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Vitocal 250A , hoher Verbrauch und viele Taktungen

Hallo,

 

ich habe seit fast einem Jahr eine Wärmepumpe in Betrieb und mehrere Auffälligkeiten festgestellt, bei denen ich unsicher bin, ob das so normal ist oder auf Planungs-/Hydraulikprobleme hindeutet.

Rahmendaten:

 

  • Einfamilienhaus: Baujahr 1974, isoliertes Dach, 3-fach-Verglasung
  • Heizsystem: Nur Heizkörper (keine Fußbodenheizung)
  • Vorheriger Verbrauch: ca. 3000 Liter Öl/Jahr
  • Wärmepumpe: Vitocal 250-A AWO-E-AC 251.A19 (8,6–12,3 kW), eingebaut Mai 2025
  • Pufferspeicher: 75 Liter
  • stehender Speicher-Wassererwärmer 250 Liter
  • Betriebsstunden Verdichter: 3252 h
  • Starts Verdichter: 4799
  • Stromverbrauch 9500 kWh

 

Hinweis: Mein Heizungsbauer sieht aktuell keinen Handlungsbedarf und verweist darauf, dass die Anlage von Viessmann ausgelegt wurde. Konkrete Lösungsansätze habe ich bislang nicht erhalten.

 

1. Starkes Takten in der Übergangszeit

Bei milden Außentemperaturen taktet die Anlage sehr häufig.

Beispiel: Am 25.02. wurden 36 Starts an einem Tag protokolliert.

Eine Reduzierung des Volumenstroms durch den Kundendienst hatte keinen positiven Effekt.

 

2. Unplausible Temperaturen (VL < RL)

In der Übergangszeit kommt es häufig vor, dass die Vorlauftemperatur unter der Rücklauftemperatur liegt – und das nicht nur kurzzeitig.

Zusätzlich gibt es deutliche Spitzen im Rücklauf, die im Vorlauf nicht sichtbar sind.

Meine Vermutungen:

  • Einfluss der Warmwasserbereitung auf den Heizkreis
  • Hydraulischer Kurzschluss / Fehlzirkulation

Frage: Kann so ein Verhalten dazu führen, dass die Anlage fälschlicherweise „denkt“, das Haus sei warm, und deshalb wieder abschaltet (→ Takten)?

 

3. Pufferspeicher sehr klein dimensioniert?

Verbaut sind nur 75 Liter Pufferspeicher, bei einer Mindestleistung der WP von ca. 5 kW.

Nach meinen Recherchen (z. B. VDI 4645 mit grob 15–25 l/kW) erscheint mir das deutlich zu wenig.

Fragen:

  • Kann ein zu kleiner Pufferspeicher das starke Takten verursachen oder verstärken?
  • Ist diese Dimensionierung für die Anlage überhaupt sinnvoll?

 

4. Relativ hoher Stromverbrauch

In 11 Monaten wurden ca. 9500 kWh verbraucht.

Beispiel:

  • Januar: 2160 kWh
  • Februar: 1390 kWh

Das erscheint mir im Verhältnis sehr hoch – evtl. im Zusammenhang mit dem Takten?

 

Meine Hauptfragen:

  1. Sind 75 Liter Pufferspeicher für diese Leistungsklasse realistisch ausreichend?
  2. Ist „Vorlauf < Rücklauf“ ein klarer Hinweis auf einen hydraulischen Fehler?
  3. Passen die Rücklauf-Spitzen zu einer Fehlzirkulation? Diagramme habe ich vom 01.03.26 angehängt
  4. Können diese Punkte zusammen das extreme Takten und den hohen Stromverbrauch erklären?

Ich freue mich über Einschätzungen – gerne auch aus der Praxis oder mit Viessmann-Erfahrung.

Rücklauf.png
Vorlauf.png
7 ANTWORTEN 7

Gibt es eine Heizlastberechnung?

Wieviele m2 werden insgesamt beheizt?

Auf den 1. Blick erscheint mir die A19 als deutlich überdimensioniert, der Pufferspeicher wohl zu klein. 

Zum Vergleich: Wir brauchten in den Jahren vor der Wärmepumpe ca. 2.500 l Flüssiggas/Jahr, mit der WP liegen wir nun bei 3.500 - 4.000 kWh Strom.

Unsere WP taktet in der Übergangszeit zwar auch, aber mehr als 6-8 Anläufe pro Tag werden es nicht. 

Im Durchschnitt liegen wir nun bei einem Verhältnis von 1 : 2 von Starts zu Laufzeit  d.h. 2 Stunden/Start. 

Details zu unserer Anlage siehe meine untenstehende Signatur (bei Ansicht mit Mobiltelefon dieses ins Querformat drehen!)*

 

#Vitocal 251.A13; Vitocell 140-E 600l mit FW-Station Vitotrans 353 PZSA; 7 qm Solarthermie; 12 kWp PV; 8 kWh LiFePo-Akku, 17 NT-Heizkörper für 250 m2 auf 3 Etagen, Altbau 1954/1996#

9500 kWh sind schon ne Hausnummer.

 

 

75 l würde hier im Forum niemand ernsthaft als Pufferspeicher bezeichnen, bei einer 19 kW Anlage erst Recht nicht.

Grundsätzlich fängt die WP an zu Takten wenn sie die Wärme nicht wegbringt.

 

Ursachen können sein

Heizkreis zu klein bzw zugedrehte Heizkörper weshalb dann ein ausreichender Pufferspeicher abnehmen soll. Wenn Heizkreis genügend abnimmt braucht's theoretisch keinen Speicher.

 

Welcher Volumenstrom wird bei Heizen und welcher bei WW angezeigt, wurden die Filter auf Verschmutzung geprüft.

 

WP zu groß dimensioniert - was für eine Heizlast wurde für's Haus berechnet.

 

Welche Temperaturen werden im Vorlauf benötigt um die gewünschte Temperatur im Raum mit der höchsten Wunschtemperatur zu erreichen und welche Heizkurve ist eingestellt (Neigung und Niveau bei welcher Normal Raumtemperatur). Muß im wärmsten Raum im Winter evtl Thermostat zugedreht werden damit's nicht zu warm wird 

 

Sind irgendwelche Nachtabsenkungen (reduzierte Temperatur) programmiert 

 

Ist der Durchlauferhitzer für Heizen und WW freigeschaltet - wenn ja, ist das wirklich notwendig. Zumeist wird er deaktiviert.

 

Wird WW im Eco Programm bereitet, zu welchen Zeiten wird WW benötigt und wann erzeugt

 

Das viele WP in der Übergangszeit häufiger Takten ist normal - aber nicht über 30 mal

 

Als allererste Sofortmaßnahmen

 

könntest du den geräuschreduzierten Betrieb aktivieren, der nimmt zumindest in der Startphase die hohen Leistungsspitzen weg und arbeitet auf niedrigeren Niveau

und

dein Heizprogramm umstellen wie zB bei den aktuellen Außentemperaturen 

von 19 - 8 Uhr Komfort 19° 

der Rest ist dann, wenn du keine weiteren Zeiten eingibst,

von 8 - 19 Uhr reduziert die ich auf 12 ° stellen würde. Dann greift idR die Sommersparschaltung - schaltet WP und Heizkreispumpe ab.

 

Je nach Außentemperatur entsprechend anpassen.

 

Gruß Karl 

 

 

 

 

250A-10, Speicher WW 200 + HZ 400, Heizkörper, SW 10/2025

In der Heizlastberechnung, welche erst nach Einbau der Wärmepumpe erstellt wurde, wurden 195qm beheizte Fläche zugrunde gelegt, obwohl ich angegeben habe, dass eigentlich nur 120 qm auf 22 Grad geheizt werden sollen.

Als Heizlast wurden (nachträglich) 11,38 KW ermittelt

 

 

Heizkurve aktuell: Neigung 1,0 Niveau 2, bei 22 Grad. Dementsprechend werden 48 Grad VL-Temperatur bei 0 Grad benötigt.

Max VL ist auf 55 Grad eingestellt, was auch im Januar reichte um die Räume warm zu bekommen.

 

Nachtabsenkungen habe ich aktuell ausgestellt, in der Hoffnung die Taktungen zu reduzieren.

 

Die Frage kann ich nicht beantworten: Ist der Durchlauferhitzer für Heizen und WW freigeschaltet - wenn ja, ist das wirklich notwendig. Zumeist wird er deaktiviert.

 

WW steht auf ECO 05:30 - 22:00 Uhr

  • Versuch mal die Heizkurve flacher einzustellen, z.b. Neigung bei 0,6 und dafür Niveau auf 8 bei gleicher Wunschtemperatur, ausserdem wie von @Kalle999 schon geschrieben zusätzlich den geräuschreduzierten Betrieb aktivieren. 
  • Falls die WP bei Kälte nicht mehr genug Wärme produzieren sollte, kann der reduzierte Modus wieder raus. 
  • Aber grundsätzlich ist wohl meine Vermutung bestätigt: WP ist für die Heizlast viel zu groß, Pufferspeicher dagegen viel zu klein. Würde mal mit dem "Fachpartner" diskutieren in Sachen Nachbesserung. 
#Vitocal 251.A13; Vitocell 140-E 600l mit FW-Station Vitotrans 353 PZSA; 7 qm Solarthermie; 12 kWp PV; 8 kWh LiFePo-Akku, 17 NT-Heizkörper für 250 m2 auf 3 Etagen, Altbau 1954/1996#

Nun, wenn die Heizlast erst im Nachgang berechnet wurde wird argumentieren natürlich schwierig.

 

Heizkurve

Meine DHH sollte gemäß den allgemeinen Einstellempfehlungen irgendwas mit Neigung 1 haben.

BJ 1961, alte Heizkörper, vor gut 25 J Außendämmung 6 cm Styropor, Isolierglas.

 

Mit Neigung 1 hab ich zu fast keinem Zeitpunkt das gewünschte Ergebnis erzielt.

Im Prinzip sagt dies aus daß zu jedem Grad Veränderung der Außentemperatur+- die Vorlauftemperatur entsprechend -+ angepasst wird. Entweder zu warm oder zu kalt.

 

Meiner Meinung nach passen die althergebrachten Empfehlungen nicht zum WP Betrieb.

Ich arbeite mit Heizkurve Neigung 0,4 Niveau 12 wenn wirklich Winter und kalt ist und sonst mit 0,4 / 10. RT im Wohnzimmer auch 22°.

Diese Heizkurve sorgt dafür dass die WP nicht mehr so aggressiv auf Änderungen der AT reagiert, gleichmäßiger auf niedrigeren Verbrauch läuft. Das führt dazu das sie weniger taktet, länger läuft.

 

Solltest du probieren. Fang einfach mit Neigung 0,5 an und Niveau 14, dann solltest du wieder bei RT 22° und AT 0° in der Heizkurve bei 48° angelangt sein.

Heizkurve passend einstellen ist jetzt eh schwierig, sollte bei Temperaturen unter 5° festgelegt werden. 

 

Aktuell bei meiner 2623 Starts bei 6508 Betriebsstunden Verdichter.

 

Um festzustellen ob dein Durchlauferhitzer aktiviert ist in ViCare auf Analyse gehen, die Kachel Wärme anklicken - dann siehst du den Verbrauch und unter Einstellungen kannst du noch die Anzahl Starts und Betriebsstunden ablesen.

Er könnte theoretisch auch zum Abtauen benötigt worden sein, ist aber recht unwahrscheinlich. Wurde bei mir die letzten fast 2 J noch keinmal benötigt. Wenn meine 10er ihn nicht braucht dann die 19 noch weniger.

 

Und wenn dein WW Speicher genügend Kapazität hat daß er morgens noch ausreichend Wärme bereitstellt dann lege die Bearbeitungszeit auf später. 

Frühe Morgenstunden sind halt am ungünstigsten weil draußen am kältesten.

Je höher die Differenz zwischen AT und WW Soll desto mehr Energieeinsatz.

 

Gruß Karl 

 

250A-10, Speicher WW 200 + HZ 400, Heizkörper, SW 10/2025

Zuerst schon einmal vielen Dank für die vielen Infos und Tipps!!!

Geräuschreduzierter Betrieb – kann ich nicht einstellen, nur der HB.
Ich frage mich, ob ich selber rummurksen muss, wenn die Anlage wirklich falsch geplant sein sollte.

Auf meine Frage, warum ich nur einen 75 Liter Speicher für die Heizung eingebaut bekommen habe, wurde mir gesagt, dass Viessmann die Planung gemacht habe.

Man sieht trotz der Zahlen keinerlei Anlass, aktiv zu werden.

Einzig Ende Januar hat man online einen Viessmann Techniker auf die Anlage schauen lassen. Dieser hat keine Auffälligkeiten feststellen können.

Lediglich den Volumenstrom, welchen er von 1920 auf 1400 gesenkt hat.

In der nachträglichen Planung vom Energieberater stehen übrigens 550 l/h, sieht für mich auch völlig daneben aus!?

Auf meine Frage, ob denn die vielen Taktungen kein Anlass für eine Warnung seien, meinte er, dass hohe Taktungen keine Warnmeldungen auslösen.

Ich soll jetzt die Restzahlung begleichen, habe aber das Gefühl, dass man mir einen zu kleinen Speicher für die Heizung und vielleicht auch eine zu große Wärmepumpe eingebaut hat.

Was meint ihr dazu und macht wirklich Viessmann die Planung? Wenn überhaupt dann auch noch ohne Gutachten?

Ist es nicht merkwürdig, dass die Rücklauftemperatur oft höher als die Vorlauftemperatur ist? (Das deutet auf eine Fehlzirkulation / ein defektes Umschaltventil hin)

Hat jemand von euch Erfahrung mit einer ähnlichen Konstellation (Vitocal 250-A, 75 l Puffer) – oder kann mir sagen, wie Viessmann-Planungen tatsächlich ablaufen?

 

PS: Gibt es hier eigentlich auch offizielle Viessmann-Mitarbeiter, die mir diese Frage beantworten können? Mich würde interessieren, ob Viessmann tatsächlich Planungen für Endkunden ohne eigenes Gutachten erstellt – und ob ein 75-Liter-Pufferspeicher bei einer 250A-19 aus Herstellersicht wirklich ausreichend ist.

Kann schon sein das Viessmann die Planung macht. Dazu brauchen sie doch aber zumindest Grunddaten zum Gebäude, beheizte Fläche, Dämmstandard, welche Heizkörper und eben Heizlast, ggf Leitungsquerschnitte und Länge etc.

 

Von wem haben sie dazu welche Daten erhalten?

Ohne Basisdaten keine plausible Planung würde ich meinen.

 

Wenn Viessmann die Planung gemacht hat wird er dir sie doch bestimmt vorlegen können. Braucht er ja auch um lt. Plan zu installieren.

 

Gruß Karl 

 

250A-10, Speicher WW 200 + HZ 400, Heizkörper, SW 10/2025