Hallo zusammen,
das Wichtigste am Anfang: Grundsätzlich bin ich mit der Installation der neuen Wärmepumpe zufrieden. Ich verstehe nur nicht, wie der hydraulische Abgleich bei unserem System funktionieren soll (bin ja auch ein Laie):
Ich habe eine Wärmepumpe (Vital 250-A) eingebaut bekommen. Man sagte mir, ein separater hydraulischer Abgleich sei nicht nötig, da elektronische Stelleantriebe mit hydraulischem Abgleich des Herstellers Cosmo eingebaut seien, die das dynamisch übernehmen. Ich habe aber nicht das Gefühl, das würde funktionieren. Die alten Heizverteiler für die Fußbodenheizung und die 20 Jahre Altenthermostate mit den Drehreglern und den Zahlen 1 - 6 sind beibehalten worden (also keine explizite Temperatureinstellung). Es ist auch keine neue Regelklemmleiste eingebaut worden (keine Ahnung, ob das notwendig gewesen wäre).
Im Leistungsverzeichnis der Installationsfirma steht "Durchführung des Hydraulischen Abgleiches Type B". Und weiter: "COSMO Elektron.Stellantrieb automatisch dynam.-hydr. Abgleich." Die Stellventile haben offensichtlich zwei Sensoren an den Vorlauf- und Rücklaufschläuchen befestigt. Ich verstehe allerdings nicht, was dann mit den gemessenen Temperaturen der einzelnen Heizkreise passiert. Ich würde vermuten die Daten würden an eine zentrale Einheit verschickt, die dann die Leistung der Wärmepumpereguliert, sehe aber nicht, wie das funktionieren soll, da ich keine Möglichkeit der Kommunikation zwischen den Stellantrieben und der Wärmepumpe erkenne. Sorry, falls ich eine völlig blöde Frage gestellt haben sollte. Wie gesagt, bin halt Laie und darum hier.
Im wesentlichen handelt es sich bei den Stellantrieben um temperaturabhängige Durchflussbegrenzer. Anders als "offen/geschlossen"-Ventile können die Antriebe auch die ganzen Positionen dazwischen (Teillastbereich) wohl recht genau anfahren.
Zum "dynamischen hydraulischen Abgleich": Die haben jeweils Temperaturfühler in Vorlauf und Rücklauf, und regeln sich dann so ein, dass bei der jeweiligen Vorlauftemperatur eine bestimmte in einer internen Kennlinie vorgegebene Spreizung (Differenz zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur) erreicht wird. Das macht jeder Stellantrieb autonom ohne mit den anderen zu kommunizieren, aber in allen ist halt die gleiche interne Kennlinie vorgegeben. Eine Rückmeldung an den Wärmeerzeuger (z.B. VL-Temperatur absenken, weil die Antriebe stark drosseln/dichtmachen) gibt es da meines Wissens nicht.
Man könnte es daher als einer Art Nivellierung von Heizflächen-Temperaturverlauf/Spreizung zwischen den verschiedenen Heizbereichen-/flächen ansehen. Als hydraulischen Abgleich würde ich das aber nicht bezeichnen.
Beim hydraulischen Abgleich Typ B wird für jeden Raum eine eigene Heizlastberechnung durchgeführt (wieviel Wärme braucht der Raum) und dann werden die Heizflächen danach ausgelegt bzw. deren Heizleistungskennwerte einbezogen und dann die Durchflussmengen durch die Heizflächen (und gesamt) festgelegt. Dabei wird das Rohrnetz betrachtet (Druckverteilung) und dann werden die Ventileinstellungen und notwendige Vorlauftemperatur (und Spreizung) errechnet und festgelegt. Wenn man das genau machen will, ist das einiger Arbeitsaufwand.
Das Ziel des hydraulischen Abgleichs ist, eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur, die aber immer noch alles ausreichend warm macht.
@CarlosSantana schrieb:Im Leistungsverzeichnis der Installationsfirma steht "Durchführung des Hydraulischen Abgleiches Type B". Und weiter: "COSMO Elektron.Stellantrieb automatisch dynam.-hydr. Abgleich."
Wurde bei Dir der hydraulische Abgleich Typ B denn mitangeboten/mitbeauftragt/mitberechnet und wurde der durchgeführt? Dann solltest Du als Ergebnis auch ein umfangreiches Dokument/PDF mit den ganzen Heizlastberechnungen, Ventileinstellungen, Vorlauftemperaturen, Rohrnetzberechnungen, Förderhöhe etc. erhalten haben bzw. kannst es nachfordern.
Falls die Cosmo-Stellantriebe eingesetzt wurden, wurde der Abgleich vermutlich nicht gemacht.
Hallo Dale,
viele lieben Dank für die sehr schnelle Antwort. Verstehe ich das dann richtig, dass der hydraulische Abgleich doch laut Leistungsverzeichnis hätte durchgeführt werden müssen und lediglich die Montage dieser Stellantriebe nicht ausreicht?
Ich will gar nicht pedantisch sein, kann aber als Laie halt nicht einschätzen, ob eine Durchführung des Abgleichs mir lediglich 30€ erspart oder 200€. Wir haben insgesamt ca. 220 qm Fußbodenheizung.
Du solltest genau in das Angebot schauen ob beides (Abgleich und Cosmo) gemeinsam angeboten wurde oder ob es Alternativpositionen (entweder das eine oder das andere) im Angebot waren.
Die Montage der Cosmo-Stellantriebe ist etwas ganz anderes als ein hydraulischer Abgleich nach Typ B und wenn letzteres angeboten/beauftragt wurde, muss es auch durchgeführt werden.
Ich würde mal (ganz grob geschätzt) davon ausgehen, dass ein vernünftig gemachter hydraulischer Abgleich Typ B von Kosten/Aufwand her irgendwo zwischen 500 Euro und 1500 Euro liegt.
Ergänzung: Für verschiedene Fördermaßnahmen ist ein hydraulischer Abgleich (nach Verfahren A oder nach Verfahren B) vorgeschrieben.
Ja, der Abgleich wurde beauftragt. Allerdings steht als ein Posten mit den Stellantrieben. Wörtlich steht dort fett geschrieben „Durchführung des hydraulischen Abgleich Type B“ und dadrunter 20 Cosmo Antriebe „liefern und montieren“
@CarlosSantana schrieb:Ja, der Abgleich wurde beauftragt. Allerdings steht als ein Posten mit den Stellantrieben. Wörtlich steht dort fett geschrieben „Durchführung des hydraulischen Abgleich Type B“ und dadrunter 20 Cosmo Antriebe „liefern und montieren“
Mag sein, dass der HB das als einen Block ansieht. Üblicherweise erfolgt sowas zwei Schritten, die zusammenhängen:
1. Durchführen der ganzen Berechnungen des hydraulischen Abgleichs
2. Einstellen aller Ventile nach den Vorgaben des hydraulischen Abgleichs (und ggf. dabei Einbau von einstellbaren Ventilen, falls die alten das nicht können)
Als nächsten Schritt würde ich an Deiner Stelle vom HB die komplette Dokumentation des hydraulischen Abgleichs für Deine Unterlagen anfordern. Dabei nett aber verbindlich eine kurze Frist (paar Tage, vielleicht eine Woche) setzen. Je nachdem wie Dein Verhältnis zum HB ist, kannst Du ihn auch einfach direkt fragen, ob er den Abgleich gemacht hat.
Wenn der Abgleich gemacht wurde, muss er nur ein paar PDFs aus seiner Software "drucken" und Dir z.B. per E-Mail zusenden, was schnell geht. Wenn der Abgleich nicht gemacht wurde, wird evtl. auf Zeit gespielt, bis nachträglich ein Abgleich "hingepfuscht" wurde.
P.S. Du könntest auch beim HB nachfragen, ob die bei Dir verbauten Cosmo-Stellantriebe anerkannte Prüfzertifikate besitzen, bei denen die "Gleichwertigkeit zum verfahren B" nachgewiesen wird, und die von GEG/BAFA/KfW anerkannt sind.
Vielen Dank für die vielen Tipps. Eigentlich ist das Verhältnis ok. Ich frage nochmal nach und warte mal darauf, was da kommt.
Dir wünsche ich jedenfalls einschönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
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