Hallo Community,
vielleicht hat der ein oder andere schon Erfahrungswerte und kann mir weiterhelfen.
Zu meinem EFH freistehend:
200qm beheizte Fläche auf Erdgeschoss und 1 Obergeschoss, Heizkörper und im Bad 2x Fußbodenheizung im gleichen Kreislaif mit einer maximalen Vorlauftemperatur von 45 Grad, Durchschnittlicher Gasverbrauch 17500kwh inkl. Warmwasser, Baujahr 2006 und gut gedämmt.
Wenn man die Schweizer Formel anwendet landet man irgendwo bei 7kw. Jedoch wurde eine Heizlastberechnung durchgeführt die bei 11,7kw landete bei -8 Grad Außentemperatur. Eigene Wärmegewinne wurde nicht berücksichtigt.
Hat jemand in etwa die selben Voraussetzungen und kann mir etwas zu der Größe der Wärmepumpe sagen? Ich schwebe zwischen der Typ 08 und der Typ 10.
Vielen Dank im voraus.
Liebe Grüße
Wenn das mit 7 kW bei NAT -8 stimmt würde die 08 gut passen.
Wie viel Zeit hast du bis zur Entscheidung.
Vielleicht kannst du im Dezember bei ein paar Tage mit 0 Grad eine Verbrauchsmessung machen, um die Heizleistung zu validieren.
>>17500kwh inkl. Warmwasser, Baujahr 2006
läuft die jetzige Heizung gut, mit wenigen Starts?
Oder Taktet sie und ist eher ein Schornsteinföhn.
>>Jedoch wurde eine Heizlastberechnung durchgeführt die bei 11,7kw landete
von wem? Heizungsbauer
Rechne bitte mal deine Hüllflächen aus und das Volumen.
Den HT Wert (mittlerer U wert) müsstest du selbst mit Excel ausrechnen oder vielleicht findest du etwas in der Baubeschreibung von 2006. Du must die Einzel U werte in das Verhältnis der Flächen setzten.
https://grabenkollektor.waermepumpen-verbrauchsdatenbank.de/enev-heizlast.html
Der Kalkulator gibt dann ein recht gutes Ergebnis
Danke für die schnelle Rückmeldung.
Der zurückliegende Dezember/Januar waren relativ kalt. Da habe ich 2400kwh und 3300kwh Gas verbraucht. Das machte auch den größten Batzen aus.
Die aktuelle Gasheizung ist so eingestellt, dass diese nur 5 Uhr bis 10 Uhr und 16:30-22 Uhr heizt und Warmwasser macht. Am Wochenende von 5-23 Uhr. Bei der WP würde ich so oder so alle Ventile voll auf und konstant heizen auch um die Vorlauftemperatur eventuell noch zu senken.
die heizlastberechnung wurde von einem Ingenieurbüro gemacht und ist sehr exakt und meiner Meinung nach auch fehlerfrei. Natürlich mit Puffer und bei extremer Auslegung also schlechtestem Fall.
3300kwh Gas im Januar sagt dass es im Schnitt über den Monat knapp unter 5 kW waren.
Man bräuchte den Tagesverbrauch von einem Tag mit z.b. 0 Grad
oder -5 Grad.
Dann kann man auf -8Grad hochrechnen.
Das wird leider etwas schwierig, da ich mich jetzt entscheiden muss. Aber wenn es über den Monat wirklich „nur“ 5kw gewesen sein sollten, dann spricht das ja eher für die 08 Variante und an ganz kalten Tagen mit Heizstab.
Belastbare Verbrauchswerte der Vergangenheit spiegeln die Praxis des wirklichen Heizverhaltens wider. Gerade der letzte Winter mit den längeren Kältephasen taugt ganz gut für eine Heizlastkalkulation. Für den großen Abweichnungen zwischen der Berechnung aus Verbrauchswerten und der raumweisen Heilzlastberechnung muss es Gründe geben, die du klären solltest. Eine Berechnung muss plausibel sein und dem Vergleich mit der Realität standhalten, sonst ist sie falsch. Es muss Unterschiede in den Annahmen für die raumweise Heizlast und der bisherigen Praxis geben. Wichtig ist natürlich, dass die Zahlenbasis für das Gebäude stimmt (Maße, Isolationswerte, Standortdaten etc.) und ob die veranschlagten Solltemperaturen dem realen Heizverhalten entsprechen. Wenn z.B. aktuell Räume ungenutzt sind und kaum beheizt werden, senkt das den Verbrauch, aber in der Heizlastberechnung wurde richtigerweise eine normale Nutzung unterstellt, wenn dieser Fall künftig eintreten kann. Gab es in der Vergangenheit regelmäßig längere Nutzungspausen mit reduzierter Solltemperatur in der Heizperiode wegen Abwesenheit? Wird ein Kamin betrieben? Wurde der Warmwasseranteil der Vergangenheit realistisch abgebildet (Personenzahl, spezifischer Bedarf, Zirkulation)?
Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass für künftig gleiche Bedingungen wie in der Vergangenheit die Kalkulation mit den historischen Verbrauchswerten das bessere Ergebnis liefert. Dann wäre die A08 sicher eine gute Wahl, aber ohne Reserven. Im Bereich der NAT kann schon mal der Zusatzheizer einspringen müssen (6,36kW @ A-7/W45). Basiert die Berechnung jedoch auf Bedingungen, die in der Zukunft aufgrund erwartbarer Nutzungsänderung eintreten werden und stimmen ansonsten alle Annahmen, dann sollte diese als Grundlage für die WP-Dimensionierung dienen, was dann für die A10 (8,23kW @ A-7/W45) bzw. mit 11,7kW fast schon für die A13 (10,66kW @ A-7/W45) spräche.
Hat sich denn das Ingenieurbüro zu der großen Differenz geäußert? Die sollten ihr Ergebnis auch auf Plausibilität prüfen und zumindest eine Idee für die Abweichung haben.
In der Tat sind die 18000kwh Verbrauch relativ realistisch. In Zukunft wird sich auch nicht wirklich etwas an unserem Nutzungsverhalten ändern.
Die Heizlastberechnung berechnet ein paar Räume wirklich anders. Da werden ungenutzte Abstellräume mit 10 Grad, Bad mit 24 Grad, Gäste WC mit 17 Grad und Eingangsbereich mit Treppe mit 15 Grad angegeben. In der Realität waren Abstellraum, Eingangsbereich und Gäste WC komplett aus. Das Bad mit 22 Grad völlig ausreichend. Daher kann es zu einer etwas höheren Berechnung kommen. Aber so eine große Differenz zum eigentlichen Verbrauch?
Ansonsten ist die Berechnung von den Werten her richtig. Kein Kamin und Warmwasser ist auch realistisch.
Die Frage ist auch, ob es besser ist ein paar Reserven zu haben und eventuell ins Takten zu kommen oder ob lieber eine kleinere die ggf. oft an kalten Tagen auf Volllast läuft und den Heizstab mit nutzt. Die Typ 10 kann ja bis 2,6kw modulieren, die Typ 08 bis 2,1kw. So ein großer Sprung ist da ja nicht. Und natürlich der Aufpreis von 3500€.
11,7kw bei 45W/qm war das Endergebnis.
>>Die Typ 10 kann ja bis 2,6kw modulieren,
Viessmann liefert sie aber mit einem andere Setup aus als im Datenblatt, bei dem sie nur bis 4 kW runter kommt.
Nur nach Beschwerden und Hick-Hack kann das jemand vom Technischen Dienst remote umstellen.
Das musst du dir von HB schriftlich zusichern lassen und dass er das Teil sonst wieder auf seine Kosten abbauen kann.
Ich selbst habe die A10. Die raumweise Heizlastberechnung liefert 8kW, nach Verbrauch sind es knapp 7kW.
Meine Anlage ist also tendeziell etwas größer als nötig, allerdings habe ich eine NAT von -13,1°C mit einer VLT von praktisch 46°C (7,3kW @ A-15/W45). Die A08 gab es zum Zeitpunkt meiner Umrüstung nicht und ich bin mir nicht sicher, ob ich sie bei mir nehmen würde (5,05kW @ A-15/W45).
Leider moduliert die A10 genau wie ihre große Schwester A13 nicht so weit herunter, wie im Datenblatt angegeben. Das war und ist ein großes Thema hier. Viessmann Climate Solutions Community - Viessmann Climate Solutions Community
Das hat sogar dazu geführt, dass VM sich offiziell dazu geäußert hat.
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Wirklich aufgeklärt wurde das Thema nicht.
Geh davon aus, dass bei positiven Außentemperaturen ca. 1kW mehr Mindestleistung nötig sind, um durchzulaufen. Das verschlechtert das Taktverhalten in der Übergangszeit erheblich, bleibt bei mir mit 2h durchschnittlicher Verdichterlaufzeit (ohne Heizwasserpuffer) aber im guten Rahmen.
Vielen Dank für die ganzen Informationen. Es ist irgendwie so schwierig. Man kann es nur falsch machen. Einen tot wird man sterben: Heizstab ggf. oft und viel Volllast oder das Risiko zum Takten.
Hast du auch Kühlbedarf?
Zur Not kann man im Wohnzimmer noch eine Split-klima einbauen, die im Worst-Case unterstützt.
Beides führt nicht zum Tod.
Ein paar Stunden Heizstab im Jahr verhageln den COP noch nicht und die Anlage darf auch Takten, solange es nicht ausufert. Bei über 1h Verdichterlaufzeit im Jahresschnitt bist du im grünen Bereich.
Die Idee von @qwert089 mit der Split-Klima ist aber eine Überlegung wert.
Noch eine Split-Anlage möchte ich nicht. Optisch möchte ich nicht noch weitere Geräte an mein Haus montieren. Ich tendiere dann eher zur 10er und habe dann etwas Reserven falls es mal bitter kalt wird in den nächsten Jahren und versuche dann die Anlage so weit wie möglich runter zu modulieren. Dafür wäre natürlich auch ein zusätzlicher Puffer sinnvoll oder? Geplant ist nämlich keiner. Außer der interne 16l.
Keine Frage, ein großer Puffer verlängert die Verdichterzyklen und entspannt das Takten. Er kostet aber weiteres Geld, Platz und auch etwas Effizienz.
Warum dann nicht lieber die Heizkörper im Eingangsbereich, Gäste-WC und den Abstellräumen moderat mitlaufen lassen. Zu kühl sollte es wegen der möglichen Schimmelbildung auch nicht werden. Vielleicht ist es angenehmer und wird vom Rest der Familie honoriert, wenn die Temperaturunterschiede nicht so groß sind und du kannst evtl. sogar mit der Vorlauftemperatur noch etwas runtergehen.
Vollkommen richtig, ist auch so geplant das alle Räume mitgeheizt werden.
Ja und da wird es dann wieder spannend. Die große Anlage kostet schon mehr und dann noch ein Pufferspeicher drauf macht es noch kostspieliger.
Dann ist es fast schon interessanter die Kleine zu nehmen, den Heizstab öfter zu nutzen und laut Planung sollte er nur 60h laufen. Kann ich mir zwar kaum vorstellen aber okay. Dann amortisiert sich die große Anlage gar nicht. Außer die Kleine bekommt das Haus gar nicht warm. Das wäre der super gau.
Wenn deine aktuelle Heizlast mit teilweise unbeheizten Räumen bei 7kW liegt und du künftig auch diese beheizt, kann man davon ausgehen, dass du bei 8kW oder mehr rauskommst. Berechnet sind ja sogar 11,7kW. Dann brauchst du für die A10 auch keinen Puffer. Die Entscheidung läuft also zwischen teurerer A10 monovalent ohne Heizstabeinsatz oder günstigerer A08 monoenergetisch mit geringem Heizstabeinsatz. Die A10 wird stärker, aber beherrschbar takten, die A08 hat das Risiko, des verstärkten Heizereinsatzes. Mit Heizstab bekommt die A08 bis zu 8kW Unterstützung. Damit schafft sie auch die berechneten 11,7kW, aber das wäre dann schon kostenintensiv.
>>das Haus gar nicht warm
3300kwh Gas im Januar
31 Tage * 24h = 744h
3300kWh/744h wären 4,43 kW im Schnitt gewesen.
Ich weiß nicht ob das bei deiner Berechnung wichtig ist, aber geheizt/WW wurde nur morgens und abends gemacht. Tagsüber war die Heizung immer aus und nachts auch. Das ist halt das schöne bei Gas. Die kann direkt voll ballern und alles aufheizen. So würde ich die WP natürlich nicht in Betrieb nehmen, sondern kontinuierlich.
und 4,43kw im schnitt wären ja sehr wenig, was für die kleinere sprechen würde.