Hallo Zusammen,
Ende letzten Jahres wurde bei uns die Gas Heizung gegen eine Vitocall 200S AWB-E 201.D16 + Vitocell 120-E Typ SVW 600L getauscht. Die Anlage wurde so aufgebaut, dass wir damit im Sommer auch Kühlen können. Dies funktioniert aber leider nicht wie gewünscht. Die Anlage leitet wie geplant den Vor- und Rücklauf im Kühlbetrieb am Pufferspeicher vorbei. Unser Haus verfügt über 18 Fussbodenheizkreise. Hiervon sind jetzt im Sommer 14 geöffnet (die anderen 4 verlaufen im Keller, welcher nicht gekühlt werden muss/soll).
Mir ist jetzt aufgefallen, dass die Anlage extrem oft Taktet. Aktuell ca. 100 x am Tag. Der Verdichter läuft in dieser Zeit ca. 3 Minuten auf 8% Leistung. Ich habe berechnet, dass wir mit den offenen Heizkreisen einen Volumenstrom von ca 1200L/h erreichen. Eine Erhöhung ist leider nicht möglich, da die Heizschlagen einen geringen Durchmesser von 12mm haben und die Topmeter schon voll aufgedreht sind. Ich gehe also davon aus, dass das Überströmventil den Vorlauf direkt wieder in den Rücklauf leitet und die Anlage daher direkt ausgeht. Das Überströmventil steht schon auf Maximalanschlag mit 500 mbar. Es dauert auch nur Sekunden, bis der Vorlauf laut Anlage auf 14°C runter gekühlt ist. Wenn der Verdichter dann aus ist, gleichen sich Vor- und Rücklauftemperatur innerhalb von 30 Sekunden an.
Der Effekt vom acitve cooling ist auch nur marginal spürbar. In Räumen wo wir ohne die Funktion 24,5°C haben, sind es jetzt nach einem Tag Dauerbetrieb 24°C, wobei der Boden schon spürbar kälter wird.
Meine Frage ist jetzt, benötigt die Anlage auch beim Kühlen einen Mindestvolumenstrom von 1400L/h und liegt es dann daran, dass die Anlage so oft Taktet? Bei einem weiteren Betrieb der Anlage mit ca. 3000 Takten im Monat, verschleißt die Anlage schneller oder kann man das so laufen lassen?
Im Anhang ist ein Foto von der aktuellen Taktung des Verdichters. Die längste Zeit lief der Verdichter um 6 Uhr um Warmwasser zu bereiten.
Vielen Dank!
Hallo Micha12,
ich gehe davon aus, dass der Feuchteanbauschalter den Betrieb unterbricht. Wie hoch ist die minimale Vorlauftemperatur (Parameter 7103) eingestellt?
Viele Grüße
Flo
Hallo,
diese ist auf 18°C eingestellt worden. Der Installateur hatte noch die gewünschte Raumtemperatur auf 15°C eingestellt, damit die Kühlung auch anspringt. Vielleicht hat es ja auch hiermit was zutun? Ich hatte jetzt testweise auch die Heizkreise im Keller geöffnet. Damit sollte die Anlage einen Volumenstrom von ca. 1600L/h haben. Dies hat aber leider die Situation auch nicht verbessert.
Viele Grüße,
Michael
Stell die minimale Vorlauftemperatur mal auf 20 °C ein.
Viele Grüße
Flo
Hallo Flo,
die Anlage Taktet so etwas weniger, aber am Zustand hat sich nichts verändert. Der Verdichter läuft ca. 3 Minuten und geht dann aus. Nach 20 Minuten fängt wieder das gleiche Spiel an.
Viele Grüße,
Michael
Weshalb geht er denn aus? Ist die Ausschalthysterese bereits erreicht?
Viele Grüße
Flo
Wo kann ich den gesetzten Wert hierfür einsehen?
Es gibt zumindest keine Fehlermeldung in der Historie.
VG
Mach doch mal ein Bild von jeder Seite der Anlagenübersicht, wenn er abschaltet. Also einmal kurz davor und einmal danach. Du gelangst dorthin, indem du die "?"-Taste für ca. 4 Sekunden gedrückt hältst.
Viele Grüße
Flo
Hallo Flo,
ich hoffe die Bilder sind hilfreich. Ich habe nachdem der Verdichter aus geht zwei mal Fotos gemacht. Hier kannst Du sehen, dass sich die Vorlauf- und Rücklauftemperatur innerhalb von Sekunden angleichen. Danach geht das Spiel dann wieder von vorne los. Der Verdichter läuft ca. 4 Minuten insgesamt.
Viele Grüße,
Michael
Es sieht für mich nach einem normalen Abschaltverhalten aus. Hysterese wurde erreicht und dementsprechend der Betrieb abgeschaltet. Hast du mal getestet, ab wann der Feuchteanbauschalter auslöst? Eventuell kannst du noch weiter runtergehen mit der minimalen Vorlauftemperatur oder die Hysterese etwas vergrößern.
Viele Grüße
Flo
Aber wie kann es denn sein, dass innerhalb von 3 Minuten die Hysterese erreicht wird und das Wasser so schnell abkühlt? Da scheint doch irgendwas nicht zu passen. Sobald der Verdichter aus geht, springt bzw. steigt die Vorlauf- und Rücklauftemperatur innerhalb von Sekunden wieder auf das Niveau von vorher. Kann es nicht mit dem Überströmventil zusammen hängen?
Wenn es nur ein paar Minuten sind, kann es auch sein, dass der Umlauf grenzwertig ist und es deshalb dazu kommt.
Viele Grüße
Flo
Entspricht den das aktuell festgestellte Taktverhalten auch dem im Heizbetrieb?
Bei so vielen Takten solltest du dir unbedingt Gedanken machen!
Das ist tödlich für den Verdichter!!
Warum @Flo_Schneider nicht darauf hinweist ist mir ein Rätsel.
Sonnige Grüße
Thilo
Hallo Thilo,
Beim Heizen haben wir die Problematik nicht. Hier ist dann aber auch der Pufferspeicher dazwischen, welcher wohl das übermäßige Takten verhindert. Ich bin hier aktuell weiterhin ratlos. Dann muss ich Kühlungsfunktion wohl wieder ausschalten und auf meinem Heizungsbetrieb warten. Die konnten aber bis jetzt auch keine Abhilfe schaffen.
Ok, alles klar, dann rettet dir der Puffer den Verdichter.
Sollte dir etwas an deiner Anlage liegen und du den Verdichter noch eine Weile nutzen möchtest rate ich dir auch schalte die Kühlung wieder aus!
Dein dargestelltest Takten ist ja noch viel schlimmer als bei vielen schon gestorben Anlagen im Heizbetrieb.
Da scheint etwas mit deiner Hydraulik nicht zu stimmen, die Anlage braucht Durchfluss ohne Ende und den erreichst du nun wahrscheinlich ohne Puffer nicht.
Vermutlich ist das ein Planungsfehler und du solltest deinen Fachbetrieb auffordern den Mangel zu beseitigen.
Viel Erfolg
Hi Micha12,
Dein Beitrag ist ja schon älter, konntest Du eine Lösung finden ?
Wir haben nun auch eine Viessmann Wärmepumpe 250-A und dazu einen Pufferspeicher 120-E und das Kühlen funktioniert da auch nicht. Wenn ein Puffer an dem System angehängt ist, dann will Viessmann den benutzen und dann arbeitet die Kühlung wohl gegen das Erwärmen des Warmwassers, will man direkt die Kühlung einspeisen, dann muss man das erst "programmieren" das muss dann der Fachbetrieb machen, also 2mal im Jahr.
Alles wenig zufriedenstellend.
Bin auf der Suche nach einer Lösung. Im Moment sieht es danach aus, dass wir entweder den Pufferspeicher rauswerfen müssen, was recht viel kostet oder dass wir einen zusätzlichen Speicher für Heizen/Kühlen brauchen, leider scheint es keine zu geben, die platzmäßig bei uns reinpassen.
Gruß HMB
Ich will bei meiner Vitocal 250A auch den Pufferspeicher beim Kühlen "trennen" und direkt in die FBH gehen. Wenn ich die Beiträge im Forum lese scheint das aber nicht zu funktionieren solange man häufiges Takten vermeiden will. Hat jemand auch positive Erfahrung mit Active Cooling ohne Takten? Wie ist die Anlage dann konfiguriert?
Hi Chkai,
Habe gerade heute mit COPAR gesprochen, die meinen, dass Kühlen mit einem Puffer nur dann geht, wenn der Puffer für Heizen/Kühlen vom Brauchwasserpuffer getrennt ist. Ansonsten entsteht eine Vermischung des Wassers und die Puffer arbeiten gegen einander ( was auch meine Erfahrung hier bestätigt ).
Weiteres Gespräch mit meinem Fachbetrieb:
Bei Viessmann 250-A gäbe es die Möglichkeit den Puffer aus dem Setup zu nehmen, dann steuert die WP Inneneinheit die beiden 3-Wege-Ventile an und die Kühlung läuft ohne Puffer. Im Winter, muss man dann den Setup erneut ändern, sodass das Heizen wieder mit Puffer läuft.
In wie weit die Anlage dann taktet....nun ja, das wird man dann sehen.
Für mich ist das jedoch keine Lösung, es kann ja nicht sein, dass dann der Fachbetrieb 2mal im Jahr das Setup ändern muss.
Weitere Vorschlag des Fachbetriebes: Einen zusätzlichen Pufferspeicher nur für Heizung/Kühlung einbauen und den Schichtspeicher nur für Warmwasser nutzen...... würde gehen, leider habe ich keinen Platz um einen weiteren Puffer von 200 Liter oder so zu installieren.
Gruß HMB
Danke für Deine Ausführungen. Ich hätte getrennt Puffer und WW-Speicher, könnte also den Puffer auch für Kühlen verwenden. Da der Puffer und die Zuleitungen aber nicht diffussiondicht isoliert sind fürchte ich die Kondensatbildung am Puffer und würde daher den Puffer nicht verwenden sondern direkt in die FBH kühlen. Nach den bisherigen Beiträgen in diesem Forum führt das aber leider häufig zum Takten und verkürzt die Lebensdauer der WP.
Hi ChKai,
welchen Puffer hast Du ? Oder besser welche Puffer ?
Wie gesagt es braucht entweder zwei getrennte Puffer oder einen gesamten, der dann innen 2 getrennte Puffer selbst hat.
Das mit der Kondensatbildung wird dadurch begrenzt (so mein Fachbetrieb), dass man nicht weniger als 19 Grad Wasser haben darf und zusätzlich wird ein Sensor am Vorlauf des Heiz-/Kühlstranges angebracht, der dann die Zirkulationspumpe bei zu viel Feuchtigkeit abschaltet.
Ursprünglich war dieser Sensor im Puffer selbst und an der Inneneinheit der WP angeschlossen, es hat sich aber wohl herausgestellt, dass dieser Sensor so nicht von der WP unterstützt wird.
Entsprechend wurde dann ein weiteres Relais montiert, dass nun die Zirkulationspumpe ausschaltet.
Das heißt: Die Inneneinheit der WP 250-A weiß von diesem Relais NULL! das heißt auch, dass die gesamte Vorlaufregelung alleine arbeitet!
Es kommt ja irgendwann der Moment, dass man Warmwasser braucht, die WP 250-A schaltet um und heißt den anderen Puffer.....die Zirkulation läuft dann aber weiter, soll sie auch, solange kaltes Wasser da ist.... wenn das aber erschöpft ist, sollte sie doch bitte aufhören....macht sie aber nicht....
Also alles sehr weirded....
Gruß HMB
Zwei getrennte Puffer Heizen 1000l (da heizt auch die Solarthermie hinein und bedient die FBH in den Übergangszeiten) und einen WW-Speicher 500l.
Ich weiss, dass ein Feuchteanbauschalter abschaltet wenn Kondensat droht.
Das klappt denke ich, zwei Puffer kommen sich nicht in die Quere.... hätte ich auch gerne 😉
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