Hi ich habe deine Nachricht gelesen und möchte dir aus meiner Sicht gerne ein paar Punkte mitgeben (auch wenn schon ein Jahr vergangen ist). Aber die WP hast du ja noch länger. Die Taktung der Wärmepumpe hängt im wesentlichen am Volumen des Heizkreislaufs. Wenn das Wasservolumen zu klein ist (FBH und in deinem Fall nur 100 Liter Pufferspeicher) und die Wärmepumpe rel. „groß“ ist, dann heizt sie (insbesondere im Sommer mit ihrer (im Gegensatz zum Winterbetrieb) größeren Mindestleistung) das Volumen sehr schnell auf, ist „am Ziel“ und schaltet ab. Bei - wie in deinem Fall - 3K Temperaturdifferenz zwischen Vor- und Rücklauf - ist die benötigte Wärmemenge minimal! Ein anderer Punkt ist die Heizkennlinie selbst. Wenn die sehr flach ist - man also ohnehin eine kleine Heizlast und damit Wärmebedarf hat, ist die Differenz zwischen Vor- und Rücklauf auch niedrig und begünstigt das Takten. Ein weiteres Absenken oder abflachen der Kennlinie ist da nur kontraproduktiv. Im übrigen ist die Heizkennlinie nichts variables oder woran man „herumschrauben“ sollte. Die müsste der Energieberater bei der Auslegung der Wärmepumpe schon für dein Haus und die Wärmeverluste für jeden Raum und das gesamte Gebäude ermittelt haben. Die ist dann fix bis zum ggf. zukünftigen Umbau des Hauses! Die Punkte die helfen können, um die Taktung reduzieren, wären aus meiner Sicht: 1. größerer Pufferspeicher einbauen (300-400 Liter) je nach Aufstellungsplatz . Dann puffert die Wärmepumpe länger in den Speicher und die Heizung zehrt dann länger davon. 2. Sollwerte hochsetzen (dann passiert das gleiche wie unter 1 beschriebenen - allerdings geht dann deine JAZ in die Knie ( bei deiner Startanzahl nicht zu empfehlen. 2a. Wie 2, jedoch gekoppelt mit dem Überschussstrom einer PV-Anlage. Dann entfällt das JAZ-Argument, weil der Strom fast umsonst vom Dach kommt. Also z.B. bei mehr als 2kW Überschussstrom den Sollwert des Heizwassers um 10K erhöhen (hier würde ich eine max. Temperatur von 55°C vorsehen, da sonst der Verdichter zu oft im oberen Bereich verdichten muss und dann auch schneller verschleißt). Dann läuft die WP länger, die Taktzahlen sinken. Alternativ einen regelbaren, modulierenden Heizstab (z.B. ELWA 2 von mypv.de) in den Pufferspeicher oder Warmwasserspeicher einbauen, der NUR den Überschussstrom der PV-Anlage ins System einträgt (ist dann zwar weniger Wärmeleistung, als mit WP, aber die braucht dann eben erst gar nicht anzulaufen). 3. kleinere Wärmepumpe (kann man ja im Nachhinein ausschließen) - kann aber die Ursache sein, wenn der Energieberater nicht ordentlich gerechnet hat oder Heizungsbauer „zu gut“ wollte und „Sicherheiten“ eingebaut hat….war früher bei Öl- und Gasheizungen regelmäßig der Fall. 4. es könnte aber auch für die „große“ Heizlast des Gebäudes eine zu kleine WP eingebaut sein. Wenn die Wärmeverluste des Gebäudes dann zu groß sind, hilft der Mini-Pufferspeicher auch nichts mehr und die Rücklauftemperatur ist sehr schnell unter der unteren eingestellten Temperatur (Hysterese!) und die WP schaltet sich wieder ein. Dann hilft es, wenn du die Spreizung der beiden Schaltpunkte etwas vergrößerst - wenn die WP das zulässt - ! Denn zum ordentlichen, modulierenden Betrieb darf die Differenz zwischen Vor-und Rücklauftemperatur nicht zu groß und der Volumenstrom durch die WP nicht zu niedrig sein (steht auch in der Betriebsanleitung!). Alles in allem nicht trivial, aber mit einem guten Energieberater / Heizungsbauer, der sich dein Heizsystem anschaut (und es wirklich versteht) und die richtigen Schlüsse ziehen kann, solltest du bald die „eigentliche „ Ursache(n) (er)kennen und entsprechende Abhilfemassnahmen treffen können. Leider gibt es wenige gute…. Dir viel Erfolg!
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