@Sensus Die Fehler hängen eng zusammen und sind typische Symptome eines defekten oder hydraulisch undicht gewordenen internen Umschaltventils (Hydroblock/Thermoblock). Hier ist die Einschätzung zu Ihren Fragen: Sind das zwei getrennte Probleme? Nein, es ist im Grunde ein Kernproblem. Wenn das interne 3-Wege-Umschaltventil nicht mehr sauber schließt, strömt unbemerkt Wärme aus dem Warmwasserspeicher in den Heizkreis (Schwerkraftzirkulation oder interne Leckage). Das erklärt den massiven Wärmeverlust von 10°C über Nacht sowie die Tatsache, dass die Wärmepumpe zeitweise in den Fußboden (Heizkreis) leitet. Das anschließende Takten (7–10 Starts pro Nacht) entsteht, weil der Speicher dadurch auskühlt, die Wärmepumpe anspringen muss, um nachzuheizen, und das Spiel mangels dichtem Ventil von vorn beginnt. Hydroblock-Austausch vs. zusätzliches Umschaltventil: Der Austausch des Hydroblocks ist teuer, weil das Bauteil materialintensiv ist. Oft tritt der Fehler nach einigen Jahren konstruktionsbedingt jedoch wieder auf, wenn das interne Umschaltventil verschleißt. Umschaltventil im Vorlauf oder Rücklauf? Ob das externe Ventil in den Vorlauf oder den Rücklauf gesetzt wird, dient demselben Zweck: Es soll den unerwünschten thermischen Kurzschluss bzw. die Schwerkraftzirkulation zum Speicher physisch stoppen, wenn die Wärmepumpe im Heizbetrieb ist. Ein Ventil im Rücklauf ist oft der Standard, weil dort niedrigere Temperaturen herrschen und das Material geschont wird. Ein Ventil im Vorlauf verhindert den Wärmeverlust konstruktiv noch effektiver (da es die heiße Vorlaufzone direkt absperrt), kann aber thermisch höher belastet werden. Beide Einbauorte (Vor- oder Rücklauf) lösen das Problem der Fehlzirkulation gleichermaßen, sofern sie elektrisch korrekt parallel zum internen Umschaltventil angesteuert werden, sodass sie im Heizbetrieb den Warmwasserpfad komplett dicht machen. Um das Problem nachhaltig und mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis zu lösen, gibt es im Wesentlichen zwei praxisnahe Wege. Da der Erbauer der Anlage abwinkt, müssen Sie sich vermutlich an einen unabhängigen, kompetenten Heizungsfachbetrieb oder den direkten Viessmann-Werkskundendienst wenden. Hier sind die konkreten Empfehlungen: 1. Die empfohlene Sofortmaßnahme: Externes Umschaltventil nachrüsten Der Vorschlag des Kundendienstes mit dem zusätzlichen Umschaltventil ist technisch absolut sinnvoll und im Grunde die Standard-Reparaturlösung für dieses bekannte Phänomen bei vielen Kompaktgeräten, wenn man den extrem teuren Tausch des kompletten Hydroblocks umgehen will. Warum Vor- oder Rücklauf? Ob das Ventil in den Vorlauf oder den Rücklauf gesetzt wird, ist primär eine Installationsfrage des Platzes und der Rohrführung. Ein Ventil im Rücklauf wird oft gewählt, weil dort thermisch weniger Belastung herrscht und es sich hydraulisch oft leichter einbinden lässt. Ein Ventil im Vorlauf stoppt den thermischen Auftrieb (die Schwerkraftzirkulation) noch direkter. Beide Varianten funktionieren, solange sie elektrisch parallel zum internen Ventil angesteuert werden (d.h., sie schalten im Heizbetrieb komplett ab und riegeln den Warmwasserpfad physisch ab). Vorteil: Es löst das Hauptproblem (die unkontrollierte Wärmeverschleppung in den Fußboden und den massiven nächtlichen Temperaturverlust) dauerhaft und zu einem Bruchteil der Kosten eines Hydroblock-Austauschs. 2. Prüfen auf Schwerkraftzirkulation / Thermosiphon-Effekt zusätzlich prüfen lassen Neben dem defekten Ventil kommt es bei solchen Anlagen oft vor, dass allein durch die Rohrwärme (steigendes warmes Wasser) eine permanente Mikrozirkulation stattfindet, wenn die Rohre direkt nach dem Speicher waagerecht oder nach oben wegführen. Lassen Sie prüfen, ob beim Einbau des externen Ventils direkt an den Speicheranschlüssen sogenannte **Thermosiphons** (U-förmige Rohrbögen nach unten, sog. „Wärmebremse“) berücksichtigt werden können oder ob das externe Ventil diesen Effekt bereits komplett unterbindet. Zusammenfassender Fahrplan für Sie: 1. Vom teuren Hydroblock-Tausch absehen: Da der interne Ventileinsatz oder der Block nach wenigen Jahren oft denselben Verschleiß zeigt, ist das rausgeschmissenes Geld (wie der Kundendienst selbst angedeutet hat). 2. Externes Umschaltventil beauftragen: Stimmen Sie der Option mit dem zusätzlichen Umschaltventil zu. Fragen Sie den Installateur konkret, ob Vor- oder Rücklauf in Ihrem Fallbaulich cleverer ist (oft ist der Rücklauf aufgrund der Rohranordnung einfacher zu realisieren, handwerklich sauber ausgeführt funktionieren beide). 3. Elektrische Ansteuerung sicherstellen: Bestehen Sie darauf, dass das externe Ventil korrekt angesteuert wird – es muss stromlos bzw. im Heizbetrieb exakt entgegengesetzt zum Heizbetrieb schalten, damit der Warmwasserspeicher in der Nacht hermetisch vom Heizkreis getrennt ist. Damit sollte das nächtliche Auskühlen, das ungewollte Heizen des Fußbodens und das nervige Takten der Wärmepumpe schlagartig aufhören. Ich hoffe das hilft Ihnen etwas weiter bei der Fehlerbehebung. Viele Grüße 👋🏻
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