Hallo,
im Jahr 2023 wurde folgende Wärmepumpe bei mir in Betrieb genommen:
„In.einh. Vitocal 222-S AWBT-E-AC 221.C16“.
Verwendet wird sie in einem Einfamilienhaus mit 146qm Heizfläche, massive Bauweise, 3-fach-verglaste Fenster und Fußbodenheizung. Die Heizlastberechnung für dieses Haus ergab damals (2022) 9 kw - unsere Wärmepumpe hat eine Leistung von 15 kw. Seit Inbetriebnahme haben wir 21.930 Starts des Verdichters mit 8.773h zu verzeichnen - also zu viele Starts und zu kurze Laufzeiten. Die Hydraulik wurde bereits überprüft und die Heizkurve auch (optimal und minimal) eingestellt: 30 Grad Vorlauf bei 0 Grad Außentemperatur.
Nun meine Frage:
Hat die Wärmepumpe zu viel Leistung? Wenn ja, ist es möglich, die Leistung zu regeln?
Hallo,
die In.einh. Vitocal 222-S AWBT-E-AC 221.C16“ wird für 4 verschiedene Außen Einheiten verwendet.
Du musst dich leider nach draußen begeben und dort das Typenschild ablesen, oder diese Seriennummer posten.
>> zu viel Leistung?
kann, muss aber nicht sein.
Gibt es im Technikraum noch einen Heizungspufferspeicher?
Zunächst vielen Dank für den Hinweis.
Folgende Außeneinheit wird verwendet:
VITOCAL 200-S, AWB-AC 201. D16 /
Herstellnummer: 7727677206366125.
Einen extra Heizungspufferspeicher gibt es nicht - im Technikraum befindet sich lediglich die Inneneinheit als Kompaktgerät mit integriertem Warmwasser-Speicher.
Wenn die Ausseneinheit tatsächlich eine D16 ist, ist das Gerät überdimensioniert. Erst recht ohne Puffer,aber mit FBH.
In einer FBH wird zwar viel Wärme gespeichert,diese wird aber nur langsam aufgenommen,da auch die Fließgeschwindigkeit sehr gering ist.
Die Fließgeschwindigkeit wiederum hat Einfluss auf den Volumenstrom.
Dann musst du den Erbauer der WP fragen, warum er sich nicht an die Auslegungsvorgaben von Viessmann gehalten hat.
Viessmann empfiehlt auf ca 85% der NormHeizlast auszulegen.
Je nach Normaussentemperatur für deine Postleizahl
https://www.waermepumpe.de/werkzeuge/klimakarte/
wäre vermutlich eine D09 oder D10 ok gewesen.
>>Die Hydraulik wurde bereits überprüft
was wurde da genau gemacht?
Zunächst nochmals vielen Dank für die schnellen Antworten. Ich möchte dazu noch erwähnen, dass ich selbst wenig Ahnung habe und mich erst jetzt richtig mit dem Thema auseinandersetze. Beim Hausbau wurde dem Erbauer blind vertraut, was wohl ein Fehler war. Aktuell weist der Erbauer alle Fehler von sich und ist auch nicht beratend tätig, weshalb ich jetzt hier nach Hilfe suche.
Hydraulischer Abgleich wurde (nur) bei Erstinbetriebnahme durchgeführt. Die aktuelle Prüfung kann man als solche wohl nicht bezeichnen. Ein bekannter (mit der WP eigentlich nicht beteiligter) Heizungsfachmann hat im HKV zunächst geprüft, ob überhaupt Durchfluss vorliegt. Dann wurden alle Ventile auf manuellen Betrieb umgestellt - Durchflussmenge 2 Liter pro Minute. Die Einstellung wurde deshalb vorgenommen, weil die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf zu gering war. Die Spreizung wurde allerdings nur bei ausgeschaltetem Verdichter überprüft.
>>Durchflussmenge 2 Liter pro Minute. Die Einstellung wurde deshalb vorgenommen, weil die Spreizung zwischen Vor- und Rücklauf zu gering war. Die Spreizung wurde allerdings nur bei ausgeschaltetem Verdichter überprüft.
Das ist wenig zielführend.
-wie viele Heizkreise gibt es?
-Gibt es eine Berechnung der FBH, wo man sieht wie lange jeder Kreis ist und wie viel dort theoretisch durchgehen sollte
-Google mal wie ein Überströmventil aussieht und schaue ob du so etwas bei dir im Technikraum oder in einem der FBH Verteiler vorhanden ist.
Ein hydraulischer Abgleich verschärft eine Überdimensionierung noch. Denn die übergrosse Wärmemenge muss auch weggeschafft werden.
Bei einer FBH hast aber sehr schlechte Karten .
Ich sehe hier nur zwei Möglichkeiten: entweder einen reichlich bemessenen Puffer als hydr. Weiche oder eine leistungsschwächere Ausseneinheit.
Ansonsten wird sich das Gerät tottakten.
Mahlzeit.
Prüfe, ob genug Heizkreise offen sind (Einzelraumregelung/Thermostate). Die 16kW-Maschine benötigt einen hohen Mindestvolumenstrom.
Eine zu steile Heizkurve führt dazu, dass die Anlage schnell zu viel Energie liefert, die das Haus nicht abnehmen kann – die Folge ist ein Abschalten des Verdichters.
Verwendung des Geräuschreduzierter Betrieb.
Gruß Claus-Vito
Da sind schon viele gute Ansätze dabei. Hier zu euren Fragen:
- insgesamt 11 Heizkreise zzgl. 2 für Handtuchheizkörper in den Bädern
- Überströmventil vorhanden
- Thermostate sind jetzt mit Ausnahme des Schlafzimmers (hier wird kältere Raumtemperatur gewünscht) weit geöffnet
Eine genaue Berechnung für Durchflussmenge liegt nicht vor; ggf. im Protokoll der Inbetriebnahme ersichtlich - dieses habe ich beim Erbauer (Fachbetrieb) angefordert, aber noch nicht erhalten. Habe mir die Durchflussmengen mit Hilfe des Internets soeben grob berechnet und werde diese erstmal so einstellen und weiter beobachten, ob sich etwas verändert. Ich werde in ca 2-3 Tagen ein Update dazu geben, ob sich die Werte verändert haben.
Wenn alles nichts hilft, werde ich wohl wirklich über einen zusätzlichen Pufferspeicher nachdenken.
Du kannst erstmal überall die maximale Durchflussmenge einstellen. Dann warten, ob das Gerät noch immer stark taktet.
@TheresaA damit eine C16 IDU fehlerfrei läuft braucht sie mehr als 1250 l/h
wenn du 22 l/min schaffts ist das sogar etwas mehr.
Wenn es über 1250 l/h sind, kann man das Überströmventil so ein stellen (z.B. nach Gehör), dass dort nichts mehr durchgeht.
Ein zu konservativ eingestelltes, oder gar nicht an an die Anlage angepasstes Überströmventil führt zu starkem Takten.
Die Durchflussmengen sollten in etwa proportional zu den längen der Heizkreise sein. Vermutlich wird 2/min bei manchen zu wenig und bei manchen zu viel sein.
Wenn das Überströmventil korrekt eingestellt ist und dort nichts mehr durchgeht, darf der Rücklauf nach dem Start des Verdichter erst 5-10 später ansteigen, wenn das Wasser durch den Heizkreis einmal durch ist.
Weitere Optionen:
Zusätzlich kann man noch die Hysterese höher stellen.
In der Übergangszeit mit Heizpausen arbeiten und dafür mit einem etwas höheren Nivea der Heizkurve laufen lassen, damit sie die Wärme los wird. ( z.B. von 00:00 bis 8:00 bleibt die Anlage ganz aus)
Wie schon Claus vorgeschlagen unbedingt in deinem Fall den geräuschreduzierter Betrieb von März - Dezember aktivieren. Nur im Kernwinter ohne diese Bremse betreiben.
Mit dem Puffer wird die Anlage nur noch mehr verkorkst.
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