Hallo liebes Viessmann-Forum,
wir bauen derzeit ein Haus mit einer Vitocal 300-G (BWC 301.C06), NC-Box und Vitocell 120-E mit Vitotrans. Die Wärmepumpe ist mit einem Erdwärmekollektor verbunden.
Die Installation ist noch nicht abgeschlossen, allerdings tut sich seit 2 Monaten auch nicht mehr viel seitens des Heizungsbauers. Uns sind einige Punkte aufgefallen die uns vermuten lassen das die Installation nicht korrekt ist:
Anbei haben wir noch zwei Bilder angefügt.
Könnt ihr uns hier bitte weiterhelfen? Seht ihr hier auch Probleme oder ist das so weit in Ordnung?
Beste Grüße
Tomstro
Hallo Tomstro!
Generell glaube ich nicht, dass ihr euch große Sorgen machen müßt. Prüfe aber auf jeden Fall mal die Unterlagen zu deinen Erdquelle. Diese darf je nach Herstellung und Einbau nur mit einer gewissen minimalen VLT beschickt werden. Meine Erdbohrungen sind hier zum Beispiel auf minimal -3°C ausgelegt und sollten generell nicht dauerhaft unter 0°C betrieben werden, da Sie sonst beschädigt werden könnten.
Erdwärmekolektoren sind hier aber üblicher Weise deutlich robuster und können oft auch Temperaturen von -3 bis -7°C im Dauerbetrieb vertragen. Grundätzlich ist die minimale VLT der Primärseite aber auch durch die Zusammensetzung des Glykol-Wassergemisches beschränkt. Hier wird gewöhnlich eine Mischung gewählt, die auch -10°C und weniger verträgt, welches durch die geringe Viskosität aber zu Betriebsnachteile führt. Dein HB geht hier gewöhnlich zur Selbstabsicherung ohne Rücksprache sehr konservativ vor, so dass auch hier kaum ein Problem zu erwarten ist.
Deine Vitotronic 200 W01C Steuerung erlaubt es zum Schutz der Erdwärmequelle einen minimalen Wert einzustellen (Parameter 7470), der aber dann zu einer Notabschaltung der WP führt welche quittiert werden muss um die WP wieder in Betrieb nehmen zu können. Hier würde ich daher nur etwas ändern, wenn der Wert deutlich unter der Zulassungsgrenzen deiner Erdwärmequelle liegt und dann sofort deinen Heizungsbauer verständigen.
Zu allgemeinen Verständnis: Grundsätzlich verwendet deine modulierende WP (leider) eine konstante Leistung der Primär- und auch Sekundärpumpe welche über den Parameter 7442 bzw. Parameter 7343 einstellbar sind. Die optimale Einstellung hängen dabei vom dem aktuellen Wärmebedarf deines Hauses sowie der Einstellung deiner Heizkennlinie ab.
Grundsätzlich: je kälter es wird und je höher der Heizbedarf, um so höher muss eigentlich auch die Leistung der Primär- bzw. Sekundärpumpe sein, um den Verdichter im optimalen Bereich zu betreiben. Nahe am Bivalenzpunkt deiner WP liegt die optimale Leistung der beiden Pumpen daher eigentlich auch bei 90-100%. Bei Temperaturen von 10°C liegen die Punkte je nach Auslegung der Wärmequelle zwischen 50% und 70% für die Primärpumpe und zwischen 60% und 80% für die Sekundärpumpe.
Im Auslieferungszustand der WP sind die Pumpen aber gewöhnlich auf recht niedrige Anlagewerte voreingestellt, die bei einer Kältewelle leicht zu hohe Spreizungen und damit auch zu einer unnötigen Belastung der WP führen. Für die Wärmequelle muss dieses allerdings nicht schlimm sein.
Sofern ihr noch nicht im Haus wohnt, würde ich vorschlagen die RT von 20°C auf 14-18°C runter zusetzen, um die WP und die Wärmequelle sowie euren Geldbeutel etwas zu entlasten und die weitere Einstellung dem HB zu überlassen. Wenn Ihr im Haus wohnt könnt ihr die Leistung der Primärpumpe ohne Risiko auf 70% erhöhen. Dieses führt in eurem Fall zu einem etwas effizienteren Betrieb der WP bei niedriger Spreizung welche den höheren Stromverbrauch der Pumpe mehr als kompensieren sollte.
Gruß Gwyn
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