Hallo , ich möchte hier auch Servicetechniker von Viessmann mit ansprechen .
Seit April 2025 besitze ich eine WP oberer Ausführung . Das Wetter war mild und ich brauchte mich nicht um die Einstellung kümmern . Bis Mitte Oktober hatte ich 362 Bh und 562 Starts . Dann habe ich die Heizung zugeschaltet . Ich habe ca 50qm Fußbodenheizung und ca 100qm für Heizkörper .
Mein Haus wurde 1998 gebaut und ist mit einem Wärmeverbrauch von 62,1 KWh/qm a angegeben laut Zertifikat . Nach Einbau der WP wurde kein Abgleich durchgeführt . Ich habe dem HB die Auslegung der Baugröße überlassen . Er sagte mir das Zertifikat bezüglich Wärmeverbrauch bauche er nicht , das bekommt er so hin . Jetzt im Oktober brauchte ich Wärme aber mit der Einstellung vom April war nichts zu machen . Also begann ich mit den Heizkurven zu arbeiten . Ich habe aber keinen vernünftigen Betrieb hinbekommen . Bis Oktober war das Verhältnis von Starts zu Betriebsstunden auch nicht berauschend . Ich informierte den Heizungsbauer das erste mal bei 30 min Laufzeit / Start : Aussage vom HB . Kein Problem . Das zweite mal bei 25 min Laufzeit/Start : Aussage vom HB . kein Problem . Er hat mir aber nie gesagt wo die Grenze ist . Er sagte die WP kann bis zu 3 Starts pro Stunde ab ( 72 Starts/Tag !!!!! ). Dann habe ich mich im Internet ein bisschen " schlau " gemacht . Die Aussagen vom Heizungsbauer sind überhaupt nicht nachzuvollziehen . Ich habe jetzt meine Heizkurven angepasst( Heizkörper Neigung 0,6/Niveau 6 , FB-Heizung Neigung 0,4 / Niveau -2 ) und erreiche ein Durchlaufen der WP bei ca -2°C Außentemperatur . Dafür muß ich mein Haus um ca 2°K " Überhitzen " . Über den Stromverbrauch wollen wir erstmal nicht reden . Dann läuft die WP im Bereich von 25-30 %.
Was kann ich tun um ein vernünftiges Bh/Start - Verhältnis zu bekommen ?
Durch meine Eistellung habe ich mich auf ein Verhältnis Bh/Start von 55 min / Start hochgearbeitet . Auch Dank der niedrigen Außentemperaturen . Bald kommt die Übergangszeit und dann geht das
" Takten " los . Habe ich eine zu große Wärmepumpe ??? Gebt mir einen Rat . Was ist zu machen .
Laut Heizungsbauer ist die Baugröße 10 KW richtig sonst bekomme ich das Haus nicht warm .
Einen Servicetechniker von Viessmann bekomme ich nur über den Heizungsbauer . Bringt das was ?
Hast du deine Anlage denn nicht von der KfW fördern lassen? Denn für die Förderung ist ja eine raumweise Heizlastberechnung notwendig ...
LG, Sebastian
Das Thema Heizlastberechnung ist völlig überbewertet und oft falsch. Bei einer Inverter WP empfehle ich grundsätzlich eine Überdimensionierung, da der beste Wirkungsgrad des Kompressors bzw. die beste Arbeitsszahl weit im Teillastbereich liegt. Darüber hinaus kann das Heizregister ausgeschaltet bleiben und dient nur als Back Up bei Verdichterausfall.
Übrigens sagt der Verdichterhersteller Hitachi-Highly explizit und unmissverständlich in seiner Spezifikation, dass max. bis zu 6 Starts pro Stunde zulässig sind. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass das gut ist. Vielmehr ist bzgl. max. Lebensdauer ein ausgewogenes Verhältnis von Laufzeit zu Starts anzustreben, was nach meiner qualifizierten Einschätzung bei grob ca. 1 Start/h liegt.
Zunächst mal gilt es die Wärmespeicherperformance bzgl. Wärmeisolation deines Hauses auszuloten.
Dazu gilt grundsätzlich bei einer Luft WP den Heizschwerpunkt um die Mittagszeit zu konzentrieren und außerhalb abzusenken. Diese Strategie ist so lange zu optimieren bis es in den Absenkphasen unangenehm kühl wird. Dadurch wird einerseits die Arbeitszahl optimiert, da in der Mittagszeit die Außentemperatur statistisch hoch signifikant höher ausfällt als in sonstigen Tageszeiten. Eine gute Arbeitszahl bedingt bei jeder WP eine möglichst geringe Differenztemperatur zwischen Quelle und Heizfläche. Auch wenn durch diese Strategie höhere Vorlauftemperaturen erforderlich werden, so ist diese Erhöhung praktisch immer kleiner als der sogenannte Tagesgang der Aussentemperatur und damit praktisch immer (mehr oder weniger) erhöhend die Arbeitsszahl.
Parallel dazu steigt die mittlere Verdichterlaufzeit und die Anzahl an Starts sinkt.
Das erfordert einige Wochen lang experimentelles Ändern der Heizzeiten, der Raum Soll-Temperaturen und der Heizkennlinie.
Im letzten Schritt lässt sich die Abschalthysterese ändern/erhöhen (zb von 2 K auf 4K) mit parallel reduziertem Offset von -2K in der Heizkennlinie.
Bewährt haben sich in meinem Fall 3 Heizzeiten, jeweils 2 mit Raum Soll 21 Grad morgens und abends und einer großen Heizzeit mit Raum Soll 25 Grad C von 10:30 bis 14:00, nahtlos gefolgt von EINEM WW Zyklus. Dazwischen abgesenkt auf 19 °C.
In meinem Fall liegt diese Überdimensionierung gewollt bei 40% über der theoretischen Heizlast.
Durch die oben beschriebenen Maßnahmen liegt die JAZ im Heizbetrieb bei angezeigten 5,8 und die mittlere Verdichterlaufzeit bei über einer Stunde, wobei 3 (>0°C außen) bis 5 (< 0°C außen) Verdichterstarts pro 24h anfallen und auch die Verdichterlaufzeit entsprechend klein bleibt.
Die Fußbodenheizung ohne Speicher erlaubt dabei eine mittlere Raumtemperatur von 21,5°C mit einer kaum spürbaren Schwankungsbreite von ca. +-0,5°C.
Eine JAZ von 5,8 ist durchaus beeindruckend. Du hast ein komplexes Gleichgewicht aus Überdimensionierung, erhöhter Hysterese und eingeschränkten Heizzeiten aufgebaut.
Die Frage ist aber, ob sich ein solches Konzept in der Breite durchsetzen kann. Die wenigsten kriegen heute bei einer WP auch nur einen effizienten, takt-minimalen Betrieb hin, da wirkt ein solches Konzept für HB und Besitzer doch total überfordernd.
Gruß Gwyn
Mit Heizkörpern ohne Puffer funktioniert das leider auch nicht so, weil der Estrichspeicher fehlt. Da dürfen ohne Komforteinbußen die Heizpausen nicht zu groß werden. Mit einer vergrößerten Ausschalthysterese habe ich auch schon gearbeitet. Dabei entsteht allerdings das Problem, dass solange die WP im Bereich ihrer Minimalleistung arbeitet, die Ist-RT deutlich von der Soll-RT abweichen kann, da sich eine VLT im Bereich von Soll-VLT bis Soll-VLT+Auschalthysterese einstellen kann. Erst wenn die VLT über der Hysterese liegt, wird das Temperaturintegral gebildet, was dann zur Abschaltung führt.
@ABR Genau der Grund warum ich eine 2K Hysteres mit RL-Steuerung vorschlage.
@gwynlavin Ich bin mir da bei mir gar nicht so sicher. Klar gibt es das Problem, dass die VLT nach der Abschaltung fast sprunghaft auf RLT-Niveau absinkt. Bei zu kleiner Einschalthysterese führt das sofort zur Aufsummierung des Temperaturintegrals und bei größerer Spreizung zu einem sehr schnellen Wiedereinschalten. Deshalb habe ich für die Einschaltunghysterese 4K eingestellt, die damit deutlich über der Spreizung liegt. Umgekehrt reagiert die WP nach einer Wiedereinschaltung sehr schnell auf eine Überschreitung der Soll-VLT und regelt die WP auf Minimalleistung ab, was dann zu einer längeren Laufzeit führt. Bei einer RLT-Regelung würde die WP deulich länger bei höherer Leistung laufen und wahrscheinlich entsprechend eher wieder abschalten. Probieren kann ich es leider nicht.
Hallo @ABR!
Klar sinkt die VLT nach abschalten der WP schnell auf die RLT ab, da diese näher an der allgemeinen FBH Temperatur liegt. Danach sinkt die Temperatur im HK aber nur langsam und startet erst nach längerer Zeit wieder die WP. Zum aufsummieren des Temperaturintegrals kommt es bei meiner Einstellung eines Monovalenten Betrieb mit RL-Steuerung überhaupt nicht.
Auch stimmt deine Theorie, dass es bei RL-Steuerung zu einem übersteuern der WP beim Start kommt so nicht mit meiner Beobachtung überein. Meine WP läuft im allgemeinen mit minimaler Anfangsleistung an und schaltet recht schnell weiter runter auf minimale Leistung. Ich vermute dieses liegt an der eingestellten geringen Unterschreitung der Zieltemperatur von nur 0,5K beim Einschalten (Parameter 7304 auf 5).
Zu einer längere hohe Anlaufleistung kommt es nur beim ersten Aufheizen nach erreichen der Heizgrenze, wenn die FBH stärker ausgekühlt ist und dadurch eine größere Differenz zur Zieltemperatur aufweist. Aber auch hier wirkt die insgesamt niedrigere RL-Soll-Temperatur dämpfend - bei VL-Steuerung hatte ich hier eine viel deutlicher Steigerung während der Aufheizphase.
Aus dieser Erfahrung würde ich sagen, dass es auch gar nicht so gut ist, die Heizgrenze sehr niedrig zu setzen, zumindest funktioniert bei mir eine Heizgrenze von 12°C bis 14°C bezüglich Komfort und Takt deutlich besser als eine Heizgrenze von 10°C.
Insgesamt hat sich durch die RL-Steuerung mit niedriger Hysterese vor allem der Selbstregulierungseffekt der FBH bei Solaren Wärmegewinnen massive verbessert. Die WP reagiert jetzt sehr viel schneller mit einer Minderung der Leistung und das früher beobachtete Überhitzen in den Übergangszeiten um 3 bis 4K hat sich auf angenehme 1K reduziert, da die WP ggf. auch schnell abschaltet bzw die Wärme abtransportiert.
Gruß Gwyn
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