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Häufigste Fehler und deren Ursachen Vitodens 100/200/222/300 WB1/WB2/WS2/WB3 (Bj ca. 2000)

Es ist manchmal die beste Lebensversicherung seine eigenen Grenzen richtig einschätzen

zu können - es ist jedoch die prägendste Eigenschaft der Menschheit, diese unaufhaltsam

zu erweitern... (Fiedel) 😉

 

ViParts WB1 24 KW

ViParts WB2 24 KW

ViParts WS2 24KW

ViParts WB3 24KW

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Alter ET- Katalog

 

Achtung: Gasaustritt zwischen Wellrohrflansch und Gaskombiregler möglich.

 

1.: Keine Funktion, aber keinerlei Fehleranzeige: Druckschalter defekt.

     Er sitzt oben links am Ausgangsrohrbogen des Wärmetauschers.

     Der Druckschalter kann bis zum Austausch überbrückt werden. Es sollte dann

     häufiger als sonst der Wasserdruck am Manometer beobachtet werden.

 

2.: Keine Funktion, oft keinerlei Fehleranzeige, oft keine Anzeige im Display

     Auf der Steckplatine "VR20" (Temperaturregler) tritt Elektrolytflüssigkeit aus den 

     Elkos C56 und C60 aus. Diese Flüssigkeit zerstört die Platine, welche dann ggf.

     erneuert oder repariert werden kann. Es ist sinnvoll bereits bei noch laufender

     Anlage die gesamte Codierung herauszuschreiben, da diese bei zerstörter VR20

     verloren ist und neu eingegeben werden muss (SM ab S. 67).

 

3.: Keine Raumheizung, Warmwasser funktioniert, Außentemperaturanzeige

     unrealistisch hoch: 

     Siehe 2.  Wenn die Elkos keinerlei Auslaufspuren zeigen, liegt es meist an den

     Steckkontakten der VR20, welche leicht oxidiert sind. Sie können mittels eines

     Radiergummis poliert und danach mit Spiritus oder Isopropanol gereinigt werden.

     Nach Zurückstecken der Platine und Einschalten der Therme dauert es ca. 2-3

     Minuten, bis die Außentemperatur einen realistischen Wert anzeigt und der

     Brenner anspringt.

 

4.: Fehler F:E oder 1:4 oder 1:5 (Flamme wird nicht erkannt bei Brennerstart)

     Häufigste Ursache: Gasventil wird nicht mehr angesteuert.

     Auf der Hauptplatine LGM29 geht gern eine Lötstelle, bzw. ein Relais kaputt

    Das Relais müsste dann erneuert werden, was jedoch nicht erlaubt ist, da die

    LGM29 ("Feuerungsautomat") als Sicherheitsbaugruppe gilt.

    Es gibt jedoch Reparaturdienste im Netz, die diese Reparatur fachgerecht

    ausführen. Hier ein Video zum Austausch der Platine.    Hier mit Fotos.

   

    Fehler "Flamme geht sofort nach Start aus" wegen Ioni- Prob. LGM29

 

    Achtung WB3: Das Flachbandkabel Bedienteil <-> LGM29 niemals verdreht

    aufstecken. Das führt zu sofortigem Totalausfall aller Platinen!!! 

 

    Was man wissen sollte: Die neuen LGM29 mit den Dip- Schaltern erhöhen die

    Startleistung spürbar stärker als die originalen Platinen (für ca. 10 Sekunden).

    Das macht den Startprozess stabiler, man braucht jedoch eine entsprechende

    Pumpleistung um den "Wärmepeak" auch abzuführen. Sollte der Brenner wenige

    Sekunden nach dem Start wieder abschalten, liegt es meist daran.

    Die Programmierer haben hier leider nicht daran gedacht, für diese Zeitspanne

    auch die Brenner- Abschalttemp ebenfalls temporär anzuheben. Gut optimierte

    Anlagen mit niedrigen Volumenströmen vertragen das nicht und takten stark. 

    Lösung A: Pumpendrehzahlen deutlich erhöhen (schlecht wegen Stromverbr.).

    Lösung B: Per Zusatzschaltung mit Zeitrelais und Widerstand (Bastelprojekt)

    den Kesselfühler beeinflussen (kühler machen), bis der heiße Schwall weg ist.

    Sicherheit bleibt dabei erhalten durch die Übertemp- Schalter.

 

5.: Diverse Fehlermeldungen, die laut Servicemanual aussagen, dass dieser

     oder jener Sensor Drahtbruch oder Kurzschluss hat:

     In den Bedienteilen BES oder Comfortrol ist irgendwann die eingelötete Batterie leer.

     Hier ein Video  zum Austausch dieser Batterie. Sie stützt die Uhr, sowie einen Teil der

     Codierung, welcher dann zufällige Werte annimmt. Es ist sinnvoll bereits bei noch

     laufender Anlage die gesamte Codierung herauszuschreiben, da diese bei leerer

     Stützbatterie teilweise verloren geht und neu eingegeben werden muss (SM ab S. 67).

     Achtung: Das Messen dieser Batterie mit einem Multimeter ergibt oft 3,6V, obwohl

     die Batterie bereits leer ist. Zum Messen empfiehlt sich ein Batterieprüfer mit

     eingebautem Lastwiderstand.

 

6.: Fehler 0:6 (Luftdruckschwelle wird nicht erreicht):

     Hier reicht die Leistung des Gebläses nicht aus, um Gas und Zündung freizugeben.

     Oft ist hier die Elektronik des Gebläses defekt, welche nicht repariert werden kann.

     Läuft das Gebläse jedoch noch kräftig an, lohnt es sich die Steckkontakte an Gebläse

     und Differenzdrucksensor einmal ab- un anzustecken. Machmal gibt es hier Kontakt-

     probleme. Der Differenzdrucksensor sollte auf Funktion geprüft (SM ab S. 43), oder

     erneuert werden. Beitrag Lagertausch.

 

7.: Fehler 0:2 (Übertemperaturschalter hat ausgelöst):

     Wenn dieser Fehler erscheint, wird die Wärme aus dem Wärmetauscher überhaupt

     nicht mehr abgeführt. Oft ist die Ursache ein Totalausfall der internen Pumpe.

     Wenn hier als Ersatzteil der Motor G-HE KM eingebaut wird, müssen folgende Parameter

     um ca. 10-30 Schritte erhöht werden: Codierung 2 ; 44, 45, 46, 109.

     Bei der WS2 kann auch der Plattenwärmetauscher zugesetzt sein. Bei dessen Tausch

     müssen auch die Rohrbögen auf Kalk untersucht werden (Schwanenhalskamera).

     Die beiden in Reihe geschalteten Übertemperaturschalter (auch "Knackfrösche" genannt),

     sitzen oben mittig am Ausgangsrohrbogen des Wärmetauschers. Normalerweise sind

     sie selbstrückstellend. Klappt das einmal nicht, kann der "defekte" Schalter

     abgeschraubt und mit wenig Schwung auf den (harten) Boden geworfen werden.

     Das reicht meist aus um die Selbstrückstellung auszulösen.

 

8.: Fehler 0:4 (KM-BUS-Pumpe fehlerhaft):

     Obwohl man die Pumpenelektronik zumeist reparieren könnte indem alle

     Kondensatoren auf dem Board im Pumpenanschlusskasten ausgetauscht werden, ist es

     wegen des hohen Stromverbrauchs der alten Pumpen sinvoll sie durch die modernen HE-

     Motoren zu ersetzen: G-HE KM Bus für (WB1)/WB2/WS2 und W-HE SCA für die WB3. 

 

     Bei einigen Anlagen (insbesondere WS2) kommt es nach Einbau der G-HE KM Bus

     zu einem weiteren Busfehler (z.B. A1), der durch eine ungewollte Inkompatibilität entsteht

     und bisher nicht zu beheben ist. Die Pumpe läuft dann auf max. Drehzahl, was oft nicht

     erwünscht ist. Einziger Ausweg ist dann die Reparatur der alten Pumpe, die Beschaffung

     eines gebrauchten Altteils, oder der Einbau eines passenden autarken HE- Pumpenmotors

     (z.B. Grundfos UPM3 oder Alpha mit einem zur Anlage passenden Leistungsbereich).

     An diesem wird dann eine mittlere Drehzahl eingestellt, die für Heizen und WW- Erzeugung

     gleichermaßen funktioniert. In der Codierung wird die Pumpe dazu von "drezahlgeregelt"

     auf "stufig" umgestellt. Um das Ersatzteil zu gewinnen, beschafft man sich eine komplette

     Pumpe und montiert den Motor vom Gehäuse ab. Dieser passt dann i.d.R. in die Therme.

 

     Das ist auch die beste und günstigste Lösung, falls in der WB1 bereits eine "stufige" Pumpe

     verbaut war, die nun defekt ist. Wem die G-HE KM Bus für die WB2 zu kostenintensiv ist (z.B.

     nur noch kuze Laufzeit bis zum Systemwechsel), kann ebenfalls diesen Weg gehen.

 

Zur systematischen Fehlersuche gibt es im SM ab S. 10 einen Fehlersuchbaum.

Gleichzeitig lässt sich daraus viel über den Funktionsablauf der Therme entnehmen.

 

Empfehlung:

Dieses Kit entlastet den Transistor auf der LGM29, der den Zündtrafo ansteuert.

Es behebt gelegentlich auftretende Instabilitäten der Stromversorgung und dadurch

auftretende undefinierbare Fehler.

 

Suche nach den verlinkten Ersatzteilen im Netz: Gute Ergebnisse erzielt man, indem

die ET- Nummer mit vorangestelltem "viessmann" in die Suchmaschine eingegeben wird.

Beispiel: Steckplatine VR20 (Eingabe: viessmann 7823072)

2 ANTWORTEN 2

Besten Dank für deinen Beitrag. Endlich mal Lösungen, nicht nur Probleme.😀

 

Ich bin nicht sicher, welche davon für meine beiden neuen Vitodens 200-W, B2HF relavant werden können.

 

In jedem Fall werde ich deine Fortführung Radiallüfter, Ionisation, Zündung und Brennerdichtung aufmerksam lesen. Da dürfte sich bei den verschiedenen Baureihen nicht viel geändert haben. 

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