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Kühlbetrieb

Ich habe eine 10 Jahre alte Wärmepumpe Vitocal 100 S AWB-AC201.807 zur Beheizung und Warmwasserbereitung eines Einfamilienhauses. Eine Fußbodenheizung ist vorhanden, aber kein Pufferspeicher. Ich möchte die Wärmepumpe gerne auf Kühlbetrieb nachrüsten lassen. Von meiner Wartungsfirma habe ich ein Angebot erhalten. Folgende Teile sollen eingebaut werden:

Feuchte-Anbauschalter "natural cooling" 

Anlegetemperatursensor NTC Nr.2 l=5800

Frostschutzthermostat

Da die "natural cooling-Funktion" bei meiner Anlage nicht funktioniert, habe ich nachgefragt. Mir wurde mitgeteilt, dass dieser Schalter korrekt ausgewählt wurde. Es hieß dann, dass ich Raumthermostate (Fußbodenheizung vorhanden) mit der Umschaltmöglichkeit auf die Kühlfunktion benötige und man prüfen müsse, ob die Leitungen dafür ausgelegt seien. Dies könne man im Rahmen der nächsten Wartung (regulär im November) prüfen oder außer der Reihe, dann aber gegen Bezahlung. Ich stelle bei meiner Wartungsfirma gewisse Unsicherheiten fest. Mich würde daher interessieren:

1. Welche Teile benötigt man? 2. Sollte die Verdrahtung der Thermostate für den zusätzlichen Kühlmodus nicht geeignet sein, würde mich interessieren, ob es noch andere Optionen gibt (Steuerung über Funk? Einbau einer Regelklemmleiste mit Kühlumschaltung?).

 

Vielen Dank!

4 ANTWORTEN 4

Mahlzeit.

 

Das Angebot der Wartungsfirma enthält die korrekten Kernkomponenten seitens des Herstellers.

 

Im Kühlmodus muss immer der mindest Volumenstrom gegeben sein. Evtl wird noch ein überströmventil benötigt. ( Wichtig ohne Puffer).

 

Wenn deine aktuellen Raumthermostate nur rein für das Heizen ausgelegt sind, schließen sie sich bei Wärme. Im Kühlbetrieb ist es genau umgekehrt: Steigt die Raumtemperatur, müssen die Ventile am Fußbodenverteiler öffnen, um kaltes Wasser durchzulassen.
 
Anbei 3 Varianten 
 
Option A: Einbau einer modernen Regelklemmleiste mit Kühlumschaltung
Sie belassen die Kabel wie sie sind und tauschen im Heizkreisverteilerkasten lediglich die zentrale Klemmleiste (den Regelverteiler) gegen ein Modell mit „Change-Over“-Funktion (CO-Signal) aus.
  • Wie es funktioniert: Die Wärmepumpe gibt beim Umschalten in den Kühlmodus ein 230V- oder 24V-Signal aus. Dieses Signal wird an die neue Klemmleiste angeschlossen. Die Klemmleiste dreht daraufhin intern die Logik für alle angeschlossenen Stellantriebe um (aus „Heizen“ wird „Kühlen“).
  • Voraussetzung: Die vorhandenen Raumthermostate müssen mit dieser Logikumkehr der Klemmleiste kompatibel sein oder schlichtweg im Sommer voll aufgedreht werden (wodurch die Kühlung zentral über die Wärmepumpe/Klemmleiste geregelt wird).
 
Option B: Umrüstung auf eine Funk-Einzelraumregelung (Beste & flexibelste Lösung)
Wenn die Kabel komplett ungeeignet sind, klemmen Sie die alte Verdrahtung ab und setzen auf ein Funk-System (z.B. Homematic IP, Möhlenhoff Alpha 2 oder Cosmo).
  • Komponenten: Eine Funk-Regelklemmleiste im Verteilerkasten und batterriebetriebene Funk-Raumthermostate an den Wänden.
  • Vorteil: Diese Systeme beherrschen die automatische Umschaltung zwischen Heiz- und Kühlbetrieb per Funk oder über ein zentrales Signal der Wärmepumpe vollkommen autark und fehlerfrei.
 
Option C: Die "Manuelle" Sommerlösung (Kostengünstig)
Sie verzichten komplett auf die elektronische Umschaltung der Thermostate. Im Sommer demontieren Sie die elektrothermischen Stellantriebe im Verteilerkasten manuell (einfach per Klick oder Drehung abschrauben) oder stellen die Thermostate alle auf Maximaltemperatur (z.B. 30 °C), damit die Ventile dauerhaft geöffnet sind. Die Regelung der Raumtemperatur erfolgt dann rein über die witterungsgeführte Vorlauftemperatur der Vitocal (z.B. konstante Kühlung mit 18 °C Vorlauf).
 
Wenn du das Thema Steuerung angehen möchten: Fragen gezielt nach einer Regelklemmleiste mit Heizen/Kühlen-Umschaltung über ein externes Change-Over-Signal oder planen direkt den Einbau einer Funk-Regelklemmleiste, um maximale Betriebssicherheit ohne Kabelaufwand zu haben.
 
Gruß Claus-Vito 

 

 

 

 

 

 

Hallo Claus-Vito,

danke für die ausführlichen Antworten. Zu den Optionen habe ich Fragen bzw. Anmerkungen:

Wenn ich es richtig verstanden habe, wäre Option C mit Einstellung der Thermostate auf die Maximaltemperatur die einfachste und kostengünstigste Lösung. Die Demontage der Stellantriebe wäre dann offenbar nicht mehr notwendig. Mir würde eine Kühlung sämtlicher Räume genügen, eine Temperatureinstellung für jeden einzelnen Raum benötige ich nicht. Welche Nachteile hätte diese Variante?

Danke und Güße

Canigou

Die Anpassung einzelner Räume sind nicht mehr gegen. 

Wenn sehr kaltes Wasser durch die Rohre fließt und die Thermostate in feuchten Räumen (z. B. Bad) offen sind, kann Feuchtigkeit am Boden kondensieren.

(Dafür ist der Taupunkt Sensor da, der eingebaut werden muss.

 

Wenn dir die Kühlung sämtlicher Räume genügt, dann war es so ziemlich mit den nachteilen.

 

Auch das Takten der Wärmepumpe sollte im Sommer vermieden werden. Das wird dir dann nicht so schnell passieren, da alle Heitkreises offen sind.

 

Gruß Claus-Vito 

Ich habe mit der Heizungsfirma über Option A gesprochen, die ich bevorzugen würde. Der Techniker möchte gerne wissen, ob es zur Klemmleiste eine Artikelnummer bei Viessmann gibt. Ich nehme an, dass es um einen 230 V Anschluss geht. Ich füge Fotos von den "Kästen" im EG und OG bei. Außerdem würden wir gerne wissen, ob der Kühlmodus über die Viessmann App (ViCare) steuerbar ist. Im Sommer schalte ich den Heizbetrieb aus, die Kühlung benötige ich an sehr heißen Tagen und würde sie danach wieder ausschalten wollen.

Vielen Dank und Grüße

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