Hallo zusammen. @Benjy Gut, dass du dich so gut es eben geht mit dem Thema WP und allem, was dazu gehört, auseinandersetzt. Das wird Dir enorm dabei helfen eventuelle Fehlplanungen oder Falschbehauptungen deines HB frühzeitig zu erkennen, bevor das Kind, wie bei mir und vielen anderen, sprichwörtlich in den Brunnen gefallen ist. Denn danach wird es u.u. ein Kampf gegen Windmühlen. Leider ist es heutzutage usus, dass die meisten HB ihren Kopf ausschalten und sich bei der Auslegung der WP und deren Richtigkeit komplett auf den Hersteller verlassen. D.h. der Hersteller liefert u.a. anhand der ermittelten Heizlast(auch das macht scheinbar kaum noch ein HB oder ist dazu nicht in der Lage) deines Gebäudes nicht nur die WP sondern, legt auch die dafür nötige FBH aus. Erschwerend hinzu kommt, dass die meisten HB das ganze vor dem Einbau auch nicht mehr infrage stellen oder überprüfen, wozu sich verplichtet sind. Am Ende heißt es dann häufig es sei auschließlich die Schuld des Hertellers. Das ist jedoch grundlegend falsch. Es ist häufig eine Kombination aus beiden. Ich für meinen Teil habe damals aufgrund des Hausbaus einfach nicht die Zeit und Kenntnisse gehabt, um gewisse Sachen erkennen zu können. Ich musste mich also mehr oder minder blind auf meinen HB verlassen, was sich im Nachhinein als fatal herausgestellt hat. Ich habe ähnlich wie du etwa 140m² beheizte Fläche(FBH). Der HB schickte mir damals ein Angebot, woraus hervorging, dass es ein Vitocal 222-s .....C09 werden soll. Ich stellte das Ganze damals nicht infrage und nahm das Angebot an. Irgendwann wurde dann Innen- und Außeneinheit geliefert. Da fiel mir sofort die große Außeneinheit auf, die ich bis dato nur an größeren oder älteren Bauten gesehen hatte. Ich rief umgehend den HB an und sagte ihm, dass das nicht richtig sein könne. Er sagte zu mir ich solle mir keine Sorgen machen. Er habe die Anlage bewusst größer gewählt, damit sie auch an kalten Tagen nicht an ihre Grenzen kommt. Wie oben bereits erwähnt, kannte ich mich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich mir der Materie aus. Die Anlage wurde kurze Zeit später inbetriebgenommen und besteht bis heute u.a. aus folgenden Komponenten: Inneneinheit, Außeneinheit, Reihenpufferspeicher(42l) und Überströmventil. Ein zusätzlicher Heizwasser-Pufferspeicher war von Anfang an nicht vorgesehen. Nach etwa einem Jahr fiel mir auf, dass die Anlage unverhältnismäßig viel Strom verbrauchte. Ein Blick in die Steuerung ergab, dass sie höllisch taktet, sobald es draußen wärmer wird. Der Verdichter hatte zu diesem Zeitpunkt bereits über 12000 Starts hinter sich, bei insgesamt 4031 Arbeitsstunden. Nach eingehender Recherche stellte sich heraus, dass die WP deutlich überdimensionirt ist. Um das Takten erstmal einzudämmen, drehte ich sämtliche Ventile voll auf und das ist bis heute so. Alle Versuche das Ganze über den HB zu klären, liefen ins Leere. Also habe ich einen Sachverständigen beauftragt und dieser hat festgestellt, dass nicht nur die WP deutlich zu groß sei, sondern auch eine überhöhte Heizlast zugrunde gelegt wurde und die Größe der FBH nicht zur Anlage passe. Diese kann nämlich den erforderlichen Mindets-Volumenstrom von 1400l nicht bereitstellen. Er kam zu dem Ergebnis, dass eine C06 völlig ausreichend gewesen wäre. Um einen Austausch zu vermeiden und um die Anlage "ans Laufen zu bekommen", bedürfe es eines 500l Pufferspeichers, jedoch fehle dazu der Platz in dem kleinen Heizraum. Es kam zu einem Klageverfahren, welches bis heute(bald 3 Jahre) andauert. Im Zuge dieses Vefahrens wurde das Gutachten wegen angeblicher Beffangenheit nicht akzeptiert und es folgte ein Gerichtsgutachten und zwei weitere Ergänzungsgutachten. Bereits im ersten Gerichtsguachten wurde festgestellt, dass die WP, aufgrund der von ihm ermittelten Gesamtheizlast(5.382 Watt) deutlich zu groß sei, könne aber im monovalenten Betrieb betrieben werden. 🙂 🙂 🙂 Na klar. Warum nicht? Auch eine noch größere Anlage könnte man monovalent betreiben. Lach. Weiterhin stellte sich heraus, dass der HB nicht die FBH von VM genommen hat, sondern die der Firma X Auch dieser hatte die erforderliche Gesamtheizlast(8213 W) völlig falsch berechnet und auf Basis jener die FBH ausgelegt. Hinzu kommt, dass der HB die FBH nicht so verbaut hat. Er hat einfach ein paar Kreise weggelassen. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob der Gutachter den Istzustand berücksichtigt hat. Im Gutachten legt er die ursprüngliche Heizungsrohrnetzberechnung zugrunde und nicht den Istzustand. Die Berechnete FBH hat einen max. Volumenstrom/Massenstrom von 1195 Liter/h, jedoch nur wenn alle Ventile voll aufgedreht sind. Laut seiner Hezlastberechnung benötigt unser Haus im Auslegungsfall etwa 590 Liter/h. Das verbaute Überströmventil stellt sicher, dass der Volumenstrom ständig gewährleistet ist. Promblem dabei ist, dass das warme Heizwasser im Vorlauf über den Rücklauf wieder zur Heizung geleitet wird und die Anlage somit ins Takten gerät. Kurz gesagt. Verlegte FBH begrenzt den Volumenstrom. Folglich würde sich hier anbieten einen Pufferspeicher zu verbauen, um den benötigten Volumenstrom bereitzustellen, was auch die Starthäufigkeit des Verdichters minimieren würde. darüber hinaus könne dadurch die Effizienz der Heizung erhöht werden. Er erwähnt hier zwar den Pufferspeicher, doch die benötigte Größe nennt er nicht. Zwei Ergänzungsgutachten später, behauptet er, dass man das vorliegende Problem mittels eines 200L Speichers in den Griff bekommen würde. Außerdem hätte dieser auch von Anfang eingeplant werden müssen. Desweiteren behauptet er, dass selbst im Falle eines Austausches eine C06 mit einem min-Volumenstrom von 700Liter/h im vorliegenden Fall diesen 200L Speicher brauche. Das Ganze Dilemma ist bis heute nicht gelöst. Das ist einfach nur traurig. Ich für meinen Teil bezweifle, dass dieser Speicher großartig was ändern würde. Das die Gegenseite sich damit einigermaßen aus der Affäre ziehen will, ist nachvollziehbar. Ich hoffe das war jetzt nicht zu viel Text. Wie du jedoch siehst, kann hier u.u. sehr viel schieflaufen. Sei einfach so gut es eben geht aufmerksam und hinterfrage gewisse Dinge. Ich hoffe inständig, dass du nicht irgendwann vor einem ähnlichen Problem stehst wie ich und viele andere Leidensgenossen. VG
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