So, jetzt noch mal zu deinen Daten... 22°C Soll-Raumtemperatur sind schon üppig. In der Bedienungsanleitung deiner Heizung steht hierzu "Normale Raumtemperatur: Überheizen Sie die Räume nicht. Jedes Grad Raumtemperatur weniger spart bis zu 6 % Heizkosten. Stellen Sie Ihre normale Raumtemperatur („Raumtemperatur-Sollwert“) nicht höher ein als 20 °C." Das steht da nicht umsonst 😉 Ich hab das bei mir auf 19°C eingestellt, ich habe aber im Wohnzimmer einen Holzofen, mit dem ich noch die restliche Wohnung ein wenig mitbeheize und daher im Wohnzimmer üppige 22..24°C hab. Die 'Wunschtemperatur" ist natürlich nur einer von drei Parametern, um den Punkt der Vorlauftemperatur auf deiner Heizkurve zu bestimmen. Wenn die die Raumsolltemperatur niedrig stellst und dafür das Niveau der Heizkurve entsprechend höher, gewinnst du nix. Guck dir dazu mal das Kapitel zu der Heizkurve im Handbuch genauer an. Nachtabsenkung: Die Heizung verbraucht am wenigsten, wenn sie aus ist. Ich habe die Solltemperatur der Nachtabsenkung auf 3°C gestellt, wodurch nur noch Frostschutz realisiert wird und die Heizung nachts eigentlich aus ist. Das Haus kühlt dabei nur 'unwesentlich' aus. Hierzu gibt es aber unterschiedliche Ansichten: Manche Stimmen behaupten, man würde dadurch nichts gewinnen, weil das Aufheizen am Tag die Einsparung der Nacht wieder auffrisst, weil dadurch auch das Kesseltemperaturniveau am Anfang höher ist und der Brennwertgewinn niedriger ausfällt. Ausserdem hat die Heizung etwas mehr 'thermischen Stress' am Anfang, was nicht lebendauerverlängernd ist. Auf der anderen Seite sagt die Physik: (Verlust)Leitung ist proportional zur Differenz zwischen Innen- und Aussentemperatur. Wenn du also nachts nicht noch gegen die sinkende Aussentemperatur anheizt, geht weniger Energie durch die Isolierung. Um so schlechter gedämmt das Haus und je gringer die thermische Trägheit besonders der Aussenwände ist, desto mehr Verluste sparst du also ein, wenn du nachts die Heizung aus lässt. Bei einem supermodernen Styroporbunker ist das vielleicht (auch aus anderen Gründen) weniger empfehlenswert. Warmwassertemperatur: Du brauchst keine 60°C. Ab knapp 60°C (vergl. deine 62,5°C Ist-Temp) steigt auch der Ausfall von Kalk stark an - deine Anlage verkalkt viel stärker als bsw. bei 55°C. Je höher deine WW Temperatur, desto höher sind auch die 'Verluste' (die allerdings meistenteils irgendwo auch dein Haus heizen, nur der Speicher steht meist im Keller, und da brauchst du oft keine Heizung). Hier gibt es noch die Legionellen-Thematik. Bei 60°C sind die definitiv tot, eigentlich auch schon bei 55. Dazu muss die Temperatur aber auch in den Leitungen so hoch sein. Legionellen bilden sich vor allem in 'stehendem Wasser'. Wenn regelmässig überall gezapft wird, gibt es normalerweise kein Legionellenproblem. Ausserdem brauchen die ne Weile, um sich in relevanter Anzahl auszubilden. Wenn man 1x die Woche ein'Hygieneprogramm' fährt, ist das safe, in Einfamilienhäusern gibt es normalerweise garkein Legionellenproblem, auch ohne Hygieneprogramm. Die 'Feinheiten' (s.o.): Wieder Physik: Der Wärmefluss ist probortional zu delta_Temperatur x Fläche. Je größer die Fläche der benutzen Heizkörper (Fussbodenheizung hat riesige Fläche), desto geringer muss das delta_Temperatur sein, also um so niedriger die Vorlauftemperatur, um die gleiche Menge Wärme zu liefern. Da bei Brennwertgeräten der Brennwert'gewinn' grob gesagt um so besser ist, je geringer das Temperaturniveau vom Kessel, bedeutet das: Heizkörper möglichst großflächig / alle benutzen, wo man Wärme braucht. Dabei die Thermostatventile in den Räumen mit dem höchten Wärmebedarf voll aufdrehen, damit die Vorlauftemperatur auch ausgenutzt wird, und nicht die Leistung der Heizkörper durch die Thermostatventile eingedrosselt wird. Nur bsw. im Schlafzimmer oder so die Thermostate ein wenig runter drehen und dann auch die Tür zu lassen. Eine weitere Feinheit ist der Intervallbetrieb des Brenners (Takten). Dieser Betrieb ist möglichst zu vermeiden, weil 'ähnlich' wie beim Auto jeder Start Energie 'frisst' und thermischen Stress (Verschleiss) für das Material bedetet. Leider hat man hier wenig Einflussmöglichkeiten, weil der Kessel konstruktionsbedingt eine Untergrenze der möglichen Dauerleistung hat. Sinnvoll ist eine Heizung, die nicht überdimensioniert ist und eine möglichst große Modulationstiefe - also in dieser Beziehung minimale Leistung - hat. Takten scheint aber bei dir kein großes Problem sein, weil die Brennerstarts im Vergleich zu den Brennerstunden in einem ordentlichen/akzeptablen Verhältnis stehen. so, das reicht erstmal 😁 beste Grüsse! Phil
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