusche entnimmt 7,5 l/min, die als Kaltwasser mit 6°C nachströmen; gleichzeitig fördert die Zirkulation Warmwasser zurück in den Zulauf. Nach der Mischtemperatur von 25°C (genau die Mitte zwischen 6°C und 43°C) sollte die Zirkulationsfördermenge also ebenfalls ca. 7,5 l/min betragen. Jetzt hört die Zirkulation auf, die Temperatur des zulaufenden Wassers fällt schlagartig auf 6°C, und die Regelung braucht dann so eine Minute, um über erhöhte Pumpenleistung den Fall der WW-Temperatur wieder aufzufangen.
Die Situation wird sehr verschärft durch den fehlenden Temperaturaufschlag auf den Vorlauf. In der Anleitung der Vitocell wird ein Mindestaufschlag von 5K angegeben. Ich dusche bei 42°C, mein WW-Soll der Vitotrans ist 50°C, und das WW-Zonensoll ist in der Vitocal auf 57°C mit 1,5K Hysterese konfiguriert. Da hat die Vitocell dann wesentlich mehr "Punch" und kann solche Zulaufschwankungen viel schneller ausgleichen.
Allerdings kann man immer noch Pech haben und in den Beginn der WW-Zonenbeladung geraten. Dabei entnimmt die Vitocal der WW-Zone lauwarmes Wasser direkt über dem Lochblech und speist es, um so 4K erwärmt, oben wieder ein. Dadurch sinkt allerdings zunächst die Temperatur des höher gelegenen Wassers, und erreicht erst dann wieder die Zieltemperatur, wenn das Wasser über dem Lochblech bis auf Zieltemperatur-4K erwärmt wurde. Das kann so eine Stunde dauern.
Für deine Anlage ist das natürlich Zukunftsmusik, solange der rapide Energieverlust aus der WW-Pufferzone nichr behoben ist.
HTH.
LG, Sebastian
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