Zum Thema „Heizkurve einstellen“ gibt es eine unendliche Anzahl von Einstellempfehlungen. Meine Empfehlungen sehen zur Zeit wie nachfolgend beschrieben aus: Die Heizkurve – und damit auch die Vorlauftemperatur – wird bei der witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung durch drei Parametern bestimmt: - Raumtemperatur-Sollwert (Normalbetrieb, reduz. Betrieb, Komfortbetrieb) - Neigung der Heizkennlinie - Niveau der Heizkennlinie - (Außentemperatur) Den Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs, der im Zeitprogramm eingestellt wird, würde ich auf den Viessmann-Voreinstellwert von 20°C stellen. Für eine Radiatorheizung würde ich bei einem gut gedämmten Haus mit einer Neigung von 0,8 bis 1,5 und einem Niveau von +5 starten. Für Fußbodenheizungen liegt die Neigung typischerweise unter 0,8. Mit diesen Start-Einstellungen lässt man die Heizung bei voll geöffneten Heizkörperthermostaten mehrere Stunden laufen und überprüft, wie sich die Raumtemperatur in der Räumen entwickelt. Ziel ist es, eine möglichst niedrig liegende Heizkurve zu erreichen, weil damit der Brennwerteffekt besser ausgenutzt wird. Die weitere Optimierung der Heizkurve (häufig auch als Heizkennlinie bezeichnet) ist ein iterativer Prozess, der sich über die gesamte Heizperiode hinziehen kann. Bei der Optimierung geht man nach den nachfolgenden „Tipps zur Einstellung der Heizkennlinie“ von Viessmann vor. Diese Einstellempfehlungen findet man in fast allen Bedienungsanleitungen der Gasbrennwertgeräte. Vier Beispiele: 1.) Ist es bei milden Außentemperaturen (10 bis 18°C Außentemperatur) in der Wohnung zu kühl: Niveau erhöhen! 2.) Ist es bei kalten Außentemperaturen (-10 bis 0°C Außentemperatur) in der Wohnung zu kühl: Neigung erhöhen! 3.) Ist es bei milden Außentemperaturen (10 bis 18°C Außentemperatur) in der Wohnung zu warm: Niveau absenken! 4.) Ist es bei kalten Außentemperaturen (-10 bis 0°C Außentemperatur) in der Wohnung zu warm: Neigung erniedrigen! Man wird feststellen, dass man bei den sich ständig ändernden Außentemperaturen anfangs immer wieder Korrekturen (Optimierungen) an der Heizkurve vornehmen muss. Irgendwann, das heißt möglicherweise erst nach Ende der Heizperiode, hat man die idealen Einstellungen gefunden. Hinweis: Ein Heizungsbauer kann diese Arbeit in der Regel nicht leisten. Noch ein paar Tipps: Der Raumtemperatur-Sollwert beeinflusst die Vorlauftemperatur (siehe oben). Er kann aber auch außentemperaturabhängig den Heizbetrieb aus- und einschalten. Neben dem Raumtemperatur-Sollwert kann auch die Heizgrenze (Parameter 1395.1 für Heizkreis 1, Parameter 1396.1 für Heizkreis 2) außentemperaturabhängig den Heizbetrieb aus- und einschalten. Zwei Beispiele: Steht der Raumtemperatur-Sollwert auf 20°C und die Heizgrenze auf 25°C, dann wird die Heizung (Brenner und Pumpe) über 20°C aus- und unter 20°C eingeschaltet. Steht der Raumtemperatur-Sollwert auf 20°C und die Heizgrenze auf 18°C, dann wird die Heizung (Brenner und Pumpe) über 18°C aus- und unter 18°C eingeschaltet. Mit Hilfe des reduzierten Betriebs lässt sich nachts der Heizbetrieb (Brenner und Pumpe) steuern. Steht der Raumtemperatur-Sollwert des reduzierten Betriebs auf +3°C (tiefstmöglicher Einstellwert), dann wird der Heizbetrieb unterhalb einer Außentemperatur von 3°C eingeschaltet. Liegt die Außentemperatur darüber, ist die Heizung Aus. Sind ViCare-Thermostate von Viessmann vorhanden, so können diese das Aus- und Einschalten des Heizbetriebs steuern.
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