Hallo Pineduw! Ihr scheint das doch eigentlich schon ganz gut geplant zu haben. Das gesamte Kühlnetz inklusive des HK-Verteiler muss natürlich lückenlos diffusionsdicht gedämmt werden, da sich sonst auch Kondensat außerhalb der Konvektoren bildet und zu Schäden führt. Der übliche Weg ist einen Frostwächter zu installieren, der die WP abschaltet sobald die Temperatur im HK sich der eingestellten Frostgrenze nähert, so dass man kein Kühlmittel in den HKs benötigt. Damit erreicht man trotzdem die 7/12 Auslegung der Konvektoren und kann sogar noch etwas tiefer gehen. Die WP selber stellt selbst aber auch eine minimal einstellbare Kühltemperatur zur Verfügung. Wichtig ist, dass ihr die Kühl-Konvektoren passend im Haus verteilt, so dass ihr beim Kühlen analog zum Heizen den Mindestvolumenstrom und die minimale Kühlleistung der WP auch "dauerhaft" abnehmt. Wie Beim Heizfall ist das Kernproblem beim Kühlen ohne Masse, dass die WP ohne Speicher schnell zu kurze Takte neigt und dadurch innerhalb weniger Jahre stirbt. Daher der Viessmann Vorschlag einen Heiz-/Kühlpuffer einzubauen, um in jedem Takt eine Mindestleistung über den Speicher abzunehmen. Es gibt dazu zwei Optionen: (a) hydraulisch trennend, so dass der HK eine zusätzlichen Pumpe und einen Mischer benötigt und (b) im Rücklauf des HKs zur einfachen Steigerung der Wärmekapazität. Bei (a) kann man den Speicher Überkühlen und dadurch eine höhere Wärmekapazität bei kleinerem Speicher erreichen, bei (b) müsste man ggf. den Speicher etwas vergrößern hat jedoch die Ineffizienz des zusätzlichen hydraulischen Kreises vermieden. Außer den Kosten für den Speicher hat (b) aber keine negativen Auswirkungen. Natürlich ist ein Kühlen auch ohne Speicher denkbar. Dann ist es aber sehr wichtig, dass der Volumenstrom und die benötigte Kühlleistung Analog zur Heizleistung (passend zum geplanten Betrieb der Anlage) berechnet wird, damit die Hydraulik der Anlage auch für den Kühlfall richtig ausgelegt wird. Sonst taktet sich die WP beim Kühlen mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell zu Tode. Um die Anforderungen der WP zu erfüllen könnte es dann auch notwendig sein, dass ihr ein paar Konvektoren mehr installiert als geplant um die Minimalleistung richtig verteilen zu können - nur Schlafräume kühlen funktioniert vermutlich nicht ohne starkes Takten. Die Kühlleistung kann man dazu mit einer Kühllastberechnung Analog zur Heizlastberechnung nach DIN/EN 12831 ermitteln, wobei man hier auch den Wärmegewinn aus Solarer Einstrahlung auf transparenten und nicht-transparenten Bauteile ermitteln sollte. Im Heizfall wurde das früher bei Gas und Öl vernachlässigt, um den Extremfall abzudecken, bei LW-WP ist diese Vernachlässigung aber kontraproduktiv, da dieses den Bivalenzpunkt unsinnig verschiebt und zu erhöhten Takten führt. Ihr habt zwar die Solaren Gewinne durch Verschattung der Fenster reduziert, aber je nach Konzept bleibt in der Regel eine Restgewinn den man abschätzen, bzw. berechnen kann. Für die nicht-transparenten Bauteile gibt es auch Berechnungsmodelle. Hier tritt der Effekt zwar verzögert auf, trägt aber trotzdem zur Bilanz bei. Bäume und andere Verschattungen kann man dabei auch Pauschal als Faktoren ansetzen. Ohne Kühllast und Hydraulikberechnung kann ich nur empfehlen sowohl eine Kühl-Speicher als auch mehr Konvektoren zu installieren und das Verteilnetz auf einen höheren Volumenstrom auszulegen, um zumindest die Chance auf eine gering taktenden Betrieb zu erhalten. Gruß Gwyn
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