ich habe die Messung gerade mal wieder gemacht und aufgezeichnet: HerrP_0-1693080803919.png @Dickmuschel2013 hilf mir bitte bei der Interpretation! [edit 27.08.: Achtung - in Teilen die 'Vermutungen' nicht zu ernst nehmen! siehe meinen 'Widerruf' unten...] Ich würde vermuten nachdem der Stromkreis zum Messen geöffnet wurde, 'stauen' sich die Ionen auf der Opferanode. Sobald ich den Stromkreis über das Messgerät schliesse, fliessen die Ladungsträger, und nach einer Weile ist wieder die Situation hergestellt, ähnlich der, wie sie auch ist, wenn der Stromkreis durch das Kabel geschlossen ist. Als Ingenieur weisst du wahrscheinlich, dass in den Digitalmultimetern nicht der Strom direkt (wie in einem Drehspulmesswerk), sondern mittels Spannungsabfall an einem mit dem zu messenden Strom durchflossenen Shunt gemessen wird. Je kleiner der zu messende Strom, desto höher ist der Widerstand des Shunts gewöhnlich. Ich nehme mal an, dass (unter anderem) hier ein Unterschied zwischen Messgeräten liegt, die sich im Preis um den Faktor 10 (oder beim Baumarktinstrument noch einiges mehr) unterscheiden. Bei dem sehr kleinen Shunt des Fluke findet innerhalb des ersten Aufzeichnungsintervals schon ein Abbau des Potentials statt, dass der RMS Wert nur noch bei gut 2 mA liegt. Bei der andauernden Messung wird das Potential immer weiter abgebaut, bis es einen Wert angenommen hat, der dem des 'Kurzschlusses' mittels des Kabels recht nahe kommt. Wenn wir jetzt das günstige Messgerät nehmen, bei dem aufgrund der nicht so hochwertigen Messtechnik der Shunt größer ist (um so größer, je kleiner der Messbereich gewählt wird), so erfolgt der Potentialabbau wegen dem vergleichsweise großen Widerstand erheblich langsamer, wohlmöglich findet er fast überhaupt nicht oder nur bis zu einer Grenze statt, die weit weg von der Situation des Kurzschlusses mit dem Kabel ist. Das Fluke 189 hat bei 1 mA einen Spannungsabfall von 1.8 mV, das Benning MM2 hat 300 mV. Wenn wir die Elektrochemische Spannungsreihe betrachten, haben wir zwischen Magnesium und Eisen etwa 2 Volt. Wenn wir jetzt Messwerte von 4 oder 5 mA haben, wird einiges deutlich. Das ist wie bei einer nahezu leeren Batterie, die immernoch eine beachtenswerte Leerlaufspannung hat, die aber völlig einbricht, sobald man sie belastet. Mit dem 'günstigen' Messgerät wird die 'Batterie' kaum belastet, und zeigt eine Spannung nahe der Leerlaufspannung (und mit dem Digitalmultimeter messen wir ja am Ende Spannung, s.o.). Mit dem teuren Messgerät kommen wir zumindest nach längerer Messdauer nahe an den 'wahren' Wert. "Wer misst, misst Mist." 😉 Eigentlich müssten wir den Anodenstrom mit einem 20eu Drehspulinstrument messen, dessen Widerstand gleich dem des Kabels zur Verbindung der Anode mit dem Kesselmantel ist (und das ist erheblich weniger als die 1,8 Ohm des Fluke und nochmal viel weniger als die 300 Ohm des Benning). beste Grüsse! Phil
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