Hallo zusammen,
ich würde gerne unsere Warmwasserbereitung optimieren. Wir haben eine Vitocal 300-G (BWC 301.C06) mit Vitocell 120-E (Typ SVW - 600 l) und Vitotrans 353 (PZSA). Die Vitocell wird nach meinem Verständnis nur für das Warmwasser genutzt und nicht für die Heizung. An der Wärmepumpe: WW-Temperatur Soll = 50 °C und WW-Temperatur Soll 2 = 56 °C. Aus der Vitotrans beziehen wir das Wasser mit einer Temperatur von 45 °C. Duschen mit 40° C. Keine Zirkulationspumpe. Auf dem Dach sind ca. 15 kW PV.
Aktuell starte ich, wenn ich zuhause bin und es nicht vergesse, manuell die Warmwasserbereitung an der Wärmepumpe über "1 x WW-Bereitung" bei PV-Überschuss. Die Temperatur in der Vitocell ist dann bei 56 °C (= WW-Temperatur Soll 2). Das reicht für ca. 2 Tage, also ca. 5 mal Duschen.
Ich habe mir nun folgendes überlegt um das ganze etwas zu automatisieren und zu optimieren: Die Vitocal über Vitoconnect/ViCare App an mein Smart Home System (Home Assistant) anbinden. In Home Assistant eine Automatisierung erstellen, die bei PV-Überschuss automatisch die "1 x WW-Bereitung" über Vitconnect startet.
Ich hätte einige Fragen an die Experten der Community diesbezüglich:
Viele Grüße
Tomstro
Hallo Tomstro,
grundsätzlich passt das so, wie du es aktuell nutzt. Die Wärmepumpe versucht die Warmwasserbereitung so schnell wie möglich zu beenden, sollte aber vor Erreichen der maximalen Vorlauftemperatur heruntermodulieren. Hierzu kannst du einmal die folgenden Parametereinstellungen prüfen:
6019: 80
601A: 30
601B: 20
Der Durchlauferhitzer würde erst zuschalten, wenn die maximale Vorlauftemperatur erreicht wurde.
Um dein aktuelles Setup, nur automatisiert über einen externen Kontakt, weiterhin umzusetzen, kannst du den Schaltkontakt X3.12 und X3.13 nutzen. Hierrüber kann eine externe Betriebsartenumschaltung ausgeführt und somit die Warmwasserbereitung auf den 2. Sollwert gesetzt werden.
Alternativ kannst du auch die Smart Grid Funktion nutzen. Über die Kontakte 216.1 (B) bzw. 216.4 (A) kann die SmartGrid-Funktion direkt an der Wärmepumpenregelung ausgeführt werden. Die Ansteuerung erfolgt dabei über ein separates Schütz, welches einen potentialfreien Kontakt zwischen X3.1 und 216.1 (B) bzw. 216.4 (A) herstellt.
Hinweis:
- Falls Smart Grid an die beiden Digital-Eingänge auf der Grundleiterplatte angeschlossen ist („Freigabe Smart Grid 7E80“ auf „4“), darf die externe Aufschaltung für die Heiz-/Kühlkreise nicht eingeschaltet werden („Fernbedienung 2003“ auf „2“). Sonst ist Smart Grid nicht aktiv.
- Die EVU-Sperre ist im Funktionsumfang von Smart Grid enthalten. Daher darf in diesem Fall das EVUSperrsignal nicht an den Anschlüssen X3.6 und X3.7 angeschlossen werden.
Die Funktionen die darüber ausgeführt werden können, sind folgende:
■ kein Kontakt geschlossen: Wärmepumpe ist im Normalbetrieb
■ Kontakt (A) geschlossen: EVU-Sperre
- Verdichter AUS
- Heizwasser-Durchlauferhitzer kann eingeschaltet werden („Leistung für Heizw.-Durchlauferh. bei EVU-Sperre 790A“).
■ Kontakt (B) geschlossen: Betrieb der Wärmepumpe mit angepassten Temperatur-Sollwerten für verschiedene Funktionen. Die Änderungen werden mit folgenden Parametern eingestellt:
- Trinkwassererwärmung: „Smart Grid Sollwertanhebung für Warmwasserbereitung 7E91“
- Beheizung Pufferspeicher: „Smart Grid Sollwertanhebung für Heizwasser-Puffersp. 7E92“
- Raumbeheizung: „Smart Grid Sollwertanhebung für Raumtemperatur Heizen 7E93“
- Raumkühlung: „Smart Grid Sollwertabsenk. für Raumtemperatur Kühlen 7E95“
- Der Verdichter schaltet sich nur bei Bedarf ein. Die gültigen Einschaltbedingungen für die jeweilige Funktion müssen erfüllt sein. Für die jeweilige Funktion muss im Zeitprogramm eine Zeitphase aktiv sein.
- Auf die Zusatzheizungen haben die angepassten Temperatur-Sollwerte keinen Einfluss. Die Zusatzheizungen werden bei den Grenzen ausgeschaltet, die ohne Smart Grid gelten.
■ Kontakt (A) und (B) geschlossen: Die Anlagenkomponenten werden auf die eingestellten max. Temperaturen beheizt oder auf die Mindesttemperaturen gekühlt. Der Verdichter schaltet sich
sofort ein, auch wenn keine Zeitphase im Zeitprogramm aktiv ist.
Max. Temperaturen für verschiedene Funktionen:
- Trinkwassererwärmung: „Max. Warmwassertemperatur 6006“
- Beheizung Pufferspeicher: „Max. Temperatur Pufferspeicher 7204“
- Raumbeheizung: „Max. Vorlauftemperatur Heizkreis 200E“
- Raumkühlung: „Min. Vorlauftemperatur Kühlung 7103“
- Zum Erreichen der max. Temperaturen darf der Heizwasser-Durchlauferhitzer eingeschaltet werden. Die max. Stufe ist einstellbar („Smart Grid Freigabe E-Heizung 7E82“).
- Auf die übrigen Zusatzheizungen, z. B. externer Wärmeerzeuger haben die max. Temperatur-Sollwerte keinen Einfluss. Die Zusatzheizungen werden bei den Grenzen ausgeschaltet, die ohne Smart Grid gelten.
- Die Anlagenkomponenten werden nacheinander gemäß den festgelegten Prioritäten beheizt oder gekühlt, z. B. Trinkwassererwärmung vor Raumbeheizung.
- Die „Ausschaltgrenze Wärmepumpe bivalenter Betrieb 7B0F“ wird auf –30 °C verschoben, sodass die Wärmepumpe auch bei niedrigen Außentemperaturen in Betrieb bleibt.
Viele Grüße
Flo
Hallo Flo,
Danke für die Rückmeldung.
Die Parameter 6019, 601A und 601B sind alle auf 0 eingestellt. Was bedeuten diese Parameter und welche Einstellungen wären denkbar?
Du hast dich bei deiner Antwort auf die Option SG-Ready bezogen. Spricht etwas aus deiner Sicht gegen eine Automatisierung via VitoConnect.
Viele Grüße
Tomstro
Was du dort einstellen solltest, habe ich dir in meinem vorherigen Beitrag mitgeteilt. Darüber moduliert die Wärmepumpe während der Warmwasserbereitung, kurz vor Erreichen der maximalen Vorlauftemperatur die Verdichterleistung herunter.
Wie du es letztendlich umsetzt, bleibt hierbei dir überlassen.
Viele Grüße
Flo
| Benutzer | Anzahl |
|---|---|
| 13 | |
| 4 | |
| 4 | |
| 3 | |
| 3 |