Hallo Viessmann-Team, ich habe ein Problem bei meiner Heizung mit der Wärmepumpe oder deren gleichmäßigen Wärmeverteilung:
Istsituation:
Vitocal 250-A AWO-E-AC-AF 251.A16
Vitocell 100-E SVPA 400l
Vitotrans 353 PZSA s
Ich bin Besitzer eine Doppelhaushälfte und habe 2024 eine Wärmpumpe von Viessmann installiert.
In diesem Winter habe auf Grund der Temperaturen jedoch ein Problem.
Das Haus ist zweistöckig. Baujahr 1955. Es ist aus altem Bestand und es ist ein Einrohrsystem verbaut.
Ursprünglich war ein 400 ltr Pufferspeicher geplant und so auch gem. Anschlussplan so verbaut.
Doch dann die Kehrtwende. Lt. Installateur und Viessmann ist dieser Speicher jedoch nicht als Pufferspeicher zu nutzen, sondern nur als Warmwasserspeicher, da die Kapazität zu gering sei.
Wer kann mir das bestätigen?
Also wurde die Anlage zurück gebaut. Eine verbindliche nachvollziehbare Aussage habe ich von keiner Seite erhalten. Eine optimale Ausnutzung der Energieeinsparung beim Einsatz einer Wärmepumpe ist somit nicht zu erwarten.
Mein derzeitiges Problem
Im Erdgeschoß erziele ich eine Rumtemperatur die 5° höher ist als im 1. OG.
Folgende Situation kann ich belegen:
Vorlauftemperatur 39 °
Rücklauftemperatur 36°.
gemessene Temperatur am Heizkörper im 1.OG 29°, - im Erdgeschoß 35 °.
Analgendruck ca. 1,8 bar,
Volumenstrom 1230 ltr. schwankend.
Gibt es Lösungen damit die Temperaturen im OG und EG gleich sind?
Danke im Voraus für Aufklärung, Ideen oder Lösungsvorschläge.
Allen in der runde noch ein gesundes neues Jahr und Frieden für die Welt.
(Wärmepumpen anstelle von Drohnen und Panzer)
Den Rest müssen wir selbst machen. Probleme werden uns gemacht.
Im unterem Heizkreis im EG wurde nachträglich ein Ventil eingebaut, um möglicherweise den Druck für das 1.OG zu erhöhen.
Ist vielleicht die Pumpenleistung von Viessmann zu gering um eine gleichmäßige Temperaturverteilung zu gewährleisten?
Ich möchte nicht die Neigung der Heizkurve oder Neigung erhöhen, nur um im 1. OG eine annehmbare Temperatur zu erzielen. Die Wirtschaftlichkeit bleibt da auf der Strecke.
Grüße aus Franken- Günter
Bei einem Einrohrsystem ist es nahezu unmöglich, gleiche Temperaturen hinzubekommen. Weil hier der Rücklauf vom ersten HK gleichzeitig der Vorlauf für den nachfolgenden HK ist. Deine Heizkörper sind faktisch wie auf einer Perlenkette aufgereiht.
Die Heizkurve musst eh etwas höher nehmen, damit auch der letzte HK noch ausreichend Wärme bekommt.
Einrohrsysteme sparen zwar Material, energietechnisch gesehen aber problematisch.
Vorher hast du doch auch nichts anderes gemacht. Du hattest bei Gas Öl oder was auch immer eine entsprechend hohe VL Temperatur und letztendlich über Thermostat abgeriegelt. Die VL war um soviel höher das es für alle gereicht hat.
Wirtschaftlich war das dahingehend vorher auch nicht aber den Gegebenheiten geschuldet.
Gruß Karl
Hallo Franky, vielen Dank für Deine Mühe und Antwort , vielen Dank auch an Karl.. Zur Aufklärung:
Das untere Geschoß und das obere Geschoß sind durch ein T Stück mit dem Hauptstrang verbunden. Das bedeutet; dass beide Bereiche eigentlich die gleiche Vorlauftemperatur haben müssten.
Ich glaube das Problem liegt in einer ungleichmäßigen Verteilung des Heizwassers auf Grund des Widerstands durch die Schwerkraft. Ich stelle mir vor, dass ein regelbares Ventil im unteren Heizkreis den Druck nach oben ins OG erhöhen könnte und so ausgewogen wird. Mir ist bewusst, dass am ersten Heizkörper im OG eine höhere Temperatur als beim letzten Heizkörper besteht. Damals wurde vom Installateur halt die günstigste Version ( Einstrang) eingebaut. Aber es muss erstmal die gleiche Temperatur wie im EG im OG ankommen. Durch einen bei meiner Anlage eingebauten 90° Winkel wird das Strömungsverhalten vermutlich stark gebremst bzw. der Widerstand erhöht. Aus dem Bereich Lüftung bauen wir immer Bögen mit Radius ( 2x 45° ) ein und nie einen exakten 90° Winkel. Also muss ich nochmals meinen Installateur kontaktieren.. Der Einbau von zwei getrennten Pumpen wird vermutlich aber auch Probleme wegen unterschiedlichen Rücklaufmengen mit sich bringen..
Wie sehen das die übrigen Kollegen ? Grüße aus Franken
Du denkst da offenbar nicht weiter. Das Temperaturgefälle ist ganz normal,weil hier die Heizkörper unten dem Vorlauf schon Wärme entziehen. Und mit jedem Heizkörper wird mehr Wärme entzogen.
Selbst,wenn du alle HK zu drehst,würde noch ein geringer Unterschied bemerkbar sein,weil auch die Rohrleitung einen Abstrahlverlust hat.
Einrohrsysteme sind nicht sehr effizient.
Die Ventile (hinter dem Thermostat) müssen bei den letzten Heizkörpern im OG voll auf.
Danach die nächsten Heizkörper rückwärts zur WP hin anpassen.
Die ersten HZ Körper daher auf 1 und 2.
Der letzte Raum am Strang gibt die VL Temperatur vor.
Oder die Bypasse entsprechend einstellen.
Die restlichen HZ Körper werden über die Ventile runter geregelt, nicht über das Thermostat.
Dies kann man danach machen wenn ein Raum kühler sein soll als andere.
Die Primärkreis Pumpe ablesen, Soll und Ist Drehzahl vergleichen.
Weichen die Werte zu sehr ab, Filter und Siebe im System reinigen.
Wenn die Werte passen kann Drehzahl über Parameter 1100 evtl. noch nach oben angepasst werden.
Ansonsten ist ein Einrohr System wie @Franky schon geschrieben hat Murks.
Geht vielleicht gut bei einer ebenerdigen Wohnfläche (Bungalow) aber über 2 Etagen schwierig.
Anbei noch nützliche Informationen zum Abgleich der HZ Körper.
https://www.hydraulischer-abgleich.de/basiswissen/hydraulischer-abgleich-basiswissen/
https://www.energie-lexikon.info/einrohrheizung.html?s=ak
Murks würde ich nicht gleich sagen,aber eben ineffizient.
Gerade,weil der Vorlauf mit jedem Heizkörper kühler wird.
Grundsätzlich werden alle HK warm. Die Frage ist nur,mit welchem Aufwand.
Ja so kann man es auch nennen 😉
Fazit aus dem Link:
Aus den genannten Gründen fällt der Energieverbrauch sowohl bei der Wärmeerzeugung als auch für die Umwälzpumpe relativ hoch aus – wobei der Mehrverbrauch im Einzelfall stark variieren kann. Gleichzeitig ist der Wohnkomfort eher geringer ist als bei den heute gängigen Systemen. Deshalb werden Einrohrsysteme schon lange praktisch nicht mehr eingebaut.
Hallo OpimusOne vielen Dank für Deine Unterstützung. Ich muss mit der Erblast leben. Meine Eltern hatten sich vermutlich für die günstigere Variante entschieden. Die günstigste Variante wird immer angeboten ist aber im Ergebnis die Schlechteste. Nachrüsten wird wahrscheinlich unwirtschaftlich. Die Rücklauftemperatur war 5° niedriger wie die Vorlauftemperatur. - das ist für mich verständlich. Die Heizkörpertemperatur im OG war jedoch nochmal 5° niedriger als die Rücklauftemperatur. Daher meine Zweifel üb er die Wasserströmung. Nochmals vielen Dank für Deine Unterstützung.
Ich vermute dass man es mit einer durchdachten Einstellung der einzelnen Heizkörper und Bypass Ventile halbwegs in den Griff bekommt.
Wenn Du die angegebenen Punkte überprüft und nachgestellt hast und es dann immer noch nicht passt gibt es wohl noch die Option den ganzen Durchfluss zeitlich gesteuert rückwärts laufen zu lassen. So würden dann die am weitesten entfernten Heizkörper zuerst bedient werden.
Dafür gibt es wohl spezielle Pumpen.
Hallo, zuerst nochmals vielen Dank für alle Unterstützer. Ich habe noch folgendes festgestellt: In der App wird eine Vorlauftemperatur von 40° angezeigt. Tatsächlich zeigt das Thermostat von Viessmann im Vorlauf, - 1 m. von der Wärmepumpe entfernt - eine Vorlauftemperatur von 35 ° an. Was ist nun richtig?
Am Heizkörper habe ich jeweils Temperaturen von 30 ° gemessen. Das mag für den Wärmeverlust OK sein.
Ende November hatte ich noch einen Kundendiensteinsatz angefordert. Kosten mehr als 600€. Da
sollte aber dann doch optimal eingestellt sein. Der Heizkreis für EG und OG ist getrennt aber nicht geregelt. Bei Lüftungsanlagen werden unterschiedliche Bereiche auch mit Mengenschiebern geregelt,. warum bei der Heizung nicht. Das ist für mich immer noch nicht geklärt und die unterschiedlichen Temperaturunterschiede der App und am Thermostat. Gruß aus Unterfranken - Günter
Die unterschiedlichen Temperaturen könnten durch die Pumpenleistung erklärt werden. Einrohrsysteme müssen wie eine FBH behandelt werden. Was dann bedeutet,dass die Pumpe mit vollem Konstantdruck arbeitet. Denn die Rohrlänge und Volumenstrom ändern sich bei einer EinRohrheizung nie. Und so erübrigt sich auch die Frage nach Mengenreglern. Zuallererst muss der Rohrdurchmesser und der Pumpendruck stimmen. Nach Heizkurve kannst eigentlich auch nicht fahren,wenn der letzte Heizkörper in absehbarer Zeit auch warm werden soll.
Nun die Frage,wie die Pumpe bei dir eingestellt ist?
@frankenguenter schrieb:Der Heizkreis für EG und OG ist getrennt aber nicht geregelt. Bei Lüftungsanlagen werden unterschiedliche Bereiche auch mit Mengenschiebern geregelt,. warum bei der Heizung nicht. Das ist für mich immer noch nicht geklärt
Kann man auch bei der Heizung so machen bzw. es ist "normal" Mischerventile zu haben wenn man mehrere getrennte Heizkreise hat. Wenn EG und OG wirklich zwei getrennte Heizkreise sind, die auch jeweils getrennt zur zur WP gehen, kann man natürlich auch beide mit Mischern individuell regeln lassen oder die Volumenströme zwischen beiden Heizkreisen über ein fest einstellbares Drossel-/Mischerventil (weiß nicht ob das die korrekte Bezeichnung ist) so verteilen, wie es für die gleichmäßige Erwärmung notwendig ist.
Ob das auch bei Dir geht hängt aber vom Rohrnetz ab. Sind EG und OG wirklich getrennte Heizkreise und VL/RL beider gehen jeweils getrennt bis zur Heizung? Oder ist der EG-RL mit dem OG-VL verbunden?
Vielleicht zuerst probieren was Franky schon schreibt - Pumpendruck erhöhen.
Wenn das auch nicht hilft.
Wie die Vorredner schon andenken wäre die weitere Lösung, wenn beide Heizkreise auch faktisch getrennt sind und mit eigener Verrohrung im Keller ankommen, diese auch anschlusstechnisch so einzubinden.
Der Heizkreis der die höheren Temperaturen benötigt, also voraussichtlich wegen höherer Leitungsverluste OG, als Heizkreis 1 definieren.(Heizkreis 2 muss niedriger °° als Heizkreis 1)
Ob du da mit nur 1 Pumpe zurechtkommst ?
Gruß Karl
Soweit ich das überblicken könnte,ist im Steigstrang nur ein T-Stück. Wenn man also EG und OG voneinander trennen würde,müsste auf der Etage je ein Strangregulierventil verbaut werden. Dummerweise sind hier Vor- und Rücklauf über eine Kapillarleitung ( damit in beiden Strängen der gleiche Druck herrscht.)miteinander verbunden . Der Rücklauf kommt aber erst im Keller an. Ein einfacher Schieber tuts hier nicht.
Einrohrheizungen sind zu Recht von der Bildfläche verschwunden.
Die Schwerkraft spielt in den geschlossenen Kreisläufen keine Rolle. Aber die Rohrlänge ins OG wird länger sein, so dass wahrscheinlich der Split zwischen EG und OG unterschiedlich ist. Mit dem Zusatzventil im EG solltest du das EG ggü. dem OG etwas drosseln können, so dass mehr nach oben fließt. Den Gesamtvolumenstrom ggf. an der Pumpe nachregeln. Wichtig ist aber auch die korrekte Einstellung an jedem HK zum Abgleich untereinander. Die HK-Kette im OG sollte so wenig wie möglich gedrosselt sein.
Vielen Dank in die Runde für die Gedanken die Ihr euch gemacht habt und die Informationen. Jetzt muss ich mich mal mit meinem Heizungsbauer zusammensetzen, eure Lösungsvorschläge diskutieren und die beste Lösung suchen. Ich wünsche allen noch ein schönes Wochenende. Grüße Günter