Hallo liebe Community,
für ein Gebäude mit einer Heizlast von abgeschätzten 17-18 kW wurde vom Heizungsbauer eine Vitocal 252.A19 vorgesehen (Jahresverbrauch ca. 40.000 kWh per Gasheizung). Nun habe ich aber in der offiziellen Planungsanleitung von Viessmann der Vitocal 250-A bei dem Betriebspunkt A-10/W55 nur eine maximale Wärmeleistung von 10,63 kW gelesen. Wo ist jetzt die ganze Mehrleistung etwa gegenüber der .A13?
Am selben Standort ist bereits eine Vitocal 252.13 bei einem anderen Gebäude in Betrieb, das etwa die Hälfte an Wärme benötigt (ca. 20.000 kWh) mit einer Heizlast von etwa 9-10 kW. Hier lief das Gerät 2024 mit einer JAZ von 4 und 2025 mit einer JAZ von 3,6. Ich bin daher etwas skeptisch, was die .A19 betrifft, ob sie die Heizleistung überhaupt erbringt ohne ständige Zuschaltung des Heizstabs und auch gesichert Arbeitszahlen von über 3 realisiert werden können.
Hat die .A19 die technischen Voraussetzungen, um diese Leistungen zu erzielen? Sind hier ein leistungsfähigerer Verdichter und größerer Verdampfer verbaut? Ich hätte für den Betriebspunkt von A-10/W55 eher monovalente Heizleistungen von 16-18 kW als absolute Vorraussetzung gsehen.
Besten Dank für alle Art von Hilfe und Tipps im Voraus!
Hallo @Seneca!
Grundsätzlich ist es nicht übliche eine WP auf 100% der Heizlast auszulegen, da eine solche Auslegung eine zu hohe Minimalleistung verursacht, welche zum Takten und einem ineffizienten Betrieb führt.
Daher werden WPs üblicher Weise für den bivalenten Betrieb mit 75%-80% der Norm-Heizlast ausgelegt, so dass der Zusatzheizer statistisch nicht mehr als 5% des Wärmebedarf bereitstellt. Die exakte Berechnung sollte über die Temperaturverteilung in deiner Region erfolgen (siehe Klimakarte BWP).
Für welche Betriebstemperatur die WP dabei ausgelegt werden muss hängt von der Hydraulik des Heizsystems ab, und lässt sich nicht anhand der Heizlast ermitteln. Hier muss man immer auf das Gesamtkonzept inklusive Austausch von Heizkörpern schauen. Ein Aussage: hat bei W-10/55 nur 10,63kW ist zur Bewertung nicht ausreichend. Hier hilft nur eine exakte Berechnung der Gegebenheiten.
Gruß Gwyn
Vor so einem ähnlichen Problem stehe ich auch.
Ich würde auch gerne das andere Haus sanieren, was auch mit Gas beheizt ist, und der Jahresverbrauch
etwa dem entspricht.
Hier 2 Gebäudehälften die 5 kleinere Eigentumswohnungen beeinhalten.
Entweder die 250AH A19 als Hybrid System.
Oder einfach die Heizkreise trennen und 2x 250A A10 einbauen, dann ohne Mischer mit je 600L Puffer.
Das würde auch optimal funktionieren, wenn mal eine Wohnung nicht vermietet ist.
Hier ständen dann etwa bei -10/55 noch fast 17KW Heizleistung zur Verfügung.
Desweitern könnten Vicare Thermostate den hydraulischen Abgleich übernehmen.
Gruß Frank
@Seneca schrieb:Nun habe ich aber in der offiziellen Planungsanleitung von Viessmann der Vitocal 250-A bei dem Betriebspunkt A-10/W55 nur eine maximale Wärmeleistung von 10,63 kW gelesen. Wo ist jetzt die ganze Mehrleistung etwa gegenüber der .A13?
Axy bezeichnet bei VM die Leistungsklasse. Diese entspricht etwa der Maximalleistung bei A7/W35. (Nur die A10 fällt hier etwas aus dem Rahmen.) Es sagt also fast nichts über die Maximalleistung im Bereich der Heizlast bei Auslegungs-/Bivalenztemperatur aus. Insofern stimmt es, dass die A19 sehr unausgewogen daherkommt. Eine Aufteilung auf 2 kleinere Anlagen, wie @Frankg63 erwähnt hat, erscheint da wesentlich stimmiger, ist aber eben auch teurer. Eine Zusammenschaltung zur Kaskade würde den unteren Modulationsbereich auf den einer kleinen Anlage erweitern. M.W. macht dann aber nur die Leit-WP die WW-Bereitung.
Hier ist das Problem das die Haushälften verschiedene Sanierungsstände haben.
Das eine Haus Solarertrag hat, was bei dem anderen wegfällt.
Ich werde das mal einzeln mit der Polysun Software durchrechnen, mir beim Studi nebenan nochmal eine
Education Lizenz für ein halbes Jahr besorgen.
Wenn die mir nicht fehlenden Wärmebedarf rauswirft ist das dicke grün.
Alternatative wäre eine EU15 von Lamda, die ist aber auch nicht billiger als 2 Vitocal.
Gruß Frank
Hallo @gwynlavin !
Vielen dank für die präzise Antwort und auch Danke an alle anderen Beiträge hier im Thread. Ich muss sagen, dass ich enttäuscht bin von den technischen Eigenschaften der Luftwärmepumpe A19, da ich hier sehr viel bessere Leistungsdaten bei kalten Temperaturen erwartet habe. Und dass man eine Wärmepumpe auf eine absichtliche Minderleistung, die den Heizstab benötigt auslegt, halte ich noch für einen inhärenten Nachteil der aktuellen technischen Umsetzung. Hier müsste man langsam mal anfangen ein 2-Verdichter System oder ähnlich einzuführen, um eine sehr viel breitere Modulationsweite der Leistung zu erreichen.
Als Fazit der Sache habe ich also für mich festgehalten, dass die A19 nur ein etwas geringeres Übel ist bei der Effizienz, mit dem Nachteil des höheren Kaufpreises. Ob sich das jemals rechnet, müsste man also einmal scharf nachrechnen...
Um meinen Punkt noch einmal etwas anschaulicher zu verdeutlichen, habe ich einen Graphen erstellt mit den Leistungsdaten der A13 und der A19. Hier sieht man, dass man bei der A19 in den "kritischen" Temperaturen nur etwa 1-2 kW monovalente Heizleistung hinzugewinnt , dafür aber ab 8° C eine Überleistung bekommt und das Takten einsetzen muss:
Würde es daher nicht einfach Sinn machen die A13 zu wählen und zu Gunsten von geringerem Takten und geringerem Kaufpreis die etwas geringere Effizienz in Kauf zu nehmen?
Hallo @Seneca!
Hängt tatsächlich von der Norm-AT und der Temperaturdichtefunktion an deinem Wohnort ab. Man muss wie gesagt konkret den statistischen Einsatz des Durchlauferhitzer berechnen, um eine Entscheidung treffen zu können.
Gruß Gwyn
Mein Favorit wäre die 250AH A16.
Ein 600L Puffer würde auch in den 2m hohen Keller passen.
Zum Ausgleich eine BWWP wie die Vitocal 262 T2W.
Ein Edelstahl Warmwasser Speicher mit 2 Wendel Wärmetauschern wäre vorhanden, der mal für Solar Thermie vorgesehen war, aber nie realisiert wurde.
WP und BWWP an je einen Wendel Wärmetauscher.
Der Gaskessel ähnlich unserem Öl Kessel bleibt erstmal zur Sicherheit.
Die Heizkörper mit Heizkörperlüftern ausstatten, größtenteils 22er aber auch ein paar 33er.
Wärmemengenzähler pro Wohnung sind vorgesehen und brauchen nur eingebaut werden.
3 Öfen sind zusätzlich vorhanden und werden mehr oder weniger benutzt.
Somit dürfte auch die Elektrik unproblematisch werden.
Bei max 45 Grad Vorlauf werden höchstens 4,5KW Leistung aufgenommen.
Da auch der Montageaufwand nicht zu allzu hoch ist, dürfte das ein günstiges Preis/Leistungsverhältnis
ergeben.
Gruß Frank
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