Ich habe im Sommer vergangenen Jahres eines Vitocal 250 installiert.
Ich habe vor dem Kauf der Anlage die Randbedingungen unter https://www.waermepumpe.de/werkzeuge/jaz-rechner/ eingegeben und berechnet. Dort wurde mir eine JAZ von ca. 3,8 ermittelt. Diese werde voraussichtlich deutlich verfehlen - und das dürfte nicht nur am aktuell kalten Winter liegen. Gibt es bei Portale etc. wo man die Arbeitszahlen umliegender Anlagen bspw. monatsweise oder tageweise vergleichen kann? Daraus könnte ich ableiten, wohin sich bei der Anlage der Wert durchschnittlich entwickeln wird.
Dieses Vergleichsportal wirst du wahrscheinlich so nicht finden. Die Chance ist aber groß, hier ein paar Nachbarn auszumachen. 1:1 vergleichbar sind die Anlagen aber selten, da hier viele Parameter eine Rolle spielen. Tendenziell ist der Wert von 3,8 allerdings wirklich unterdurchschnittlich, wenn er aus ViCare stammt. Eine reale 3,8 wäre durchaus akzeptabel.
Wesentliche Ursachen für eine schlechte JAZ sind der Einsatz des Zusatzheizers und hohe Vorlauftemperaturen z.B. wegen zu kleiner Heizkörper, nicht optimierter Heizkurve oder magelhaftem hydraulischen Abgleich sowie sehr hoher WW-Temperaturen (Hygiene-Orogramm).
Danke für die schnelle Antwort. Vielleicht muss ich noch ausführen: Der Wert von 3,8 wurde ermittelt mit dem Einsatz der zusatzheizung, ohne wurde er auf 4,2 prognostiziert. Genauso habe ich in dem Portal die Wärmemenge und auch die Vorlauftemperatur von 52 Grad eingegeben. Ein hydraulischer Abgleich wurde durchgeführt, genauso habe ich die Heizkurve schon verbessert
Was heißt "wenn er aus Vicare stammt"?
Aktuell läuft es für das erste Betriebsjahr auf einen Wert von 3,3 hinaus (unter Berücksichtigung des Heizstabes) und auf 3,7 für die Berechnung ohne Berücksichtigung des Heizstabes.
Was meinst du mit "unter Berücksichtigung des Heizstabes"? Wenn er benutzt wird, zählt er natürlich in der Gesamtbilanz mit rein. Wenn du ohne Berücksichtigung des Heizstabes (also allein für den WP-Anteil) nur 3,7 erreichst, ist das auf jeden Fall sehr wenig. Und wenn die JAZ durch den Heizstab dann noch auf 3,3 fällt, ist er m.E. zu viel im Einsatz. Allerdings muss du natürlich die komplette Heizsaison abwarten. Jetzt kommen noch einmal moderate Wochen mit besserem COP und wahrscheinlich ohne Heizstab.
Die Werte für den Stromverbrauch werden in ViCare nicht gemessen, sondern kalkuliert. Das erfolgt recht optimistisch, so dass im Vergleich zu Energiezählern in der Zuleitung weniger herauskommt. Umgekehrt fällt die von der Anlage gemeldete erzeugte thermische Energie höher aus, als es eingebaute Wärmemengenzähler ermitteln. Insofern ist die von ViCare ermittelte JAZ (bzw. die zugrundeliegenden Energiewerte) sehr optimistisch und spiegelt zumindest nicht das Gesamtsystem wieder.
Falls du für das Gefühl Vergleichswerte aus meiner aktuellen Saison (nur Heizkörper, inkl. WW, Zusatzheizer komplett deaktiviert) haben willst:
09/25 318/55,8=5,7
10/25 1140/210=5,43
11/25 1710/379=4,51
12/25 2290/568=4,03
01/26 3030/828=3,66
02/26 2370/592=4,0
Saison gesamt bisher 10858/2632,8=4,12
Und hier noch der Temperaturverlauf einer naheliegenden Wetterstation
Du solltest wirklich mal ein kpl. Jahr abwarten so wie ABR schon empfiehlt.
Jetzt kommen die wärmeren AT. Da arbeitet die WP dann teils mit Faktor 5, 6 od. 7 die die kpl Berechnung nochmal deutlich verändert.
Gruß Karl
Hallo,
zusätzlich zu den Werten aus der ViCare App ist zu bedenken, dass die Inneneinheit (sofern vorhanden, aber ich glaube bei dieser WP schon) nicht im Verbrauch auftaucht. Ich habe aber extra ein Energiemeter für die Inneneinheit (IE) in Verwendung.
ich habe mir aus dem Grund eine eigene Excel-Liste erstellt, in der ich monatlich die Verbräuche festhalte:
Derzeit sind wir noch mitten in der Heizsaison, daher sind die Werte noch nicht abschließend final und die Anlage wurde erst am 30. September 2025 in Betrieb genommen.
Wir haben ausschließlich Heizkörper, die für eine Biomasseheizung (Also VL-Temperatur ~50-55°C) ausgelegt waren. Der Heizstab ist aktiviert, war aber nur selten in Verwendung (2025: 8,7kWh; 2026: 9,5kWh). Dafür ist die JAZ von Gesamt 3,67 ganz in Ordnung.
Außerdem haben wir noch einen alten Heizstab für das Brauchwasser, den ich manuell an Tagen einschalte, an denen von der PV-Anlage Überschuss besteht und ich daran denke. Das verzerrt den Verbrauch des WWs etwas, allerdings bewegen wir uns im Bereich von 45kWh (Also 306kWh statt 261kWh) und ich würde es ungern zu Lasten der WP eintragen, wenn dadurch die Einspeisung über 0,075 €/kWh von 45 kWh verhindert wurde um einen Strompreis von 0,2885 €/kWh zu ggf. späterem Punkt zu vertreiben. Also ich müsste eine Arbeitszahl von ca. 3,84 erreichen, damit ich WW zum gleichen Preis erzeugt hätte. Im Winter selbst tagsüber eher schwierig.
Unsere Anlage befindet sich im südöstlichen Teil Baden-Württembergs und für einen recht kühlen Januar ein ganz passabler Wert, mit dem ich wirklich zufrieden bin.
Grüße
Silvan
Abwarten hilft nichts - ich kann den Wert aufgrund der zu erwartenden Durchschnitte schon gut abschätzen. Schließlich kommt hinzu, dass in den warmen Monaten zwar die Effizienz steigt, aber auch der Verbrauch sinkt.
Vielleicht muss ich meine Frage präzisieren: Es gibt durch einen Grund dafür, dass man die Effizienz mit und ohne Heizstab auch getrennt berechnet. Rechnet man den Effekt des Heizstanbes heraus, zeigt sich die Effizienz der eigentlichen Wärmepumpe - trotzdem ist es für die Gesamtbilanz natürlich wichtig, dessen Einsatz mit zu berücksichtigen. Ich habe jetzt auf Basis der App-Werte mal die letzten sechs Monate für Lübeck ausgewertet:
| elt gesamt | davon Elt Heizstab | Elt ohne Heizstab | Wärme gesamt | Wärme ohne Heizstab | Effizienz WP gesamt | Effizienz WP ohne Heizstab | ||
| gesamt | 9.793 | 539 | 9.254 | 30.504 | 29.965 | 3,11 | 3,24 | |
| September | 2025 | 181 | 0 | 181 | 874 | 874 | 4,83 | 4,83 |
| Oktober | 2025 | 612 | 0 | 612 | 2.850 | 2.850 | 4,66 | 4,66 |
| November | 2025 | 1.390 | 0 | 1.390 | 5.120 | 5.120 | 3,68 | 3,68 |
| Dezember | 2025 | 1.540 | 5 | 1.535 | 5.470 | 5.465 | 3,55 | 3,56 |
| Januar | 2026 | 3.170 | 168 | 3.002 | 8.630 | 8.462 | 2,72 | 2,82 |
| Februar | 2026 | 2.900 | 366 | 2.534 | 7.560 | 7.194 | 2,61 | 2,84 |
... und man kann erkennen, dass ich in den beiden letzten kalten Monaten sehr niedrig liege. Und sollte die App den Wert "schönen" (siehe oben), wäre es noch schlechter.
Mir geht es ja darum, ob auch andere Community-Beteiligte sich vorab die Effizienz anhand des o.a.Tools berechnet haben und ähnliche große Differenzen festgestellt.
Also ich habe mal mit meiner WP das von dir angesprochene Tool verwendet. Das erste, was mir aufgefallen ist, dass hier mit festen Vor- und Rücklauftemperaturen gearbeitet wird. Damit kann ich eigentlich wenig anfangen, da sich die Vorlauftemperatur ja konstant mit der Außenluft ändert und das bis zu 60°C, wobei sich ab 52°C der Heizstab um die verbleibenden 8°C Hub kümmert.
Außerdem ist es für mich schwierig abzuschätzen, welche thermische Leistung die WP bei meiner Normaußentemperatur (NAT) hat. Mithilfe von KI wird ein Wert von 4kW abgeschätzt (bei 10kW-WP). Er kommt mir realistisch vor, da am 06.01. bei uns die NAT als tiefste Temperatur erreicht wurde und die AZ an dem Tag bei 2,6 lag (Und die Nennleistung wird mit 10kW angegeben).
Für VL 60°C, RL 50°C wird mir JAZ 3,65 für die WP und 3,08 mit Zusatzheizer angegeben. Diese Werte werde ich nicht erreichen, da ich trotz Zusatzheizer UND zusätzlich der Inneneinheit bei einer JAZ von 3,67 für 2025 bzw. 3,57 in der Heizsaison bin. Ich kann aber auch die die Trinkwasserspeichertemperatur nicht auf die 45°C einstellen, die wir hier fahren (hier wird dann auch einigermaßen regelmäßig die Legionellen-Desinfektion gemacht = wenn die PV Ertrag abwirft, der sonst nur im Netz verschwinden würde, also 1-2x im Monat). Außerdem kann ich nicht sagen, ob die Temperaturen so passen, ich habe halt das Maximum ausgewählt und dann sind maximal 10°C Spreizung erlaubt.
Würde ganz grob aber dem Tool trotzdem ein gewisses Vertrauen schenken, da die Werte nicht aus der Luft gegriffen zu sein scheinen
Nichtsdestotrotz sind Arbeitszahlen unter 3 schon sehr verdächtig, allerdings war Lübeck die letzten 2 Monate schon sehr lange sehr kühl auch am Tag und das ist vermutlich nicht so wirklich gewöhnlich.
Hoffe, das hilft dir etwas.
Danke für Deine Bemühungen. Ich nehme an, dass die dort einzugebende VL-Temperatur die bei der Auslegungsaußentemperatur ist. Und genauso hat meine hydraulische Berechnung als Ergebnis auch eine Rücklauftemperatur.
Die thermische Leistung lässt sich m.E. aus dem Diagramm der Wärmepumpe ableiten. Elektrische Leistung ist bei mir 5 W (in der Realität sogar 5,5 W), und der COP-Wert ca. 2,2 - ergibt 11 kW. Warmwasser machen wir nicht.
Und mit den Werten ergeben sich mit einer gewissen Streuung JAZ-Werte von ca. 3,8 bis 4.
Dass die Werte meiner WP an manchen Tagen so schlecht sind, kann ich nachvollziehen. Ich möchte ja lediglich verstehen, warum die Prognose so weit daneben liegt - oder ob es sich wirklich um einen Ausnahmewinter in Schleswig-Holstein handelt.
Daher suchte ich "Vergleichsanlagen" in dem Gebiet.