Hallo Severig! Eine NC-Kühlung ist bei einer Sole-WP mit Erdwärmequelle sehr zu empfehlen - aber nur wenn du ein massives Haus mit Betondecken und schweren Wänden hast. Bei Holzrahmenbau: vergiss es und bau dir lieber 2-3 Split-Klimageräte ein. Die Erdwärme sollte auch entweder auf einer Bohrungen basieren oder in mind. 1,5m besser 2,0m Tiefe verlegt sein. In diesen Fällen hilft die NC-Box nicht nur deinem Wohlbefinden (wenn du mit der ständigen Kälte im Fußboden leben kannst) sondern auch der Effizienz deiner Anlage. Man sollte sich allerdings auch nicht zu viel von der NC-Kühlung erwarten, da die Kühlleistung zur Vermeidung von Kondensation im Fußboden und an den Heizungsrohren eines relativ hohen Vorlaufs bedarf, um genau diesen Schimmel zu vermeiden. Dabei unterstützt dich zuverlässig ein Taupunktsensor (auch Kondensationsanbauschalter genannt) der an strategisch gut ausgewählter Position an einem zentralen Heizkreisverteiler die Kühlung überwacht, und bei beginnender Kondensation die Kühlung automatisch abschaltet. Wichtig ist, dass alle Rohre bis zu den HK-Verteilern bzw. diesem Sensor diffusionsdicht gedämmt sein müssen. Zur optimalen Kühlung muss die FBH je nach Luftfeuchtigkeit im Haus mit einer minimal VLT von 18 bis 20°C bereits Tage vor der Hitzeperiode durchgehend betrieben werden, um den Kern deines Hauses (den Kälte-Puffer) auf 20° bis 22°C vorzukühlen. In der Spitze der Hitzewelle führt diese Vorkühlung dann in zu einer Kühlleistung von 5-10kW (im Durchschnitt zu 2,5-5kW) mit welcher man die Temperatur um 1-3K niedriger als ohne Kühlung halten kann. Für diese Leistung setzt man damit allerdings maximal 100-140W ein, weit weniger als bei einem Split-Klimagerät - die Energie Efficiency Ratio (EER) beträgt bei einer NC-Boxen üblicher Weise 30+ gegenüber 3 bis 5 bei Split-Klimageräten. Ökonomisch und komfortmäßig rechnet sich die NC-Box alleine über die Kühlleistung gegenüber einem Split-Klimagerät natürlich trotzdem nicht. Mann sollte aber den langfristigen Effekt auf eine Erdwärmequelle nicht unterschätzen und sich klar machen, dass es sich bei Erdwärmesonden um einen nur bedingt regenerativen Bergbau handelt, der Langfristig zu einer Senkung Quelletemperatur führt. Dieser Prozess wird durch die Verwendung zur sommerlichen Kühlung extrem stark verzögert oder sogar ausgeglichen. In 2025 hat meine WP/NC-Box nach allen Optimierungen mit 2.900 Stunden in etwa genau so lange gekühlt wie geheizt und die Quelle damit geschätzt um 50-65% entlastet - was die Lebensdauer der Quelle sicher mehr als verdoppelt. Die wöchentliche minimale Quelltemperatur in diesem Winter liegt trotz niedrigerer ATs um etwa 1K höher als im letzten Winter - im Jahresschnitt um etwa 2,5K höher als ohne NC-Kühlung in 2023. Insgesamt führt dieses vermutlich zu einer 3-5% höheren Effizienz (JAZ), wodurch sich die der Anlagebetrieb der Kühlung bereits selbst finanziert und sich die Lebensdauer der WP zusätzlich um etwa 10-15% erhöht. Ich muss dich allerdings auf ein paar Problem aufmerksam machen: Die NC-Kühlung entfeuchtet entgegen dem Split-Klimagerät die Luft nicht. Hierdurch steigt vor allem in den feuchten Regionen Deutschlands (z.B. bei mir im südlichen Rheintal) die Feuchtigkeit genau in dem Augenblick der schlimmsten Hitzewellen stark an, so dass der Taupunktsensor den Betrieb am wichtigsten Punkt abschaltet. Hier muss man dann ggf. die Funktionsfähigkeit der NC-Kühlung durch einen Reduktion der Lüftung, eine Luftentfeuchter oder eine zusätzlich zentral installiertes Splitklima-Gerät unterstützen. Ich werde dieses Jahr hoffentlich meine KWL um einem 200m³/h Umluft-Luftentfeuchter mit Sole-Unterstützung erweitern welcher die Luftfeuchtigkeit in einer Hitzewellen entsprechend limitiert (EER 22 im passiven modus, 4-5 im aktiven modus). Hierdurch sollte sich auch die Rregeneration der Sonden auf dann vermutlich 75-85% erhöhen. Die Anforderungen an eine FBH beim Kühlen sind nicht unbedingt identisch zu denen beim Heizen, da sich hier die Wirkung des Sonneneintrag umgekehrt bemerkbar machen. Hier muss man einen Kompromiss beim hydraulischen Abgleich finden. Am besten funktioniert dieses ohne ERRs mit einer RL-Steuerung über den Selbstregulierungseffekt. Ich habe damit gute Erfahrungen bei Auslegungsleistungen von bis zu 40W/m², bin mir aber nicht bei höheren Anforderungen. Grundsätzlich müssen zur effektiven Kühlung des Gebäudes im Sommer möglichst viel Kernfläche mit möglichst geringer Spreizung gekühlt werden. D.h. wenn möglich auch Zimmer im Norden einbeziehen, und die Leistungen der Sekundärpumpe auf 90 stellen (während einer Hitzewelle auch auf 100%). Im Winterbetrieb liegt der effiziente Betriebspunkt der Sekundärpumpe oft bei nur 70%-80%. Ich habe übrigens die 333-G mit 2,4 bis 11,4kW Leistung und kann diese auf Grund der Modulation gegenüber der 222-G durchaus nur stark empfehlen. Trotz einer nicht unwesentlichen Überdimensionierung (rechnerischer Energiebedarf 8,8kW - real gemessen eher 7kW) läuft meine WP auch bei 7°C im 1/2-Takt-Betrieb, d.h. der Verdichter started nicht mehr als 1 mal pro Tag zum Heizen bzw. bis zu 2 mal zur Wassererwärmung - insgesamt hatte ich 606 starts in 2025 - bisher 7 in 2026. Gruß Gwyn PS: Wenn du im DG/OG noch ein oder zwei Kreisläufe zur Kühlung/Heizung in die Decke einbringen kannst gewinnst du doppelt. Die Temperatur im DG steigt schließlich besonders stark und lässt sich über Deckenkreise durch Konvektion besonders gut Kühlen - hab ich bei der Planung meiner Anlage leider übersehen.
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