1.) Niemals Raumtemperatur-Sollwert und Niveau gleichzeitig verstellen. Beide "Parameter" wirken ähnlich, also auch gegeneinander. 2.) Der Raumtemperatur-Sollwert der Betriebsart "Normal" wird (meine Empfehlung) auf dem Voreinstellwert 20°C belassen oder wieder auf diesen Wert eingestellt und dann die nächsten 20 Jahre nicht mehr angefasst. Warum: Weil an den Raumtemperatur-Sollwert Schaltfunktionen angehängt sein können und die werden jedesmal verändert, wenn du den Raumtemperatur-Sollwert für deine Kennlinien-Optimierung benutzt. 3.) Zur Optimierung der Heizkennlinie werden gemäß Viessmann-Empfehlung allein die "Neigung" und das "Niveau" eingesetzt (siehe unten). Das wird seit ca. 40 Jahren so gemacht und hat sich bei Altbauten und Neubauten bewährt. 4.) Wenn nicht die richtige Heizkennlinie angezeigt wird, so liegt das vermutlich daran, dass du in den Betriebsarten "Reduziert" oder "Komfort" bist. Merke: Es wird immer nur die Heizkennlinie für die Betriebsart "Normal" angezeigt! Hier die Vorgehensweise zur Heizkennlinienoptimierung nach Viessmann. Diese Tabelle steht vermutlich in jeder Bedienungsanleitung eines Vitodens. Die dargestellte Tabelle stammt aus der Bedienungsanleitung eines Vitodens 200-W, B2HF. Das ist der Bruder deines B2KF. Hier ein paar Tipps für die Vorgehensweise bei der Heizkennlinienoptimierung: Einstellbereiche Neigung - Fußbodenheizungen: 0,2 bis 0,8 (0,2 für sehr gut isolierte Häuser) - Niedertemperaturheizung: 0,8 bis 1,6 (0,8 für sehr gut isolierte Häuser) Die Optimierung der Heizungseinstellung ist ein iterativer Prozess, der sich über mindestens eine Heizperiode hinzieht. Diese Arbeit kann der Heizungsbauer aus Zeit- und Kostengründen in der Regel nicht leisten. Welcher Anlagenbetreiber wäre schon bereit, die mehrfache Anreise und den mehrfachen Arbeitseinsatz des Heizungsbauers für diese Optimierungsarbeiten zu bezahlen. Es bleibt die Aufgabe des Anlagenbetreibers, im eigenen Interesse, zwecks Heizkostenminimierung, diese Optimierungsarbeit selbst vorzunehmen. Das Hauptziel ist es, eine möglichst niedrig liegend Heizkennlinie zu erreichen, ohne dass die Bewohner des Hauses frieren. Insbesondere bei Brennwertgeräten bringt eine möglichst niedrig liegende Heizkennlinie durch eine bessere Ausnutzung des Brennwerteffekts, eine Einsparung von Energie und damit auch Kosten. Während der Einstellung der Heizkennlinie müssen die Thermostatventile in den Referenzräumen (bei dir vermutlich das Wohnzimmer mit Erker) geöffnet sein, weil sonst evtl. nicht auffallen würde, dass die Heizkurve noch immer zu hoch eingestellt ist. Die Bezeichnung „Raumtemperatur-Sollwert“ ist zumindest bei der witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung unglücklich gewählt (andere Hersteller haben ähnliche Bezeichnungen). Es ist im engeren Sinne kein Sollwert für die Raumtemperatur, sondern lediglich einer von drei Einstell-Parametern für die Vorlauftemperatur und damit auch die Heizkennlinie. Gleichzeitig können durch den raumtemperatur-Sollwert Schaltfunktionen in Abhängigkeit von der Außentemperatur ausgelöst werden. Anders gesagt: Es ist bei der witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung völlig normal, dass auch bei optimal eingestellter Heizkennlinie, der „Raumtemperatur-Sollwert“ und der tatsächliche Raumtemperatur-Istwert nicht übereinstimmen. Das ist ein Umstand, mit dem sich Laien nur schwer anfreunden können.
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