Es ist manchmal die beste Lebensversicherung seine eigenen Grenzen richtig einschätzen
zu können - es ist jedoch die prägendste Eigenschaft der Menschheit, diese unaufhaltsam
zu erweitern... (Fiedel) 😉
Achtung: Gasaustritt zwischen Wellrohrflansch und Gaskombiregler möglich.
1.: Keine Funktion, aber keinerlei Fehleranzeige: Druckschalter defekt.
Er sitzt oben links am Ausgangsrohrbogen des Wärmetauschers.
Der Druckschalter kann bis zum Austausch überbrückt werden. Es sollte dann
häufiger als sonst der Wasserdruck am Manometer beobachtet werden.
2.: Keine Funktion, oft keinerlei Fehleranzeige, oft keine Anzeige im Display:
Auf der Steckplatine "VR20" (Temperaturregler) tritt Elektrolytflüssigkeit aus den
Elkos C56 und C60 aus. Diese Flüssigkeit zerstört die Platine, welche dann ggf.
erneuert oder repariert werden kann. Es ist sinnvoll bereits bei noch laufender
Anlage die gesamte Codierung herauszuschreiben, da diese bei zerstörter VR20
verloren ist und neu eingegeben werden muss (SM ab S. 67).
3.: Keine Raumheizung, Warmwasser funktioniert, Außentemperaturanzeige
unrealistisch hoch:
Siehe 2. Wenn die Elkos keinerlei Auslaufspuren zeigen, liegt es meist an den
Steckkontakten der VR20, welche leicht oxidiert sind. Sie können mittels eines
Radiergummis poliert und danach mit Spiritus oder Isopropanol gereinigt werden.
Nach Zurückstecken der Platine und Einschalten der Therme dauert es ca. 2-3
Minuten, bis die Außentemperatur einen realistischen Wert anzeigt und der
Brenner anspringt.
4.: Fehler F:E oder 1:4 oder 1:5 (Flamme wird nicht erkannt bei Brennerstart)
Häufigste Ursache: Gasventil wird nicht mehr angesteuert.
Auf der Hauptplatine LGM29 geht gern eine Lötstelle, bzw. ein Relais kaputt
Das Relais müsste dann erneuert werden, was jedoch nicht erlaubt ist, da die
LGM29 ("Feuerungsautomat") als Sicherheitsbaugruppe gilt.
Es gibt jedoch Reparaturdienste im Netz, die diese Reparatur fachgerecht
ausführen. Hier ein Video zum Austausch der Platine. Hier mit Fotos.
Fehler "Flamme geht sofort nach Start aus" wegen Ioni- Prob. LGM29
Achtung WB3: Das Flachbandkabel Bedienteil <-> LGM29 niemals verdreht
aufstecken. Das führt zu sofortigem Totalausfall aller Platinen!!!
Was man wissen sollte: Die neuen LGM29 mit den Dip- Schaltern erhöhen die
Startleistung spürbar stärker als die originalen Platinen (für ca. 10 Sekunden).
Das macht den Startprozess stabiler, man braucht jedoch eine entsprechende
Pumpleistung um den "Wärmepeak" auch abzuführen. Sollte der Brenner wenige
Sekunden nach dem Start wieder abschalten, liegt es meist daran.
Die Programmierer haben hier leider nicht daran gedacht, für diese Zeitspanne
auch die Brenner- Abschalttemp ebenfalls temporär anzuheben. Gut optimierte
Anlagen mit niedrigen Volumenströmen vertragen das nicht und takten stark.
Lösung A: Pumpendrehzahlen deutlich erhöhen (schlecht wegen Stromverbr.).
Lösung B: Per Zusatzschaltung mit Zeitrelais und Widerstand (Bastelprojekt)
den Kesselfühler beeinflussen (kühler machen), bis der heiße Schwall weg ist.
Sicherheit bleibt dabei erhalten durch die Übertemp- Schalter.
5.: Diverse Fehlermeldungen, die laut Servicemanual aussagen, dass dieser
oder jener Sensor Drahtbruch oder Kurzschluss hat:
In den Bedienteilen BES oder Comfortrol ist irgendwann die eingelötete Batterie leer.
Hier ein Video zum Austausch dieser Batterie. Sie stützt die Uhr, sowie einen Teil der
Codierung, welcher dann zufällige Werte annimmt. Es ist sinnvoll bereits bei noch
laufender Anlage die gesamte Codierung herauszuschreiben, da diese bei leerer
Stützbatterie teilweise verloren geht und neu eingegeben werden muss (SM ab S. 67).
Achtung: Das Messen dieser Batterie mit einem Multimeter ergibt oft 3,6V, obwohl
die Batterie bereits leer ist. Zum Messen empfiehlt sich ein Batterieprüfer mit
eingebautem Lastwiderstand.
6.: Fehler 0:6 (Luftdruckschwelle wird nicht erreicht):
Hier reicht die Leistung des Gebläses nicht aus, um Gas und Zündung freizugeben.
Oft ist hier die Elektronik des Gebläses defekt, welche nicht repariert werden kann.
Läuft das Gebläse jedoch noch kräftig an, lohnt es sich die Steckkontakte an Gebläse
und Differenzdrucksensor einmal ab- un anzustecken. Machmal gibt es hier Kontakt-
probleme. Der Differenzdrucksensor sollte auf Funktion geprüft (SM ab S. 43), oder
erneuert werden. Beitrag Lagertausch.
7.: Fehler 0:2 (Übertemperaturschalter hat ausgelöst):
Wenn dieser Fehler erscheint, wird die Wärme aus dem Wärmetauscher überhaupt
nicht mehr abgeführt. Oft ist die Ursache ein Totalausfall der internen Pumpe.
Wenn hier als Ersatzteil der Motor G-HE KM eingebaut wird, müssen folgende Parameter
um ca. 10-30 Schritte erhöht werden: Codierung 2 ; 44, 45, 46, 109.
Bei der WS2 kann auch der Plattenwärmetauscher zugesetzt sein. Bei dessen Tausch
müssen auch die Rohrbögen auf Kalk untersucht werden (Schwanenhalskamera).
Die beiden in Reihe geschalteten Übertemperaturschalter (auch "Knackfrösche" genannt),
sitzen oben mittig am Ausgangsrohrbogen des Wärmetauschers. Normalerweise sind
sie selbstrückstellend. Klappt das einmal nicht, kann der "defekte" Schalter
abgeschraubt und mit wenig Schwung auf den (harten) Boden geworfen werden.
Das reicht meist aus um die Selbstrückstellung auszulösen.
8.: Fehler 0:4 (KM-BUS-Pumpe fehlerhaft):
Obwohl man die Pumpenelektronik zumeist reparieren könnte indem alle
Kondensatoren auf dem Board im Pumpenanschlusskasten ausgetauscht werden, ist es
wegen des hohen Stromverbrauchs der alten Pumpen sinvoll sie durch die modernen HE-
Motoren zu ersetzen: G-HE KM Bus für (WB1)/WB2/WS2 und W-HE SCA für die WB3.
Bei einigen Anlagen (insbesondere WS2) kommt es nach Einbau der G-HE KM Bus
zu einem weiteren Busfehler (z.B. A1), der durch eine ungewollte Inkompatibilität entsteht
und bisher nicht zu beheben ist. Die Pumpe läuft dann auf max. Drehzahl, was oft nicht
erwünscht ist. Einziger Ausweg ist dann die Reparatur der alten Pumpe, die Beschaffung
eines gebrauchten Altteils, oder der Einbau eines passenden autarken HE- Pumpenmotors
(z.B. Grundfos UPM3 oder Alpha mit einem zur Anlage passenden Leistungsbereich).
An diesem wird dann eine mittlere Drehzahl eingestellt, die für Heizen und WW- Erzeugung
gleichermaßen funktioniert. In der Codierung wird die Pumpe dazu von "drezahlgeregelt"
auf "stufig" umgestellt. Um das Ersatzteil zu gewinnen, beschafft man sich eine komplette
Pumpe und montiert den Motor vom Gehäuse ab. Dieser passt dann i.d.R. in die Therme.
Das ist auch die beste und günstigste Lösung, falls in der WB1 bereits eine "stufige" Pumpe
verbaut war, die nun defekt ist. Wem die G-HE KM Bus für die WB2 zu kostenintensiv ist (z.B.
nur noch kuze Laufzeit bis zum Systemwechsel), kann ebenfalls diesen Weg gehen.
Zur systematischen Fehlersuche gibt es im SM ab S. 10 einen Fehlersuchbaum.
Gleichzeitig lässt sich daraus viel über den Funktionsablauf der Therme entnehmen.
Empfehlung:
Dieses Kit entlastet den Transistor auf der LGM29, der den Zündtrafo ansteuert.
Es behebt gelegentlich auftretende Instabilitäten der Stromversorgung und dadurch
auftretende undefinierbare Fehler.
Suche nach den verlinkten Ersatzteilen im Netz: Gute Ergebnisse erzielt man, indem
die ET- Nummer mit vorangestelltem "viessmann" in die Suchmaschine eingegeben wird.
Beispiel: Steckplatine VR20 (Eingabe: viessmann 7823072)
Besten Dank für deinen Beitrag. Endlich mal Lösungen, nicht nur Probleme.😀
Ich bin nicht sicher, welche davon für meine beiden neuen Vitodens 200-W, B2HF relavant werden können.
In jedem Fall werde ich deine Fortführung Radiallüfter, Ionisation, Zündung und Brennerdichtung aufmerksam lesen. Da dürfte sich bei den verschiedenen Baureihen nicht viel geändert haben.
Diverse nützliche Links:
Umrüstung Linearantrieb (Ersatz für Umschaltventil mit Elektromagnet) Montageanleitung
Wärmetauscher und Kesselanschlußstück WB2
Adapter Zündbaustein Beipackzettel
Video Optimierung (Thermostate abschrauben)
Undokumentierte Parameter Codierung BES
Undokumentierete Parameter Codierung Comfortrol
Gewindereparatur Gebläse / Flamkörper
Dostmann Differenzdruckmessgerät
PWM- Generator z.B. für Pumpen