Ich denke, dass man das nicht pauschalisieren kann. Es dürfte vom Gebäude (gedämmt/ungedämmt, Wärmespeicherkapazität der Wände, Trägheit/Phasenverschiebung durch Wände) und der Anlage (HK/FBH, Kapazität Wärmepufferspeicher, Leistung in Relation zum Wärmebedarf) abhängen. Die Energie, die das Gebäude durch das Auskühlen über mehrere Stunden (z.B. um 5 K Raumtemperatur) über viele Stunden verliert, muss morgens ja genauso wieder reingesteckt werden um es wieder (in kurzer Zeit) 5K wärmer zu machen. Das wäre plus/minus null. Die "Energieeinsparung" (bezogen auf der Gebäude) in der Nacht besteht aber im Wesentlichen darin, dass ein z.B. 5K kälteres Gebäude weniger Wärmeverluste hat, als ein 5K wärmeres Gebäude und in dieser Zeit die WP dafür keine (bzw. weniger) Wärme produzieren und Strom zu verbrauchen muss. Beim morgendlichen Aufheizen nach der Nachtabsenkung muss die Wärmepumpe wieder thermische Energie reinstecken um die Temperatur in kurzer Zeit wieder um die 5K zu erhöhen. Aber weil sie das idR mit einer höheren Vorlauftemperatur als beim gleichmäßigen Heizen macht, wird sie dafür mehr elektrische Energie benötigen, als sie sonst für die gleiche thermische Energie bräuchte. Dazu kommt: Morgens, so um den Sonnenaufgang herum (also ungefähr dann, wenn eine Nachtabsenkung endet) ist im Tagesverlauf üblicherweise die kälteste Außenluft. Zumindest bei einer Luft-Wasser- WP bedeutet dieses, dass für eine gleiche Vorlauftemperatur der Kompressor/Verdichter morgens stärker laufen muss als über den Tag (wenn die Luft draußen wärmer ist). Das macht das morgendliche starke Aufheizen gleich nochmal energieintensiver/ineffizienter. Wir lassen daher unsere WP/HK ohne Nachtabsenkung durchlaufen. Falls man z.B. einen so großen Wärme-/Pufferspeicher hätte, dass das morgendliche Aufheizen ganz ohne Kompressor/Verdichterstart auskäme, oder man ein sehr schlecht gedämmtes Haus (hoher Wärmeverlust) mit dünnen Mauern (wenig thermischer Speicher in den Wänden), hätte würde das sicherlich eher für eine mögliche Nachtabsenkung sprechen. Wie gesagt, man kann es aber nicht verallgemeinern.
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