Die Thermostatventile sollen nicht immer voll aufgedreht bleiben, sondern nur solange, bis die passende Heizkennlinie gefunden ist. Die aktuellen Temperaturen sind noch zu hoch für wirklich passende Einstellungen, also Testen und Optimieren bei ganz niedrigen Aussentemperaturen wiederholen. Nachher haben die Thermostatventile zwei Funktionen: Erstens die von @CustomerCareBen erwähnte, also wenn einzelne Räume weniger beheizt werden sollen als der Rest des Hauses; und zweitens sollen sie zuregeln bei Fremdwärme (Sonne, Ofen, viele Gäste oder Kerzen...) und damit verhindern, dass der Raum unnötig vom Heizgerät weiter beheizt wird (eigentlicher Zweck also: Energiesparen). Es ist jedoch nicht Aufgabe der Thermostatventile, dauernd im ganzen Heizkreis eine zu hohe VL herunterregeln zu müssen (unnötiger Energieverbrauch für die zu hohe VL, zudem verstärken geschlossene Thermostatventile Taktverhalten); deshalb: Heizkennlinie so niedrig wie möglich und nur so hoch wie nötig. Werden mit der aktuellen Einstellung von Adresse 04 sowohl Heizkörper als auch FBH warm? Wie sind die Zeiten für die beiden Heizkreise eingestellt? Wann kommt übrigens der HB? Zum Taktverhalten: Dein Gerät hat eine Mindestleistung von ca. 9 kW bei niedriger VL/RL, weniger Leistung kann es nicht liefern. Dein Haus hat im tiefsten Winter eine Heizlast von vielleicht 8-10 kW, bei den aktuellen Aussentemperaturen rund 50 % davon, also 4-5 kW. Das Gerät kann die geforderte kleine Leistung nur im Taktverhalten bringen. (Stelle dir vor, du hast ein Auto, das nicht langsamer als 90 km/h fahren kann, und du musst in einer Kolonne mitfahren, die mit 40 km/h fährt - das geht nur mit Stop-and-go...). Beim Takten bewegt sich die Kesseltemperatur innerhalb der Brennerhysterese (Ein-Ausschaltdifferenz) um die berechnete Soll-VL, also Brenner ein, Kesseltemperatur steigt bis zur oberen Hystereseschwelle, Brenner geht aus, Kesseltemperatur sinkt bis zur unteren Hystereseschwelle, Brenner geht wieder an. Die Brennerhysterese ist ungefähr 12 Grad (ca. +8/-4 um die Soll-VL), siehe auch deine beobachteten Kesseltemperaturen. Der Mischer kann die benötigte Soll-VL ziemlich genau liefern, aber der Kesselkreis bekommt die Schwankungen der Kesseltemperatur mit (wobei man davon in den Räumen meistens nichts merkt, gerade bei so kurzen Taktzyklen). Der beobachtete erste Brennerstart am Morgen war ziemlich sicher für die WW-Bereitung, denn dafür sind höhere Kesseltemperaturen nötig (siehe dazu Adresse 14). Überprüfe nochmals die Speichertemperatur am Morgen vor dem Aufheizen - es wäre zwar gut, aber ziemlich ungewöhnlich, wenn der Speicher über Nacht gar nicht abkühlen würde. Wie sind die Zeiten für WW-Bereitung eingestellt? Danach kommt der erste Brennerstart für den normalen Heizbetrieb - Brennerlaufzeit länger, da der Wärmebedarf nach der Nachtabsenkung grösser ist. Je mehr das Haus aufgeheizt ist, desto geringer wird der Wärmebedarf, dann kommt vielleicht noch die steigende Aussentemperatur dazu, die die Soll-VL gemäss Heizkennlinie absenkt - und schon beginnt das Gerät mit immer kürzeren Brennerlaufzeiten zu takten. Die ganz kurzen Brennerlaufzeiten mit unter 1 Minute gilt es zu vermeiden, die kosten nur Gas, bringen aber kaum Wärme ins Haus. Deshalb: Nachtabschaltung, das Haus ist ja recht gut gedämmt und wird in ein paar Stunden ohne Beheizung nicht stark abkühlen. Wenn es draussen kälter wird, müssten die Brennerlaufzeiten tagsüber länger werden, da der Wärmebedarf steigt.
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