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Heizkreis 1 Temperatur vs. Status Heizsystem

Hallo, 

ich kann in meinem Heizkreis 1 nur bis 37°C einstellen. Das Status Heizsystem zeigt aber fast 90°C an. Warum ist das so? Bedeutet 37°C die Höchsttemperatur? Ich habe 20 Jahre alte Heizkörper, also bei 37°C wohl kaum betreibbar.

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1 AKZEPTIERTE LÖSUNG

Akzeptierte Lösungen

Heizkennlinie einer witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung einstellen

 

Bei der witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung wird die Heizkennlinie durch drei Einstell-Parameter beeinflusst:

- Neigung der Heizkennlinie

- Niveau der Heizkennlinie

- Raumtemperatur-Sollwert (für normales, reduziertes und Komfort-Heizprogramm)

- (Außentemperatur)

 

Wie die drei Einstell-Parameter sich in Abhängigkeit von der Außentemperatur auf die Vorlauftemperatur und damit auch auf die Heizkennlinie auswirken, ist innerhalb der „Montage- und Serviceanleitung“ im Anhang, im Bereich „Funktionsbeschreibung“ in grafischer Form dargestellt und beschrieben.

 

Einstellbereiche Neigung

- Fußbodenheizungen: 0,2 bis 0,8 (0,2 für sehr gut isolierte Häuser)

- Niedertemperaturheizung mit Heizkörpern: 0,8 bis 1,6 (0,8 für sehr gut isolierte Häuser)

 

Die Optimierung der Heizungseinstellung ist ein iterativer Prozess, der sich über mindestens eine Heizperiode hinzieht. Diese Arbeit kann der Heizungsbauer aus Zeit- und Kostengründen in der Regel nicht leisten.

Das Hauptziel ist es, eine möglichst niedrige Heizkennlinie zu erreichen, ohne dass die Bewohner des Hauses frieren. Insbesondere bei Brennwertgeräten hilft eine möglichst niedrig liegende Heizkennlinie durch eine bessere Ausnutzung des Brennwerteffekts eine Einsparung von Energie und damit auch Kosten zu erreichen.

Während der Einstellung der Heizkennlinie müssen die Thermostatventile des Referenzraums (Wohnzimmer) geöffnet sein, weil sonst nicht auffallen würde, dass die Heizkurve möglicherweise noch immer zu hoch eingestellt ist.

Die Bezeichnung „Raumtemperatur-Sollwert“ ist zumindest bei der rein witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung unglücklich gewählt. Es ist im engeren Sinne kein Sollwert für die Raumtemperatur, sondern lediglich einer von drei Einstell-Parametern zur Beeinflussung der Vorlauftemperatur und damit auch der Heizkennlinie. An den Raumtemperatur-Sollwert können Schaltfunktionen gebunden sein, an die Neigung und das Niveau nicht.

Anders gesagt: Es ist völlig normal, dass auch bei optimal eingestellter Heizkennlinie der „Raumtemperatur-Sollwert“ und der tatsächliche Raumtemperatur-Istwert nicht übereinstimmen !!! (ein Umstand, mit dem sich Laien und auch einige „Experten“ hier in der Communtiy nur schwer anfreunden können).

 

 

Bezogen auf deinen konkreten Fall:

Du stellst den Raumtemperatur-Sollwert des normalen Heizprogramms zurück auf den von Viessmann für die Betriebsart Normal empfohlenen Einstellwert von 20°C. Die weitere Feinanpassung, die sich wie bereits gesagt über die gesamte Heizperiode hinzieht, erfolgt dann über die beiden Einstell-Parameter Neigung und Niveau entsprechend der am Ende dieser Beschreibung angefügten Empfehlungen von Viessmann. Diese Tabelle wurde aus der Bedienungsanleitung der Vitodens 200er-Reihe, Druckschrift 5855217, Ausgabe 7/2022, S. 30, entnommen. 

 

Hinweise: Entweder der Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs (für den Tagbetrieb) oder die Heizgrenze (Parameter 1395.1, Heizgrenze HK1 – falls vorhanden) entscheiden darüber, bis zu welcher Außentemperatur geheizt wird. Der niedriger eingestellte Parameter bestimmt, wann die Heizung ein- und ausgeschaltet wird.

Beispiel 1: Der Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs stehe auf 37°C und die Heizgrenze stehe auf dem Voreinstellwert von 25°C. Dann wird bei einer Außentemperatur von 26°C die Heizung abgeschaltet und bei 24°C wieder eingeschaltet (weil die Heizgrenze dominiert).

Kommentar: Unsinnige Einstellung, weil auf keinen Fall bis zu einer Außentemperatur von 25°C geheizt werden muss, nicht mal in den Tropen.

Beispiel 2: Der Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs stehe auf 20°C (Voreinstellung von Viessmann) und die Heizgrenze stehe auf dem Voreinstellwert von 25°C. Dann wird bei einer Außentemperatur von 21°C die Heizung abgeschaltet und bei 19°C wieder eingeschaltet (weil der Raumtemperatur-Sollwert dominiert).

 

Hinweise zum reduzierten Raumtemperatur-Sollwert (für den Nachtbetrieb):

Wenn, wie üblich, der reduzierte Raumtemperatur-Sollwert für das Nachtprogramm eingesetzt wird, so lässt sich das Heizverhalten nachts durch die Wahl des reduzierten Raumtemperatur-Sollwerts maßgeblich beeinflussen.

Bei einem Einstellwert von z. B. 16°C wird nachts mit abgesenkter Heizkennlinie weitergeheizt, wenn die Außentemperatur unter 16°C liegt, d. h. Pumpe und Brenner arbeiten dann weiter.

Liegt der Einstellwert des reduzierten Raumtemperatur-Sollwerts bei +3°C (niedriger geht nicht), so arbeiten Pumpe und Brenner nur, wenn die Außentemperatur unter +3°C liegt.

Anders gesagt, bei einem gut isolierten Haus kann man den nächtlichen Betrieb von Pumpe und Brenner auf diese Art und Weise unterbinden. 

 

____________________________________

 

Praktische Empfehlung zur Einstellung und anschließenden Optimierung der Heizkennlinie im konkreten Fall:

- Raumtemperatur-Sollwert auf 20°C stellen

- Neigung auf 1,2 stellen

- Niveau auf 10 stellen

 

Bei einer Außentemperatur von (bei mir derzeit -0,5°C) ergibt sich eine Vorlauftemperatur von ca. 57°C. Das dürfte für einen Altbau mit kleinen Heizkörpern ungefähr passen.

Jetzt würde ich mehrere Stunden lang beobachten, ob die Vorlauftemperatur zu hoch (dann wird es im Referenzraum mit vollständig geöffnetem Thermostat irgendwann im Raum zu warm) oder zu tief liegt (dann wird es im Raum zu kalt) und dann eine Korrektur mit Hilfe des „Niveaus“ vornehmen.

 

Anschließend muss  dann die Heizkennlinie während der gesamten Heizperiode optimiert werden, da sie im Moment nur für die Außentemperatur von -0,5°C passt. Die Optimierung der Heizkennlinie geschieht nach den bereits erwähnten Viessmann-Empfehlungen:

 

Lösung in ursprünglichem Beitrag anzeigen

4 ANTWORTEN 4

Mahlzeit 

 

Der Heizkreis 1 zeigt dir nur die Wunschtemperatur an im Gebäude, und nicht die Vorlauftemperatur vom Heizungswasser.

 

Du stellst das mit der Heizkurve ein.

 

Du kannst auch dem Heizkreis 1 in Heizkörper umbenennen

 

Wenn du z.b 20Grad eingestellt hast, dann wenden die Heizkörper auch nur mit so viel wärme betrieben ( Vorlauftemperatur) das diese den Raum so gerade erreicht.

 

Stellst du jetzt 24 Grad ein, dann erhöht sich die Vorlauftemperatur so weit, dass diese den Raum auf 24 Grad bringt.

 

Du brauchst keine 89 Grad um die Heizkörper damit zu betreiben.

Das erhöht nur dem Gasverbrauch.

 

Gruß Claus-Vito 

Und kann man die Vorlauftemperatur einstellen oder geht nur die Raumtemperatur (Heizkreis)?

Die Vorlauftemperatur kannst über die Heizkurve beeinflussen. Hier gilt: je höher,desto wärmer. ( aber auch teurer).

Als Anhaltspunkt: bei Radiatoren  kannst mir einer Stellung zwischen 1,2 und 1,6 rechnen. Hängt aber auch von der Grösse der Heizkörper ab.

Heizkennlinie einer witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung einstellen

 

Bei der witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung wird die Heizkennlinie durch drei Einstell-Parameter beeinflusst:

- Neigung der Heizkennlinie

- Niveau der Heizkennlinie

- Raumtemperatur-Sollwert (für normales, reduziertes und Komfort-Heizprogramm)

- (Außentemperatur)

 

Wie die drei Einstell-Parameter sich in Abhängigkeit von der Außentemperatur auf die Vorlauftemperatur und damit auch auf die Heizkennlinie auswirken, ist innerhalb der „Montage- und Serviceanleitung“ im Anhang, im Bereich „Funktionsbeschreibung“ in grafischer Form dargestellt und beschrieben.

 

Einstellbereiche Neigung

- Fußbodenheizungen: 0,2 bis 0,8 (0,2 für sehr gut isolierte Häuser)

- Niedertemperaturheizung mit Heizkörpern: 0,8 bis 1,6 (0,8 für sehr gut isolierte Häuser)

 

Die Optimierung der Heizungseinstellung ist ein iterativer Prozess, der sich über mindestens eine Heizperiode hinzieht. Diese Arbeit kann der Heizungsbauer aus Zeit- und Kostengründen in der Regel nicht leisten.

Das Hauptziel ist es, eine möglichst niedrige Heizkennlinie zu erreichen, ohne dass die Bewohner des Hauses frieren. Insbesondere bei Brennwertgeräten hilft eine möglichst niedrig liegende Heizkennlinie durch eine bessere Ausnutzung des Brennwerteffekts eine Einsparung von Energie und damit auch Kosten zu erreichen.

Während der Einstellung der Heizkennlinie müssen die Thermostatventile des Referenzraums (Wohnzimmer) geöffnet sein, weil sonst nicht auffallen würde, dass die Heizkurve möglicherweise noch immer zu hoch eingestellt ist.

Die Bezeichnung „Raumtemperatur-Sollwert“ ist zumindest bei der rein witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung unglücklich gewählt. Es ist im engeren Sinne kein Sollwert für die Raumtemperatur, sondern lediglich einer von drei Einstell-Parametern zur Beeinflussung der Vorlauftemperatur und damit auch der Heizkennlinie. An den Raumtemperatur-Sollwert können Schaltfunktionen gebunden sein, an die Neigung und das Niveau nicht.

Anders gesagt: Es ist völlig normal, dass auch bei optimal eingestellter Heizkennlinie der „Raumtemperatur-Sollwert“ und der tatsächliche Raumtemperatur-Istwert nicht übereinstimmen !!! (ein Umstand, mit dem sich Laien und auch einige „Experten“ hier in der Communtiy nur schwer anfreunden können).

 

 

Bezogen auf deinen konkreten Fall:

Du stellst den Raumtemperatur-Sollwert des normalen Heizprogramms zurück auf den von Viessmann für die Betriebsart Normal empfohlenen Einstellwert von 20°C. Die weitere Feinanpassung, die sich wie bereits gesagt über die gesamte Heizperiode hinzieht, erfolgt dann über die beiden Einstell-Parameter Neigung und Niveau entsprechend der am Ende dieser Beschreibung angefügten Empfehlungen von Viessmann. Diese Tabelle wurde aus der Bedienungsanleitung der Vitodens 200er-Reihe, Druckschrift 5855217, Ausgabe 7/2022, S. 30, entnommen. 

 

Hinweise: Entweder der Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs (für den Tagbetrieb) oder die Heizgrenze (Parameter 1395.1, Heizgrenze HK1 – falls vorhanden) entscheiden darüber, bis zu welcher Außentemperatur geheizt wird. Der niedriger eingestellte Parameter bestimmt, wann die Heizung ein- und ausgeschaltet wird.

Beispiel 1: Der Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs stehe auf 37°C und die Heizgrenze stehe auf dem Voreinstellwert von 25°C. Dann wird bei einer Außentemperatur von 26°C die Heizung abgeschaltet und bei 24°C wieder eingeschaltet (weil die Heizgrenze dominiert).

Kommentar: Unsinnige Einstellung, weil auf keinen Fall bis zu einer Außentemperatur von 25°C geheizt werden muss, nicht mal in den Tropen.

Beispiel 2: Der Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs stehe auf 20°C (Voreinstellung von Viessmann) und die Heizgrenze stehe auf dem Voreinstellwert von 25°C. Dann wird bei einer Außentemperatur von 21°C die Heizung abgeschaltet und bei 19°C wieder eingeschaltet (weil der Raumtemperatur-Sollwert dominiert).

 

Hinweise zum reduzierten Raumtemperatur-Sollwert (für den Nachtbetrieb):

Wenn, wie üblich, der reduzierte Raumtemperatur-Sollwert für das Nachtprogramm eingesetzt wird, so lässt sich das Heizverhalten nachts durch die Wahl des reduzierten Raumtemperatur-Sollwerts maßgeblich beeinflussen.

Bei einem Einstellwert von z. B. 16°C wird nachts mit abgesenkter Heizkennlinie weitergeheizt, wenn die Außentemperatur unter 16°C liegt, d. h. Pumpe und Brenner arbeiten dann weiter.

Liegt der Einstellwert des reduzierten Raumtemperatur-Sollwerts bei +3°C (niedriger geht nicht), so arbeiten Pumpe und Brenner nur, wenn die Außentemperatur unter +3°C liegt.

Anders gesagt, bei einem gut isolierten Haus kann man den nächtlichen Betrieb von Pumpe und Brenner auf diese Art und Weise unterbinden. 

 

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Praktische Empfehlung zur Einstellung und anschließenden Optimierung der Heizkennlinie im konkreten Fall:

- Raumtemperatur-Sollwert auf 20°C stellen

- Neigung auf 1,2 stellen

- Niveau auf 10 stellen

 

Bei einer Außentemperatur von (bei mir derzeit -0,5°C) ergibt sich eine Vorlauftemperatur von ca. 57°C. Das dürfte für einen Altbau mit kleinen Heizkörpern ungefähr passen.

Jetzt würde ich mehrere Stunden lang beobachten, ob die Vorlauftemperatur zu hoch (dann wird es im Referenzraum mit vollständig geöffnetem Thermostat irgendwann im Raum zu warm) oder zu tief liegt (dann wird es im Raum zu kalt) und dann eine Korrektur mit Hilfe des „Niveaus“ vornehmen.

 

Anschließend muss  dann die Heizkennlinie während der gesamten Heizperiode optimiert werden, da sie im Moment nur für die Außentemperatur von -0,5°C passt. Die Optimierung der Heizkennlinie geschieht nach den bereits erwähnten Viessmann-Empfehlungen: