Hallo Achat, wir sind uns einig, dass bei einer Einstellung von 1,2 für den HK und 0,6 für den Mischerkreis, die Differenztemperatur in den meisten Fällen nicht zum Tragen kommt, einfach dadurch dass sie von der hohen Einstellung des Kesselkreises „verschluckt“ wird. Es mag im Sommer Bedingungen geben, wo etwas zu stark überhöht wird. Normalerweise rate ich auch dazu, die Differenztemperatur niedriger einzustellen, allerdings habe ich mit null etwas Bauchschmerzen, da der Mischerkreis dann meist nicht sauber einschwingt. Der braucht einfach etwas Luft zum Regeln. Wenn z.B. der Kesseltemperatur gerade so hoch ist dass der Mischerkreis versorgt werden kann, dann kommt es häufig dazu, kurzzeitig die Kesseltmep zu niedrig ist, der Mischer fährt also ständig hin und her. Darum würde ich die Differenztemperatur immer mit mind. 4K einstellen. Wie gesagt, im vorliegenden Beispiel macht das keinen Unterschied, selbst im Sommer wird durch die WW-Bereitung die Kesseltemp. häufig bei rund 60°C liegen. Selbst bei anderen Heizkurveneinstellungen dürfte das beim Vitocrossal keinen Unterschied machen: Wenn der Massenstrom niedrig ist, erhöht sich automatisch die Spreizung, dh. der Rücklauf wird kälter, es soll ja die gleiche Wärmemenge übertragen werden. Hoher Massenstrom bei niedriger Spreizung oder kleine Massenstrom bei hoher Spreizung ist energetisch dasselbe (wenn man mal den Brennwerteffekt außer auch lässt). Die Brennerlaufzeit wird also bei beiden Varianten gleich lang bleiben, weil die Räume gleich viel Wärme abnehmen. Es gilt auch hier die Energieerhaltung. Ich stimme dir zu, dass aus Gründen der Energieeinsparung, hier sind insbesondere Oberflächen- und Bereitschaftsverluste zu nennen, die Heizkurve möglichst niedrig sein soll. Das Takten wirst du damit aber im vorliegenden Fall nicht ändern. Die alten Condensolas (Vorgänger des Vitocrossals) konnten erst ab ca. 1996 modulieren, vorher waren da einstufige Brenner dran, groß getaktet haben die trotzdem nicht und sparsam waren sie auch. Nachdem @Engel einen Regelungsaustausch erwähnt hat, würde mich interessieren wie die Herstellnr. des Kessels ist. Es gibt nämlich ältere Modelle, wo der Regelung gesagt werden muss, dass ein modulierender Brenner installiert ist. Die geht sonst von einem zweistufigen aus. Zum deinem Artikel: Es geht darin ja um verschiedene Modulationsverfahren, in meinem ging es um den Modulationsbereich. Er sagt letztlich aber das gleich aus: Obwohl die Takthäufigkeit um 33% gesenkt werden konnte ist der Wirkungsgrad lt. Bild 7 nur um einen Prozentpunkt angestiegen. Etwas Ähnliches sagt bezogen auf die Modulation auch mein Artikel aus. Auch wenn er älter ist passt er immer noch, da sich die Physik auch nicht geändert hat. Beim Stromverbrauch spielen auch die Pumpen nicht die Hauptrolle (die laufen ja sowieso) sondern das länger laufende Gebläse. Der Unterschied ist also marginal. Dein Artikel dazu „Bei einer Erweiterung des Modulationsbereiches muss auch mit ansteigenden Kosten für die Hilfsenergie Strom gerechnet werden: Modulationsbereiche von 1 : 10 verlängern die Gerätelaufzeit um mehr als ein Drittel. Dies bedeutet aber auch, dass die elektrischen Verbraucher – Gebläse und Gasarmatur –entsprechend länger Strom verbrauchen. Damit öffnet sich eine Kostenschere, bei der zwar die Kosten für Gas zurückgehen, die Kosten für Strom aber in die Höhe klettern. Als praktikabler Modulationsbereich hat sich deshalb ein Verhältnis bis zu 1 : 6, also ca.17 % Teillast, erwiesen.“ Ich habe diesen Artikel ja auch nur verlinkt, um dem Fragesteller die Sorge eines hohen Verbrauchs aufgrund des Tastens zu nehmen.
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