Hallo, der Punkt mit dem Bypass Ventil bezieht sich rein darauf, wie bei einem Radiatoren-Einkreis System der hydraulische Abgleich durchgeführt werden kann. Diesen Punkt habe ich nur deswegen im Dokument aufgenommen, da noch alte Bestandsanlagen vorhanden sind, wo die Radiatoren-Heizkreise als Einrohrsystem ausgeführt sind. Moderne Radiatoren-Heizungsanlagen, so wie auch FBH-Heizungen werden als "Zweikreis System" installiert, und hier ist der Abgleich komplett anders durchzuführen. Deshalb auch hier ein eigener Abschnitt im Dokument. Das was hier noch noch fehlt, eventuell einen eigenen Abschnitt zu schreiben, wie der Abgleich bei einem FBH - Heizkreisverteiler konkret funktioniert. Vom Grundprinzip her ja nicht anders als wie bei einem Radiatoren-Zweikreissystem, welches ja beschrieben ist. Der Nächste Punkt mit dem tagsüber aufheizen, und dann entsprechend weit abfallen lassen, mach nur bei einem FBH System dann Sinn, wenn man zb. eine PV-Anlage hat, und den PV Überschuss vom Tag im Estrich vor zu speichern, und in der Nacht-wenn keine PV Energie vorhanden ist, die Räume über die Überschussenergie im Estrich Warm zu halten. Klar ist, das am nächsten Tag, dieses - dann stärkere "Defizit" wieder (über PV-Energie) nachgeladen werden muss. Aber das ist ja letztendlich auch der Sinn des Ganzen: den PV-Überschuss vom Tag nicht ins Netz verkaufen zu müssen, sondern diesen selber in der Nacht nutzen zu können. 😉 Das Ganze "Überheizen/Absenken) macht natürlich absolut keinen Sinn, wenn man keine PV-Anlage hat, und die gesamte Energie aus dem Netz beziehen muss. Da Du ja eine WP mit FBH hast, ist auf Grund der Massenträgheit des Estrich eine ERR schon mal - ich sag es direkt - Sinnlos. Warum ich das so sehe - hier der technische Hintergrund dazu: Heizenergie kann immer auf zwei Wege in die Räume übertragen werden - entweder durch langsamen Transport (Strömung), dafür mit hoher VL/RL "Spreizung" (Radiatoren), oder mit schnellem Transport (Strömung), dafür mit geringer Spreizung. Eine WP arbeitet am effizientesten, wenn diese mit möglichst geringer Temperatur (Spreizung) betrieben wird. Um auf diese Weise ausreichend Energie übertragen werden kann, muss somit der Energietransport möglichst schnell sein - das ist auch der Grund, warum bei einem WP System immer eine Mindestströmung im System vorhanden sein muss, und warum die WP mit einer FBH auch einen höheren Wirkungsgrad hat, als mit Radiatoren. Wenn Du "klassische" ERR - Regler in den Räumen hast, dann sind das keine Thermostate, wo Du eine bestimmte Raumtemperatur einstellen kannst, oder welche auf Grund sich ändernder Raumtemperaturen die Stellmotoren weiter öffnen oder schließen. Das sind normalerweise nur "Fernbedienungen" über die Du die Stellmotoren an den FBH-Verteilern etwas weiter öffnen und schließen kannst. Diese "Fernbedienungen" Regler, Elektronik - "Klimbim" kann man sich sparen, wenn über die Durchflussregler einmal manuell das komplette Haus hydraulisch sauber abgeglichen wird. ist alles hydraulisch Abgeglichen, und die Heizkurve richtig eingestellt, werden im gesamte Haus alle Räume problemlos über den AT Fühler auf der jeweiligen festgelegten Temperatur gehalten. Einfach am Flowmeter der FBH einen Durchfluss zu Reduzieren kann durchaus richtig sein, kann aber auch der falsche Weg sein. Hier kommt es immer auf die Gesamtsituation an. Das Effizienteste bei einem WB / FBH System ist vom Grundprinzip her immer (Kurzfassung): Alle ERR Regler komplett auf maximum offen stellen. Alle Flowmeter komplett öffnen. (vorher die aktuellen Einstellungen notieren) Jetzt wird sich die Temperatur in den Räumen so einstellen, das es Räume gibt die zu warm werden, andere wiederum zu kalt. Wurde die Planung und der Einbau der FBH in die Räume korrekt durchgeführt, dürften die Temperaturdifferenzen zwischen den Räumen nicht zu groß sein. Das nächste Ziel wird nun sein alle Räume auf ein gleiches Temperaturniveau zu bringen - die Temperaturhöhe ist aktuell noch nicht wichtig. Das gleiche Temperaturniveau wird dadurch erreicht, indem man das, bzw. die Flowmeter vom wärmsten Raum, bzw. wärmsten Räumen etwas schließt. Dieser Raum bzw. diese Räume wird / werden nun etwas "kühler" werden, dafür alle anderen Räume etwas wärmer. Dieses Vorgehen Schritt für Schritt so lange wiederholen, bis sich in allen Räumen die gleiche Temperatur eingestellt hat. Hat man dies geschafft, hat man eine Basis geschaffen - auf der man die weiteren Einstellungen vornehmen kann: Sind nun alle Räume zu kalt, so ist in der Heizkurve das Niveau etwas zu erhöhen, sind nun alle Räume zu warm das Niveau etwas verringern..... Haben alle Räume nun eine gleiche - richtige Temperaturhöhe, so kann man jetzt bei Räumen die man immer etwas kühler haben möchte über die Flowmeter den Durchfluss etwas reduzieren. Bei Räumen wo die Temperatur von der Basis her richtig ist, diese Räume jedoch temporär etwas kühler haben möchte, das kann man nun über die ERR-Fernbedienungen dann machen --> Normalbetrieb ERR komplett offen, temporär etwas kühler ERR temporär etwas reduzieren. lg Guennie
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