Hallo isarhacker, zu den sachlich richtigen Ausführungen von Patrick möchte ich noch Folgendes aus meinen eigenen Erfahrungen mit einer Vitodens 300-W, 11 kW, BJ 2016 ergänzen. Ich habe zwei Heizkreise (Radiatoren und FBH), die über eine hydraulische Weiche angeschlossen sind und die demzufolge jeder eine eigene Heizkreispumpe (Alpha 2) besitzen. Die Anlage läuft seit der Erstinbetriebnahme störungsfrei und beheizt alle Räume zufriedenstellend. Dennoch gibt es meines Erachtens einen entscheidenden Nachteil beim Betrieb einer hydraulischen Weiche. Die von Patrick oben angeführte "richtige" Einstellung des primären Volumenstroms, also was durch den Kessel geht, ist schlicht nicht möglich, da die Pumpe IMMER mit einer FESTEN Drehzahl bzw. einem konstanten Volumenstrom läuft. Es gibt aber über den Tag verteilt sehr unterschiedliche Lastverhältnisse bzw. sekundäre Volumenströme (also das, was durch die Heizkörper und FBH fließt). Hier mal ein Beispiel von meiner Konfiguration: Morgens, wenn die Anlage aus dem reduzierten Betrieb erwacht, wird eine sehr große Wärmemenge benötigt, um die über Nacht ausgekühlten Räume wieder aufzuheizen. Bei mir ergibt sich dann ein sekundärer Volumenstrom von ca. 800 l/h. Der primäre Volumenstrom müsste jetzt also ca. 650 l/h betragen, damit die Anlage optimal arbeitet. Nach ein paar Stunden, wenn das System "eingeschwungen" ist, regeln die Alphas den sekundären Volumenstrom auf ca. 400 l/h runter. Jetzt wäre ein primärer Volumenstrom von ca. 300 l/h nötig. Da die FBH noch sehr lange nachheizt, schalte ich sie immer schon am frühen Abend ab. Jetzt werden nur noch die Heizkörper mit einem sekundären Volumenstrom von ca. 200 l/h versorgt. Ein primärer Volumenstrom von 150 l/h wäre jetzt angemessen. Wie du siehst, ist es schlicht unmöglich den "richtigen" primären Volumenstrom zu finden. In meinem Fall schwankt der zwischen 150 l/h und 650 l/h. Man kann aber nur einen einstellen, wenn man nicht den ganzen Tag vor der Heizung sitzen möchte. Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Anlage zwar mit der hydraulischen Weiche funktioniert aber eben leider nicht optimal. Wenn du es über einen hydraulischen Abgleich bzw. Berechnug hinbekommst, ohne eine hydraulische Weiche auszukommen, dann würde ich das präferieren. Ohne hydraulische Weiche wird die interne Pumpe nämlich lastabhängig geregelt. Jetzt noch zu der Leistungsfrage. Im eingeschwungenen Zustand, also wenn die Räume erst mal aufgeheizt sind, reichen 11 kW locker aus, um das Haus warm zu halten (wenn es einigermaßen isoliert ist). Morgens nach einer kalten Nacht, sieht das schon anders aus. Da ist bei meiner Anlage mit 11 kW schon die Leistungsgrenze erreicht, obwohl ich nur ca. 150 m2 beheizen muss. Eigentlich bräuchte ich da schon eine höhere Leistung. Fast noch wichtiger, als die Maximalleistung ist aber meines Erachtens die Minimalleistung, damit die Anlage in der Übergangszeit nicht ständig takten muss. Hier ist die Vitodens 300 der 200 zumindest laut Prospekt überlegen (1,9 kW gegenüber 2,5 kW). Leider erreicht die 300er diesen Wert aber in der Realität nicht und landet auch nur bei ca. 2,4 kW. Die Maximalleistung hat übrigens nichts mit der 200er oder 300er zu tun. Du bekommst beide Ausführungen mit 2x kW, zu denen ich dir auch raten würde. Viele Grüße, Thomas
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