Hallo, ich bin neu hier. Ich habe eine Wärmepumpe Vitocal 250-a. Diese nutzen ich für zwei Heizkreise einmal Heizkörper und einmal Fussbodenheizung. Leider ist der Installateur nicht besonders hilfreich und winkt alles ab mit normal.
Daher nun meine Frage in diese Runde und bitte um Unterstützung.
Im ersten Bild mit der Analyse für den gestrigen Tag mit Aussentemperaturen von 3-6 Grad habe ich knapp 100 kWh Strombedarf gehabt. Was sehr stark ausfällt, da ich auch eine Homeassistant Anbindung habe, dass der Pufferspeicher ständig nachgeladen wird.
Ich komme hier nicht wirklich weiter und bin gespannt auf eure Meinung und Guides hierzu.
Was für ein Volumenstrom wird denn beim Heizen angezeigt?
Gibt es eine Heizlastberechnung oder Wärmebedarfsermittlung?
Werden die Solltemperaturen im Speicher erreicht - ja oder nein.
Welche Heizkurven sind eingestellt.
Welche Leistung liefert die externe Heizkreispumpe; wenn die Speichertemperatur passt aber an den Heizkörpern nichts ankommt langt die Leistung der Pumpe nicht aus
Und hast du evtl die smarten Viessmann Thermostate im Einsatz - die schmeißen die Heizkurve übern Haufen und Regeln in Eigenregie.
Vorrangschaltung für WW auf AUS, also deaktiviert, einstellen damit die HKP die Kreisläufe während WW Bereitung weiter versorgt.
Und wenn der Volumenstrom nicht passt läuft an der Anlage sowieso nichts ordentlich.
Am aussagefähigsten wären Bilder aus ViCare des kpl Gerätestatus und der Heizkurven.
An dem was das Haus an Energie braucht kann keiner was ändern, an den Einstellungen schon.
Gruß Karl
Was mir noch einfällt:
Im Auslieferungszustand der WP ist die maximale Vorlauftemperatur für die Heizkreise auf 40°C begrenzt.
Wurde evtl. bei der Inbetriebnahme vergessen, diese Begrenzung rauszunehmen?
Ich sehe bei deinen Kurven nur max. 42°, daher der Verdacht!?
Ich kann das sogar sehr gut aufzeigen, da ich meine Viessmann mit Homeassistant verbunden habe. Somit sehe ich alles sehr genau, kann mir es nur nicht erklären und meinem Installateur erst recht nicht.
Anbei ein Foto vom Warmwasser. Gerade geduscht maximal 10 Minuten Einbruch von mehr als 15 Grad.
Beide Heizkurven, sowie der Volumenstrom von gestern mit WW Aufbereitung und heute, wo ich es WW ab 12:00 Uhr komplett ausgestellt habe. Weiter habe ich auch mal die Energie Werte eingemacht. Seit dem ich heute Mittag WW Aufbereitung ausgeschaltet habe, läuft die Anlage deutlich ruhiger und mit viel viel weniger Stromverbrauch. Volumenstrom bricht auch nicht mehr ein.
Die Solltemperaturen werden erreicht. Bis ich aber WW nicht abgeschaltet hatte, konnte man sehr gut im Pufferspeicher die Zacken sehen. Jetzt sieht es ganz anders aus. Ich hatte teilweise immer wieder Vorlauftemperaturen von bis zu 50 Grad. Und wie gesagt, seit heute Mittag kein WW Aufbereitung mehr. Natürlich habe ich kein WW mehr :-(. Wollte aber etwas prüfen und bin nicht ganz sicher was das ganze jetzt zu bedeuten hat.
Ich habe keine Smarten Thermostate, weil mir empfohlen wurde, dass die Regulierung durch die WP und Heizkurve gesteuert werden soll. Es sieht so aus, dass die WW Vorrang hat, wurde mir auch vom Installateur damals bestätigt und als Normal muss so sein dargestellt.
Entschuldigt, hier noch der Volumenstrom von heute. Wie gesagt WW komplett ausgeschaltet.
Laut den Einstellungen ist die Max Temperatur 60 eingestellt.
Sorry, aber WW hat im Sinne wie es ein Normalsterblicher versteht immer Vorrang vor Heizbetrieb.
Vorrang hat aber bei Viessmann dahingehend eine andere Bedeutung.
Bei Vorrang aktiv wird die externe Heizkreispumpe abgeschaltet so lange WW bereitet wird. Konsequenz - Heizkreislauf bekommt aus dem Speicher keinen Nachschub - Heizkörper kühlen aus.
Bei Vorrang deaktiviert wird immer noch WW Bereitung bevorzugt aber die externe Heizkreispumpe läuft weiter und die Heizkörper werden weiterhin aus dem Speicher (das ist der Sinn und Zweck des Speicher) bedient.
Von den Heizkurven würde ich mich verabschieden und mit der Neigung bei den Heizkörpern runtergehen auf 6 od 5 und bei FBH auf höchstens Neigung 4. Was dann an ° zu den jetzt genannten VL Temperaturen fehlt über Niveau wieder entsprechend hochsetzen.
Je flacher die Heizkurve desto gleichmäßiger läuft die WP durch und benötigt weniger Energie als immer wieder neu hochzuheizen.
Korrekturen in der Übergangszeit dann über kleine Veränderungen an den Einstellungen der RT; diese RT Änderungen wirken direkt auf die Heizkurve und damit auf die VL Temperatur.
Bei deinem WW sprichst du von einbrüchen im Volumenstrom. Das der Volumenstrom bei WW Bereitung teils deutlich niedriger ist als im Heizbetrieb ist kein einbrechen sondern die Regel und vom HB so eingestellt.
Nicht geklärt ist nach wie vor ob du eine Frischwasserstation im Einsatz hast, womöglich an einem Kombispeicher oder jeweils für Heizen und WW voneinander getrennte Speicher.
Auch ist die berechtigte Nachfrage von @Nitram19 nicht geklärt ob die Begrenzung der maximalen VL Temperatur (40° im Auslieferungszustand, Parameter 1192.1) bei Inbetriebnahme oder auch danach aufgehoben wurde oder noch so aktiv ist. Dies ist eine Schutzeinstellung von Viessmann für den Fall dass eine Fußbodenheizung ohne Speicher direkt angeschlossen wird und um zu verhindern dass hohe Temperaturen die FBH dann zerstören. Wird gerne vergessen die Begrenzung aufzuheben wenn sie nicht notwendig ist.
Bilder aus ViCare, Gerätestatus zeigen in einheitlicher Form komprimiert diverse Daten ohne daß man diese aus etlichen Bildern zusammensuchen muss mit dem Vorteil das Daten die nicht zusammenpassen oder Ausreißer relativ schnell auffallen.
Darum halte ich die diversen anderen Dateien/Auswertungen für den persönlichen Bedarf durch Detailauswertung die jeder wie er meint zusammenstellt interessant aber nicht für grundsätzliche Forenanfragen.
Ich zumindest hab keinen Bedarf mich mit etlichen Einzelbildern auseinanderzusetzen um diese dann wieder zueinander ins Verhältnis zu setzen und dabei nicht mehr aus dem scrollen herauszukommen.
In ViCare haben alle die gleiche Datenbasis die von den Anlagen identisch aufbereitet sind.
Gruß Karl
Poste doch mal bitte aus der Analyse der ViCare-App deinen anteiligen Stromverbrauch der Warmwasserbereitung für den 19. Februar. Nach Allem, was ich bisher hier gelesen habe, arbeitet sich deine WP am Warmwasser ab, anstatt zu heizen.
WW-Vorrang ist bei mir deaktiviert, Modus ist ECO, Bereitung WW ist auf 2x täglich 30 Minuten limitiert. Habe übrigens Kombi-Puffer mit Trennblech und angebauter Frischwasserstation.
Danke für deine ausführlichen Informationen.
Dann liegt es wohl doch nicht am Warmwasser...
Bleibt noch die Frage nach der limitierten Vorlauftemperatur im Auslieferungszustand?
Muss nichts mit der max. Temperatur in der Heizkurve lt. App zu tun haben, wird während der Inbetriebnahme an der IDU deaktiviert bzw. getrennt eingestellt für FB- und HK-Kreislauf.
Eure 276 kWh Wärmeerzeugung am 19. Februar sind ja auch eine Hausnummer, wo gehen die hin? Welche Wunschtemperaturen sind denn eingestellt?
Wir hatten an diesem Tag zum Vergleich 155 kWh Wärmeverbrauch in unserer "Ritterburg".
Also ich sehe hier den hydraulischen Abgleich als völlig daneben an. Es darf nicht sein das Räumen nicht warm werden. Nur der Tausch der Ventile hilft gar nix.
Meine Erfahrungen nach 3 Jahren inkl. diesem Monsterwinter hier im Osten.
a) Im Winter wird die WW Bereitung bei Heizkörpern im HK auf Komfort gestellt. Damit wird die Dauer die
es zum Erzeugen des WW benötigt deutlich reduziert und der Heizkreis kühlt nicht so aus. Den
Mehrverbrauch beim WW sparst Du so im Heizkreis wieder mehr als ein.
b) Ich habe WW Soll 48 Grad + 1,5 / - 2 Grad Hystherese; WW-Pumpe ist dauerhaft aus, es wird täglich ausreichen WW verbraucht, auch an der letzten Zapfstelle, so das es zu keiner Stagnation kommt.
c) alle Heizkörper die Wärme abgeben sollen voll aufdrehen und bzgl. der Raumtemeratur mit den Durchflussmengen erstmal eine Balance über alle Räume herstellen. Im Keller an den HK dabei VL und RL abdrehen, es sei denn sie werden wirklich benötigt ( Wäsche trocknen, Bügelzimmer, Werkstatt usw.) Im Abgleich liegt viel Potenztial, denn die realen Leitungsverläufe (Länge, Querschnitte, Winkel, Isolation der Rohre im Keller/Steigleitungen ) sind in der Regel nicht bekannt oder ungenau.
Evtl. ist der Heizi davon ausgegangen, dass das mit der FBH ja schon mal gemacht wurde... annozopp. Ob dem so ist und ob das je gestimmt hat weis keiner, man ja früher immer mit viel Überschuss am Erzeuger gearbeitet. Evtl. wurde es auch kaputt optimiert.
d) sehr wichtig, den Mitbewohnern eintrichtern das die Ventile NICHT zum kurzfristigen Einstellen der Raumtemperatur da sind (Todesstrafe) und das es normal ist das die HK nicht mehr so heiß sind wie früher. Am besten in dauerhaft bewohnten Räumen abschrauben und wegwerfen. Es soll ja nur exakt soviel an der WP geheizt werden wie unbedingt im Haus benötig wird und nicht die Heizleistung am HK abgewürgt werden. Dabei würde ich immer alle Räume heizen, außer im Keller).
Ein kalter Wohnraum zieht dir die Wärme aus dem beheizten Räumen nebendran ab. Geht dann noch ständige die Tür auf und zu ist so oder alles kaputt mit dem Abgleich.
e) Prüfen ob alle Fenster und Türen dicht schließen, das macht wirklich viel aus und ist mit neuen Gummies und Einstellen selbst machbar.
Ich habe zwei Winter gebraucht um den optimalen Abgleich über drei Etagen mit Heizkörpern zu finden.
Der Heizi hat aber nicht Zeit jeden Tag zu prüfen und nachzuregeln. Kauf Dir 20 billig Thermometer und verteile diese im Haus, damit hast Du eine objektive Anzeige und nicht die gefühlte Raumtemperatur.
Diese stelltst Du in ca. 1 Meter höhe auf, aber nicht dirket auf der kalten Fensterbank. Ist die schölecht gedämmt wird das Ergbnis zu sehr verfälscht.
f) Prüfe ob die Außentemperaturwerte an der WP plausible sind und nicht mehr als 2 Grad abweichen von der Vorhersage.
Ich beheize hier im Speckgürtel von Berlin ein freistehendes EFH knapp 200qm und nur mit Heizkörpern.
Dachboden ausgebaut zum Schlafraum. Haus ist ein Mix von 1932 / 1992 ohne Außendämmung.
HK Neigung 0,5 +3, WW wie o.g.
Ich schaffe es auf 92kWh am Tag bei dauerhaft -14 Grad. Ab -10 geht der Wirkungsgrad der WP massiv in den Keller und man darf nicht vergessen das es keine Lineare Beziehung zw. AT und Heizleistung gibt.
Des weiteren prüfe mal die Pumleistung deiner HK Pumpe, nicht das die für beiden Heizkreise auf FBH steht und Du keine ausreichende Durchflussmenge an den HK hast. Raumtemperatur von 21-22 Grad ist völlig ausreichend. Wird das nicht erreicht sie HK evtl. von Typ 22 auf Typ 33 umzubauen.
Spreizung beobachten, alles um 5 Kelvin +/- 3 halte ich für vertretbar.
Zum Schluss kan man auch mal die HK prüfen ob die entlüftet werden müssen.
Ich denke nicht das die WP selbst einen defekt aufweist, es sei denn es fehlt an Kältemittel oder wurde bei der Installtion nicht richtig entlüftet.
Ganz wichtig nur eine Änderung zeitgleich, man verliert sonst den Überblick was welchen Effekt hatte.
Wie weit ist die Außeneinheit von der Inneneinheit abgesetzt. nicht das die Rohrheizung permanent läuft.
Thomas
Genau das ist die Frage, wo gehen 276KWh Wärme hin ?
Bei 3..6 Grad Außen.
Das sind 11,5KW über 24h !
Damit bekommt man eine Blechhalle warm .
Gruß Frank
Recht lange Leitungen im Außenbereich mit entsprechenden Verlusten?
Gerätestatus Temperatur an der ODU im Vergleich zum IDU Sensor und Eintritt Speicher.
Gruß Karl