Also das mit der Spreizung, die ja vom Volumenstrom abhängt, versuche ich mal an zwei 'Extrembeispielen' zu erklären, die real nicht gehen, aber die Sache deutlich machen: A.) Du hast unendlich großen Volumenstrom, und der betrachtete Heizkörper ist floglich überall auf Vorlauftemperatur, sagen wir 40°C, und gibt damit 500W an den 20°C warmen Raum ab. B.) Du hast so wenig Volumenstrom, dass der Heizkörper unten (am Rücklauf) auf 20°C abgekühlt ist und der Gradient verläuft linear von oben nach unten über den Heizkörper, also oben 40°C, unten 20 und in der Mitte 30°C. Weil die abgegebene Leistung proportional zu Temperaturgefälle x Fläche ist, werden nur noch 250 Watt 'transportiert'. Die 'effektive Heizfläche' beträgt nur noch 50%. Um jetzt wieder die 500W Heizlast zu decken, muss die Vorlauftemperatur 60°C betragen. Die Abgaskondensation ist dabei erheblich geringer (vergl. die Kennlinienschar auf der vorherigen Seite) und die Verluste durch den Schornstein entsprechend höher - der Wirkungsgrad des Kessels ist bei gleicher Leistung deutlich schlechter. Deswegen gibt das HA Programm auch eine Warnung aus bei derart ungünstigen Verhältnissen. >> auf dem Papier stehenden 67 Grad VL-Temperatur gelassen hätte, würde das Kinderzimmer bei 4 wahrscheinlich auch warm werden. Du musst bedenken, dass das für -20°C AT (oder so) gerechnet ist. Zumindest hat der HB die Fensterfläche mit einbezogen, viele machen sich noch nicht einmal die Mühe. Eigentlich müssten Raumgeometrie, die Verhältnisse 'hinter' den Wänden, Decke und Boden und der u-Werte besonders der Aussenwand und der nicht zum Bj gehörigen Fenster auch einbezogen werden. Naja, ich sagte ja oben schon - die Heizlast ist meist nur eine grobe Schätzung. Aber die ignorierten Warnungen sprechen für sich. Die Leistung der HK's ist für 10K Spreizung angegeben, der Abgleich läuft auf 24 raus... >> wenn ich den Durchlauf im WZ und EZ jeweils um 1 oder 2 Punkte „anheben“ würde? Wenn der Abgleich einigermassen sinnvoll wäre, würde ich sagen alles proportional anheben, damit die Verhältnisse gleich bleiben. Aber die 'Ausgangsbasis' ist eigentlich kaum zu gebrauchen. Man könnte Heimeier Easy-Plan (kostenlos) nehmen und die Daten eintragen und eine vernünftige Spreizung und mal schauen, was dann raus kommt. >> Dann fliest doch mehr Wasser durch die HK und ich könnte mit der Heizkurve ggf. noch etwas runter? Richtig! genau das wollen wir erreichen! (s.o.) >> Kann ich den Volumenstrom manuell erhöhen, wenn du sagst das 500l eher „wenig“ ist? Was hätte dies für einen Vorteil/Auswirkungen? das zweite kannst du dir wahrscheinlich inzwischen selber beantworten 😉 Zum ersten: >> (1432.1 und .2) stehen jeweils auf „0“. d.h. die Pumpe läuft aussentemperaturabhängig. 'Empfohlene Einstellung' für 1432.1 ist 120 [mbar]. Stell sie ruhig höher (vergl. oben). Sobald es störende (Strömungs-) Geräusche an den Ventilsockeln macht, kannst du ja wieder ein wenig runter gehen. Fang mit 130 an. schau dir vorher den Volumenstrom im Display an und hinterher. Wobei 10°C Aussen keine optimale Ausgangslage sind und die zugeschnürte Voreinstellung erst recht nicht, da pfeift es wahrscheinlich sofort (der Ventilzapfen ist strömungsoptimiert, die VE Blende oft eher weniger)... vielleicht doch mal EasyPlan runterladen?! ach ja, 1432.2 ist d-pv Regelung, d.h. es wird auf Differenzdruck und Volumenstrom geregelt. Das ist eine empfindliche Sache, die grob gesagt Sinn macht bei sehr engen oder extrem langen Rohren (glaubich). Den würde ich erstmal auf 0 lassen. Die Regelung auf konstanten Differenzdruck (d-p, also nur 1432.1 größer 0) sorgt dafür, dass umso mehr Wasser fliesst, je mehr Heizkörper weiter aufgedreht sind. Allerdings an der Messstelle, also sozusagen an der Pumpe. Wenn die Leitungen dann sehr stark 'im Wege stehen'/behindern, nutzt eben 1432.2 größer 0. Das birgt aber andersrum die Gefahr, dass bei wenig offenen Thermostatventilen die Versorgung zu gering ausfällt.
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