>> Hm, wie kommst du darauf dass die VL- Temp. erhöht werden muss? Stell dir zwei Fälle vor (beide theoretisch und so nicht wirklich möglich, aber ich denke, damit wird es klar): 1. Der Volumenstrom ist unendlich, der Heizkörper hat überall Vorlauftemperatur, sagen wir 40°C -> die 'effektive Heizfläche' ist 100%. Sagen wir, er gibt dabei 500 Watt in den 20°C warmen Raum ab. 2. Der Volumenstrom ist klein, so dass der Heizkörper oben Vorlauftemperatur hat und unten nur noch Raumtemperatur und der Gradient ist dabei linear. Dann beträgt die 'effektive Heizfläche' nur noch 50%, weil da, wo er Raumtemperatur hat, keine Wärme mehr an den Raum abgegeben wird, und in der Mitte nur noch halb so viel wie oben. Die Heizlast des Raumes ist aber immer gleich, z.B. unsere 500 Watt. Da der Wärmefuss (also die Leistung) proportional zu Temperaturdifferenz x Fläche ist, und die (effektive) Fläche nur noch die Hälfte, muss die Temperaturdifferenz verdoppelt werden, also die Vorlauftemperatur auf 60°C angehoben. Wie gesagt, alles nicht ganz 'real'. Weder gibt es einen unendlichen Volumenstrom, noch kühlt in endlicher Zeit das Heizwasser auf Umgebungstemperatur ab, noch verläuft (dann) der Gradient linear über den Heizkörper u.s.w... Du hast oben aber nicht ganz richtige Thesen aufgestellt. Wenn die im Kessel eingebrachte Wärme von den Heizkörpern nicht 'weggebracht' wird, hilft nur eine Vergrößerung der (effektiven) Heizfläche oder die Erhöhung des (durchschnittlichen) Temperaturgefälles zur Umgebung. Das ist Physik, da kannst du nix gegen machen. Mit einer Verringerung des Volumenstoms erreichst du aber das Gegenteil. Du verringerst die effektive Heizfläche (wie grad beschrieben) und/oder verringerst das durchschnittliche Temperaturgefälle, weil ja der Rücklauf kälter wird. Takten bleibt Takten - wenn die minimale Wärmeleistung des Kessels höher ist als die Heizlast, steigt die Temperatur des Heizwassers und die Therme schaltet ab. Energieerhaltung oder wie auch immer, aber wieder Physik. Etwas anderes ist hier das 'Start-Takten' - dabei wird die Wärme nicht schnell genug zu 'Wärmesenke' gebracht, und deshalb steigt lokal im Kessel die Temperatur und der Brenner geht wieder aus. Und auch hier hilft die Erhöhung des Volumenstroms, aber das ist ein 'transienter' Vorgang im Gegensatz zu dem 'statischen' Gleichgewicht beim Heizen, worum es ja bei der Spreizung geht. Klar ist eine niedrige Rücklauftemperatur erstmal gut für die Brennwertausnutzung, aber besonders bei den Wandgeräten, die nur den Kesselwärmetauscher haben, sollten wir das gesamte 'Temperaturniveau' nicht aus den Augen verlieren. Bsw. bekommen wir bei 60°C VL aus dem Beispiel oben an der Stelle des Kesselwärmetauschers schon nix mehr kondensiert, bei 40°C hingegen vieleicht schon noch...
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