Hallo, ich möchte Dir, und alle anderen, die mit dieser Idee "PV-Optimierung nur mit einer WW-WP" spielen. folgenden Beitrag als Denkanstoß zukommen lassen, um zu Verhindern, das später möglicher Weise eine herbe Enttäuschung/Ernüchterung erlebt wird.........: lg Guennie ***************************************************************************************** Wenn eine PV-Anlage montiert ist, liegt der verständliche Wunsch nahe, den selbst erzeugten Strom, auch für die Wärmepumpenheizung zu nutzen. Immer wieder lese ich von der Idee, nur das Warmwasser (Trinkwasser). Bei PV-Überschuss, auf welchem Weg auch immer (Wärmepumpe, Zusatzheizstab u.s.w.) zu beheizen. Die Idee ist durchaus nachvollziehbar, da dies die einfachste und somit kostentechnisch auch günstigste Möglichkeit ist, einen möglichen PV-Überschuss selber nutzbar zu machen. Diese Idee ist jedoch meiner Meinung nach zu kurz gegriffen, und bei weitem nicht die Effizienteste Lösung. Warum dies so ist möchte ich nun veranschaulichen. Hier ein kleines Rechenbeispiel - ich habe mir z.b. eine 8,5kWp PV mit einem 21 kW Batteriespeicher gebaut, regelungs- und messtechnisch in die Haustechnik integriert, somit sind dies Ergebnisse aus der Praxis - und somit echte gemessene Werte, mit folgender Konstellation: Die Warmwasser-Beladung des 300L Puffer erfolgt so, dass bei 42 Grad die Wärmepumpe startet und auf 55 Grad hochheizt - egal wann - egal ob PV-Leistung vorhanden ist oder nicht - ist an der PV zufällig gerade Leistung da, wird diese genommen, ist die PV-Leistung zu wenig, kommt der fehlende Rest aus dem Batteriespeicher. Die Wärmepumpe benötigt dafür ca. 10-11 kWh an elektrische Energie für die Warmwasserbereitung pro Woche für den 2 Personenhaushalt – das entspricht ca. 1,6 kWh pro Tag. (reine elektrische Energie - gerechnet ohne PV oder Batteriestrom) Die 8,5kWp PV erzeugt bei mir im Sommer eine tägliche PV-Leistung im Schnitt von ca. 24kWh Wenn man das jetzt ins Verhältnis setzt: - Sommerbetrieb: 24*7 = 168 kWh PV-Ertrag pro Woche, davon werden gerade mal 11 kWh pro Woche für die WW-Bereitung benötigt - das sind im Schnitt nur ca. 6,5% des PV-Ertrages, welches für die WW-Bereitung genutzt werden kann. Im Umkehrschluss können somit 93,5% des PV-Ertrages nicht in den WW-Puffer geladen werden. Eine "PV-Strom Optimierung" - nur zur WW-Bereitung bei PV-Überschuss ist somit ein sehr kleiner Gewinn....... Dieses Rechenbeispiel aus meinen Anlagendaten, kann nun jeder für sich mal - als Basis zur Berechnung der jeweils eigenen individuellen Konstellation entsprechend umlegen, und dann überlegen, ob sich der notwendige Aufwand „PV-Optimierung alleine zur WW-Bereitung“ überhaupt je rückrechnet...... Völlig anders sieht das Ganze aus, wenn der PV-Überschuss zusätzlich z.b. für Fußbodenheizungskreise verwendet werden kann, indem anstelle einer WP die nur WW-Bereiten kann, gleich das komplette Heizsystem auf WP-Heizung umstellt. Zusätzliches Problem: bei uns in Ö gibt es zb. bei reinen WW-Wärmepumpen keinerlei Förderung, bei der kompletten Umstellung von zb. Gas auf WP dafür sehr hohe Förderungen.........was die Anschaffung einer reinen WW-Wärmepumpe von der Rentabilität her zusätzlich verschlechtert........ Bei einer kompletten Umstellung auf eine WP-Heizung hast zusätzlich zum Förderbonus folgende Vorteile, die Du bei einer reinen WW-WP nicht hast : Wenn – sobald die Heizperiode beginnt, z.b. am Nachmittag bei PV-Überschuss mit etwas mehr Vorlauftemperatur die FBH "überladen" werden, und auf diese Weise der Estrich sozusagen als „Kachelofen“ verwendet wird. In der Nacht wird durch diese Überladung das Haus, alleine durch die Energie aus dem Estrich warmgehalten, und die Wärmepumpe kann in dieser Zeit (wo kein PV-Strom verfügbar ist) komplett ab geschalten werden. Oder im Winter kann auf diese Weise aus Frostschutz / Taktungsgründen an der min. Leistung der Wärmepumpe durch die Nacht gefahren werden. Dies macht die Wärmepumpe dann auch von selber, da ja die Raumtemperatur, bzw. Speichertemperatur aus dem Estrich dafür "warm" genug ist. Ergebnis vor der Komplettumstellung : bisherige Heizkosten Gas: 1700.- € / J + Strom für den Haushalt : ca. € 700.- Ergebnis nach der Komplettumstellung 8kwp PV / 21kW Speicher / WP-Heizung: Heizkosten 0 € + Stromüberschuss Vorausberechnete Vergütung aktuell ca. € 2000.- / J Das Ganze ist zwar "sehr begrenzt" auch mit der internen Wärmepumpenregelung möglich, z.b. mit der Heizwasserpufferanhebung, bzw. der Raumtemperaturanhebung bei PV-Überschuss usw. Die WP-internen Möglichkeiten sind dafür aber eher sehr einfach auf "es Geht, und ist recht einfach zu Parametrisieren“ ausgelegt. Eine Optimale Regelung sieht dann doch etwas anders aus, und ist auch wesentlich aufwändiger...... Möchte man eine "optimale PV-Nutzung" im Heizungssystem bleibt derzeit leider nichts anderes übrig, als sich diese Regelung selber zu "basteln", oder um teures Geld Maßschneidern zu lassen. Ist Hardware und Softwaretechnisch ein ziemlicher Aufwand, aber wenn es funktioniert, dann hat man dafür eine optimale Nutzung der PV-Energie - und braucht dafür nicht einmal tief in die WP-Leistungsregelung (Leistungsreduzierung etc.) eingreifen...... Warum die WP-Hersteller solche verbesserten Regelungen noch nicht direkt in deren Software implementiert haben, ist für mich nicht nachvollziehbar......Entsprechende "Messsignale" sind ja auch jetzt bereits problemlos über den Datenbus integrierbar, somit scheitert es letztendlich nur an den entsprechenden Software-Bausteinen in der WP-Regelung, bzw. an einem gemeinsamen standardisiertem Datenprotokoll zwischen Wärmepumpenherstellern, und der PV-Wechselrichterhersteller........ *****************************************************************************************
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