Guten Tag,
wir haben bei uns im Einfamilienhaus (Neubau) eine Vitocall 200-G BWC 201.B08 Wärmepumpe (mit Umbausatz Wasser/Wasser) im Einsatz. Dazu ist ist der Speicher Vitocell 120E mit 600L Volumen verbaut.
Nachdem die Wärmepumpe bei uns jetzt in die erste Wintersaison startet und dadurch der Stromverbrauch stark gestiegen ist, habe ich angefangen verschiedene Werte der Wärmepumpe mal genauer zu überwachen.
Dabei ist mir vor allem aufgefallen, dass die Temperatur im Speicher (WW Speicher & Pufferspeicher) immer sehr schnell sinkt. In vielen anderen Beiträgen habe ich gelesen, dass eine Warmwasserbereitung eigentlich einmal am Tag reichen sollte. Bei mir ist es allerdings so, dass sobald die Solltemperatur (48 Grad) erreicht ist, der Wert für ~30 Minuten gehalten wird, anschließend aber recht schnell absinkt bis der untere Schwellwert (43 Grad) erreicht wird und der Kompressor wieder anspringt und das Wasser wieder erhitzt wird. Auch während Zeiten, zu denen kein Frischwasser entnommen wird.
Das schaut dann wie folgt aus:
Ist das ein normales Verhalten beim Zusammenspiel der Vitocall 200-G und dem Speicher Vitocell 120E? Oder ist da noch etwas grundlegendes falsch eingestellt?
Ein paar andere Beobachtungen/Einstellungen:
Heizung:
Warmwasser:
Sonstiges:
Viele Grüße und besten Dank für euren Input und evtl. Tipps zur Verbesserung,
Max
5K Verlust in einer guten Stunde ist hoch. Mein Vitocell 120-E 600l ist nicht ganz korrekt verrohrt und verliert 6K pro Tag. Erster Verdacht ist immer die Zirkulation. Schalte die mal aus und berichte dann. Andere Verdächtige sind z.B. falsche Verrohrung des Vitocell, das Umschaltventil im Rücklauf von Vitocell zur IDU und dessen Ansteuerung, 100-E statt 120-E, oder das Rückschlagventil in der Zirkulationsleitung.
Hängt eine Vitotrans 353 dran?
LG, Sebastian
Hallo Sebastian,
oh, 6K am Tag im Vergleich zu den 5K pro Stunde, das hört sich dann bei mir doch ungewöhnlich hoch an.
Die Zirkulationspumpe ist ausgeschaltet und war auch noch nie eingeschaltet, die sollte nicht das Problem sein.
Ja, eine Vitotrans 353 ist an dem Speicher dran mit verbaut.
Gruß,
Max
Die Zirkulation muss an der Vitotrans ausgestellt werden. Die grüne LED der Vitotrans-Zirkulationspumpe (rechts) darf nicht blinken, und es muss an den Zapfstellen eine Weile dauern bis heißes Wasser ankommt. Ist das der Fall? Die Vitotrans lässt sich nicht über ViCare bedienen.
Wenn die Zirkulation als Ursache ausgeschlossen ist, würde ich als nächstes die anderen genannten möglichen Fehlerquellen überprüfen.
LG, Sebastian
Danke für den Hinweis, mit der Vitotrans hatte ich mich bisher noch nicht beschäftigt. Die LED leuchtet dauerhaft und in den Einstellungen ist als Typ bei Zirkulation "Aus" eingestellt. Das sollte eig. passen.
Ich bin gestern noch über folgenden Thread gestolpert, in welchem der Autor das gleiche Problem beschreibt: https://community.viessmann.de/t5/Waermepumpe-Hybridsysteme/Waermeverlust-Vitocell-120-e/td-p/91047
Ich denke ich werde dann mit diesen und deinen Tipps meinen Heizungsbauer kontaktieren. Danke für den Input.
Dürfte ich noch fragen, wie denn dann bei deiner Wärmepumpe das typische Verhalten ist? Bei mir ist es ja so, dass die Speichertemperatur innerhalb von ~1 Stunde bis an die untere Grenze der Hysterese abfällt und dann der Kompressor startet und auch die Heizkreisumwälzpumpe.
Dadurch habe ich dann etwa alle 1,5h einen Start des Kompressors (für ~30 Minuten) und auch alle 1,5h einen Start der Heizkreisumwälzpumpe (für ~60 Minuten).
Schaut dass bei dir ähnlich aus, nur dass die Starts unabhängig von einem Absinken der Speichertemperatur sind?
Ich hab mal ein Diagramm erstellt, wie es bei mir ausschaut:
Gruß,
Max
@Axim schrieb: Schaut dass bei dir ähnlich aus, nur dass die Starts unabhängig von einem Absinken der Speichertemperatur sind? Ich hab mal ein Diagramm erstellt, wie es bei mir ausschaut:
Max, das sieht seltsam aus. Ist mit "Puffertemperatur" die Temperatur der unteren Pufferzone für das Heizkreiswasser gemeint, und mit "WW-Speichertemperatur" die Temperatur der oberen Pufferzone, aus der sich die Vitotrans bedient? Denn es ist sehr ungewöhnlich, dass die untere Pufferzone heißer als die obere gefahren wird. Wasser schichtet sich ja der Temperatur nach, heißes Wasser drängt nach oben und kaltes Wasser fällt zu Boden, und eine solche Fahrweise führt genau zu solcher Durchmischung.
Was mich darüber hinaus wundert ist die Vergrößerung des Abkühlintervalls zur Nacht hin. Warum sollte die Abkühlung der WW-Zone nachts langsamer vonstatten gehen als abends?
Bei mir sehen die Verläufe für den kompletten 18.12. so aus (Vitocal 250-A WW-Zonensoll 57°C, Hysterese 1.5K, Zeitprogramm 05:30-22:00; Vitotrans WW-Soll 50°C, Zirkulation auf Anforderung mit 100% für 40sec mit 30min Wartezeit). An diesem Tag wurde kaum WW gezapft (19l), und es lief nur zweimal kurz die Zirkulation. Einer dieser Zapfvorgänge war um 18:44, man sieht dessen kleinen Einbruch der WW-Zonentemperatur. Es gab auch keinen Abtauvorgang. Ich speichere alle 10 Sekunden einen Datensatz. Die Zeitachse ist etwas seltsam mit dd hh"h" beschriftet. Es wurde also an diesem Tag, wie bei mir üblich, zweimal die WW-Zone beladen. Der untere Chart zeigt das 4-Wege-Ventil der Vitocal 250-A -- 1=Ruhezustand (Verdichter ist aus), 0=Heizzone beladen (Verdichter läuft), 2=WW-Zone beladen (Verdichter läuft):
Bei meiner Vitotrans ist übrigens die grüne LED der (linken) Pufferwasserpumpe in Bereitschaft an und blinkt im Betrieb, die grüne LED der (rechten) Zirkulationspumpe ist in Bereitschaft aber aus und blinkt nur im Zirkulationsbetrieb.
LG, Sebastian
Ich will nicht ausschließen, dass meine Daten evtl. fehlerhaft sind oder meine Interpretation falsch. Ich habe die Daten über die ViCare Integration in HomeAssistant eingebunden und beziehe mich auf die dadurch bereitgestellten Werte.
Die Werte sind als ebenjene "Puffertemperatur" bzw. "WW-Speichertemperatur" bezeichnet. Es gäbe auch noch die Werte "Puffertemperatur oben" bzw. "WW Speichertemperatur oben" - die Werte von diesen Sensoren sind allerdings identisch mit den Werten ohne das "oben" Suffix.
Ich habe die Werte auch nochmal mit der ViCare App gegengeprüft - da sieht es gleich aus:
Aber ja, da gebe ich dir recht, es wirkt ziemlich komisch, dass die Puffertemperatur höher ist...
Gerade bei dir sieht man ja schön, dass die Temperatur deutlich niedriger ist. Macht ja eig. auch keinen Sinn die Heizwasser/Puffertemperatur bei 48 Grad zu haben, wenn die Vorlauftemperatur - zumindest gerade im Moment - bei 33 Grad liegt.
Könnte hier ein Temperatursensor evtl. falsch verbaut sein?
Bzgl. der verlangsamten Abkühlung der WW Temperatur zur Nacht hin. Ich könnte mir vorstellen - auch wenn ich noch nicht weiß wo der genaue Zusammenhang ist - dass es damit zu tun hat, dass ich in der Regel am Abend den Kachelofen anfeuere. An Tagen an denen der Kachelofen genutzt wurde konnte ich die Verlangsamung in den Daten sehen - an den Tagen als der Kachelofen nicht benutzt wurde, war der Abkühlinterval nachts eher schneller als unter tags.
Gruß,
Max
Der Kachelofen erklärt eine geringere Wärmeabnahme aus der Heizzone, aber nicht aus der WW-Zone. Irgendwie vermischen sich die Zonen bei dir, entweder tatsächlich oder nur vorgeblich.
Die Temperatursensoren am Puffer könnten auch vertauscht an der Regelung angeschlossen sein.
Leider kenne ich die Vitocal 200-G nicht.
LG, Sebastian
Ich kontaktiere nach dem Weihnachtsurlaub mal meinen Heizungsbauer und lass ihn einen Blick drauf werfen.
Vielen Dank für deinen Input und schöne Weihnachtsfeiertage!
Gruß,
Max
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