Hallo zusammen,
ich zeichne seit geraumer Zeit einige Heizungsdaten auf und bin nun wiederholt auf einen seltsamen Wärmeverlust des Warmwasserspeichers in der Heizperiode gestoßen.
Anlage:
Vitodens 200-W mit Vitotronic VScotHO1
VitoSol 200-F
VitoCell 100-W
Mir ist bewusst, dass ein grundsätzlicher Wärmeverlust normal ist. Jedoch erhöht sich dieser Verlust enorm, nachdem die Heizung in der Nacht (meist gegen 00:00 Uhr) das Umschaltventil auf Heizen stellt. Der Speicher verliert dann gleichmäßig etwa 2°C / Stunde. Die Zirkulationspumpe ist zu dieser Zeit ausgeschaltet.
Jetzt im Sommer beträgt der Wärmeverlust in der Nacht ca. 0,3 °C / Stunde. Das Umschaltventil ist dauerhaft auf Warmwasser gestellt. Den Wert sehe ich als normal an.
Aufgrund dieser Werte gehe ich von einer ungewollten Zirkulation des Speicherwassers und daraus resultierendem Energieverlust aus. Ich habe zwei Auszüge der aufgezeichneten Daten beispielhaft angehangen. Der Zeitpunkt des Umschaltens des Ventils von Warmwasser auf Heizen ist markiert.
Meine Heizungsfirma hat mir nun gesagt, ich solle mal testen in der Codierebene 2 die 66 von 0 auf 1 zu setzen. Das habe ich nun gemacht. Im Gespräch mit der Heizungsfirma, habe ich aber den Sachverhalt versehentlich verdreht. Das Umschalten auf Heizen ist ja genau das Problem und nicht umgekehrt, daher ist das wohl keine Lösung für das Problem. Ich werde den Wert wieder zurückschalten.
Wie schätzt ihr den Wärmeverlust in der Heizperiode ein?
Niemand?
Wenn der Speicher in der Nacht wärmer als der Vorlauf ist und Nachts bei laufender Pumpe stärker auskühlt, würde ich auf ein nicht mehr ganz dicht schließendes Umschaltventil tippen.
Das sollte sich mit der Hand am Rohr fühlen lassen.
VG
Das war auch meine Vermutung, aber mein Installateur sagte mir, dass man das wohl hören würde, wenn das Umschaltventil nicht bis zur Endposition fahren würde. Da kann ich absolut nichts zu sagen, da hab ich keine Ahnung von.
Es läuft übrigens in der Zeit des Wärmeverlustes kein Pumpe. Ja, man kann am Rohr die Wärme fühlen, wenn nicht hätte ich keinen Wärmeverlust, in Luft auflösen geht ja nicht. Man sieht ja im Diagramm, dass die Kesseltemperatur und die Vorlauftemperatur dann ansteigen.
Wäre super, wenn man das irgendwie sicher feststellen könnte, dass das Umschaltventil defekt ist. Das Problem besteht schon mehrere Jahre also ist schon während der Gewährleistung aufgetreten.
Das mag schon in der End-postions sein.
Trotzdem kann es nicht mehr dicht abschließen.
Welche Seriennummer hat dein Vitodens.
Dann man schauen wie der Ventileinsatz ausschaut.
Entschuldige meine späte Reaktion, deine Antwort ist mir irgendwie durchgegangen.
Die Seriennummer lautet: 7570782916472111
Ich stimme quert089 zu. Man sollte es am Rücklaufrohr des Speichers fühlen können .
Hallo,
die Dichtflächen des Umschaltventils sieht man hier
bzw.
https://www.loebbeshop.de/viessmann/ersatzteil/schrittmotor-7841824/
evtl ist ein Verschmutzung/Ablagerung drauf und es dichtet nicht mehr ganz.
VG
Hallo,
danke für deine Mühe!
Mir ist nicht klar, wo die Dichtflächen sind bzw. wie das Umschaltventil, welches vermutlich von dem Schrittmotor angetrieben wird, den du verlinkt hast, im Innern funktioniert. Brauche ich, glaube ich, auch nicht, da ich schätze, dass ich die Verschmutzung/Ablagerung selbst nicht entfernen kann. Sehe ich das richtig?
Aber ich kann diese Infos zumindest als Anlass nehmen, meine Heizungsfirma nochmal zu belästigen. Bald ist ja wieder Heizperiode...
Viele Grüße
Nur zu Info:
Es war jetzt zwei Mal der Technische Dienst von Viessmann da und hat sich die Anlage angeguckt.
Fazit: Laut Viessmann ist das so normal!
Ich fasse also noch einmal zusammen:
- es ist normal, dass der Warmwasserspeicher innerhalb von 3,5 Stunden ca. 13°C verliert, wenn das Umschaltventil auf H steht
- es ist normal, dass der Warmwasserspeicher innerhalb von 3 Stunden nur ca. 3°C verliert, wenn das Umschaltventil auf WW steht
- es ist normal, dass das Aufheizen des Heizkreises einen Anstieg der Temperatur im Speicherladekreis- Zulauf und anschließend im Warmwasserspeicher zur Folge hat
- es ist normal, dass die Kessel- sowie Abgastemperatur die ganze Nacht bei ca. 30°C gehalten wird, ohne dass einmal der Brenner startet
Mir ist es ein absolutes Rätsel, wie man auf dieses Ergebnis kommen kann. Es ist keine Lösung in Sicht. Ich kann nur auf eigene Kosten entweder den Tausch des Umschaltventils veranlassen oder z.B. ein Magnetventil im Speicherladekreis einbauen lassen, welches die Zirkulation verhindert.
Ich bin absolut nicht begeistert...aber ich bin nur ein Endkunde, der keine Ahnung hat.
Ironie an:
Ich könnte auch einfach den Heizkreis die ganze Nacht durchlaufen lassen, dann würde das Umschaltventil wie am Tag nur bei Bedarf auf H umstellen und sonst auf WW stehen bleiben und alles wäre gut. Außerdem würde das Aufheizen des Heizkreises schon dafür sorgen, dass das Warmwasser nicht zu kalt wird.
Ironie aus
>>Es war jetzt zwei Mal der Technische Dienst von Viessmann da und hat sich die Anlage angeguckt.
>>Fazit: Laut Viessmann ist das so normal!
schwache Leistung vom Technische Dienst!
Irgendwie ist das etwas verwunderlich, denn alle mir bisher aus dem Forum bekannten Beiträge beschreiben, dass dieser Effekt dann auftritt (vitodens 300/200W), wenn die Ruhestellung des 3-Wege-Ventil auf WW steht (Werkseinstellung), also wenn im Sommer nicht geheizt wird (nur WW). So war es auch bei mir und nach Umcodierung des 3-Wege-Ventils auf Ruhestellung 'Heizung' ist alles, wie es sein soll. Bei dir scheint es ja genau umgekehrt zu sein. Kann dein HB die Ruhestellung des 3-Wege-Ventils mal probeweise auf 'WW' umcodieren, eventuell ist das Problem damit gelöst?
Ich glaub bei der Codieradresse, die du meinst, kann man nur "Automatisch" 0 (ist eingestellt) und Heizen 1 einstellen. Das dürfte in der Codierebene 2 die 66 sein, die ich bereits in meinem Beitrag erwähnt habe. Das würde bei mir den Effekt nur verstärken.
Mir lässt das Ganze keine Ruhe, daher habe ich in der Serviceanleitung ein bisschen gelesen. Folgendes hat mich etwas stutzig gemacht:
Markiert ist der eingestellte Wert (Standard). Wenn ich also eine empfohlene Red. Raumtemperatur von 17°C eingestellt habe, läuft bis 18°C Außentemperatur nachts die Heizkreispumpe. Was für ein Schwachsinn ist das denn? In einem unsanierten Altbau aus den 50er Jahren macht das vielleicht durchaus Sinn, aber in einem Neubau (2019)?
Ich habe die Red. Raumtemperatur daher jetzt auf 3 °C gesetzt und auch gleich die Uhrzeit der Anlage korrigiert (Abweichung ca. 45 Minuten). Und jetzt möchte ich euch gerne das Ergebnis präsentieren:
Vorher über 14°C Verlust über die ganze Nacht (rote Linie, rechte Skala) da gegen 1:30 Uhr das Umschaltventil auf Heizen springt und die Heizkreispumpe anläuft:
Nachher 7°C über die ganze Nacht(rote Linie, rechte Skala)
Das Sperren des Speicherladekreises über Nacht habe ich auch ausprobiert, das bringt keine Verbesserung. Das heißt, dass durch die abgeschaltete Heizkreispumpe keine Wärme mehr aus dem Speicher gesaugt wird.
Der Verlauf der roten Linie im letzten Bild lässt meiner Meinung nach ganz klar auf eine Schwerkraftzirkulation schließen. Es fängt langsam an und wenn das Wasser sich ein Mal in Bewegung gesetzt hat wird es immer schneller. Da ich den Solarkreis schon ausschließen konnte, weil der zwischenzeitlich außer Betrieb und abgesperrt war, bleibt doch ganz logisch nur noch der Zirkulationskreis.
Auch den habe ich über Nacht dann mal abgesperrt. Zur Klarstellung: Die Zirkulationspumpe läuft nachts nie! (blau hinterlegter Bereich zeigt die aktive Zirkulation)
Ergebnis:
4,5°C über die ganze Nacht
4,5°C in 8 Stunden, macht 0,56°C/Stunde. Ein top Wert! Viessmann, was ist so schwer daran? Zwei Technikereinsätze, keine Lösung und ich bekomme die Aussage, dass 13°C in 3,5 Stunden normal seien.
Ich vermute mal, weil ich das nicht selbst erkennen kann, dass im Zirkulationskreis keine Schwerkraftbremse verbaut ist, da dadurch sowas doch verhindert wird.
Fazit:
1. ein federbelastetes Rückschlagventil im Zirkulationskreis sollte die Schwerkraftzirkulation stoppen.
2. ein federbelastetes Rückschlagventil im Speicherladekreis könnte auch tagsüber den Wärmeverlust im Speicher verhindern und vielleicht auch das Aufheizen des Wassers wenn der Heizkreis erwärmt wird.
3. ich vermute aber, dass das Umschaltventil trotzdem defekt ist, aber mir glaubt ja keiner. Das WW wird durch den Heizkreis erwärmt und das erst seit Ende letztes Jahr. Laut Viessmann-Techniker käme ein Defekt des Umschaltventils eigentlich nie vor. Nur komisch, dass das Forum hier voll mit dem Thema ist. Ich vermute ja schon fast, dass Viessmann bekannt ist, dass sie Probleme mit den Ventilen haben, aber die nicht austauschen wollen.
Die Zeit, in der sich Viessmann-Mitarbeiter hier noch beteiligt haben, scheint ja auch schon länger vorbei zu sein.