OK, es handelt sich um das neuste Vitodens-300W Gerät B3HG in der 19kW Ausführung. Das Baujahr ist 2020. Für dieses Haus hätte ein 11kW-Gerät vollkommen ausgereicht. Aufgrund der Modulation bis 1,9kW sollte das 19kW Gerät aber genauso so funktionieren. Wieviel Brennerbetriebsstunden und wieviele Starts zeigt das Gerät an? Die Anlagen-Systemdaten sind demnach: 1 Heizkreis ohne Mischer und ohne hydraulische Weiche mit nur 3 Radiator-Heizkörpern (keine Fussbodenheizung)? Nach all Ihren Angaben benötigen Sie hierfür schätzungsweise weniger als 5kW Heizleistung bzw. wird der Brenner stets mit geringer Modulation, zwischen 4% und 20%, laufen. Beobachten Sie bitte einmal einen Startvorgang im Heizbetrieb im Anzeigemenue des Heizkessels? Was passiert bei einem Start für den Heizbetrieb? Speziell beobachten Sie die Brenner-Modulation in %, die Vorlauftemperatur des Kessels in Grad C, den Volumenstrom Heizwasser in l/h. Beim Start müsste die Brenner-Modulation ungefähr 65% betragen was 12kW entspricht und eigentlich viel zu hoch ist. Leider wurde die Regelung für die Start-Phase Heizbetrieb von Viessmann MANGELHAFT programmiert. Anstatt nämlich nach Flammenerkennung bzw. Anspringen des "Motors" (analog zum Startvogang bei einem Auto) vom Gaspedal zu gehen und dann vom Leerlauf aus in eine normale Regelung überzugehen, versucht das Gerät sofort von diesem hohen Modulationswert aus in die Temperaturregelung überzugehen. Wenn die Sollwerttemperatur gemäss Heizkurve über 40 Grad ist schafft es der Regler ohne "Überschiessen" der Vorlauftemperatur bzw. ohne die Abschalttemperatur (Sollwert plus 10 Grad) zu erreichen. Bei Sollwerttemperaturen unter 40 Grad hat der Regler so wie er programmiert ist "Mühe" schnell genug zu reagieren und einen Temperaturanstieg über die Abschalttemperatur zu verhindern. Wenn die Abschalttemperatur erreicht wird, schaltet der Brenner ab und das "Spiel" beginnt nach einigen Minuten erneut. Es ist dann reine Glücksache ob es das Gerät nach einem Start schafft in den normalen Regelbetrieb zu gelangen. Ein klare Fehlprogrammierung die nur durch ein Firmware/Software-Update zu beheben ist (Nach Flammenerkennung vom "Gas" gehen und die Modulation unabhängig von der Vorlauftemperatur sofort auf z.B. 10 % verringern um dann von diesem Wert in die normale Regelung überzugehen). Jedoch scheint bei Viessmann niemand hierfür zuständig zu sein und selbst für die Monteure/Service-Mitarbeiter besteht keine interne Kommunikationsline, kennen sich demzufolge damit nicht aus weil es keinerlei Schulung, Dokumentation und internen Ansprechpartner gibt und somit wird das eigene Personal an der Front, die Heizungsbauer und der Betreiber einfach im Regen stehen gelassen. Unglaublich aber wahr. Speziell bei reduziertem Betrieb mit niedrigen Vorlauftemperatursollwerten ist es dann eigentlich unmöglich, dass es der Regler schafft in den normalen Regelbetrieb zu gelangen. Bei gut isolierten Häusern braucht man den reduzierten Betrieb eigentlich nicht mehr und Sie stellen am besten die Temperatur für den reduzierten Betrieb auf 3 Grad C. Dann ist nur noch der Frostschutz aktiv und der Brenner läuft dann im reduzierten Betrieb gar nicht mehr. Da Sie Radiator-Heizkörper verwenden, stellen Sie dann lieber die Heizkurve höher. Eventuell Neigung 1 und Niveau 5 und normale Raumtemperatur auf 23 Grad C einstellen. Dann können Sie eventuell auch ein oder mehrere zusätzliche Zeitintervalle für den reduzierten Betrieb dazu programmieren. Weiterhin können Sie im Service-Menue unter Systemkonfiguration (Passwort: viservice) folgende Parameter einstellen: Heizkessel: Parameter 1240.0 auf den Wert 7 setzen (siehe Montage- und Serviceanleitung für die Fachkraft, Seite 62) damit die Heizkreispumpe im reduzierten Betrieb auch ausschaltet und nicht permanent läuft. Heizkreis 1: Parameter 1395.1 auf den Wert z.B. 16 Grad setzen (siehe Montage- und Serviceanleitung für die Fachkraft, Seite 73) damit schaltet der Heizbetrieb automatisch ab bei 16+1Grad, also bei 17 Grad C Aussentemperatur ab und schaltet automatisch bei 15 Grad Aussentemperatur wieder ein . Sozusagen automatische Sommerabschaltung. Den optimalen Wert müssen Sie selbst herausfinden. Aber bei einem gut isoliertem Haus halte ich 16 Grad C für angemessen. Ein weiteres Problem ist das plötzliche Herauffahren des Brenners bzw. Erhöhung der Modulation scheinbar wie aus dem Nichts, auf einen festen Wert, z.B. 20% oder 33% was dann auch zu Abschaltungen führt wenn der Vorlauftemperatursollwert um 10 Grad überschritten wird. Der Grund hierfür ist wenn es zu starke Druckunterschiede in der Zuluft- Abgsleitung z.B. durch ungünstige Wetterverhältnisse (Wind) gibt soll dadurch bei kleiner Modulation ein ausblasen der Flamme verhindert werden. Dies ist auch eine fehlerhafte Programmierung der Steuerung, weil man in diesem Zeitraum dann zwingend auch den Vorlauftemperatursollwert anheben muss, wenn man schon einfach mehr "Gas" gibt, um ein Überschreiten der Vorlauftemperatur über den Abschaltwert (Sollwert plus 10 Grad) zu verhindern. Viessmann meint, es wird keine Verbesserungen bzw. Behebung der Mängel geben und man muss damit leben und wenn schon dann die Hardware bzw. Hydraulik der Heizanlage anpassen um die Mängel zu kompensieren. Von Energieeffizienz usw. kann da natürlich keine Rede mehr sein. Eigentlich ganz einfach und kostengünstig zu behebende Mängel da nur Software umprogrammiert werden muss. Absolut unverständlich weshalb Viessmann sich dem verweigert, weil man sonst ein wirklich gutes Gerät hätte. Vielleicht erreicht man ein Umdenken, wenn man sich per Einschreiben direkt an die Geschäftsleitung wendet. Weil dieses Regelverhalten die Nutzung, vor allem bezüglich der versprochenen Energieeffizienz und einer gleichmässigen Heiz- bzw. Raumtemperatur, stark einschränkt. Vom vorzeitigen Verschleiss und Verkürzung der Lebensdauer ganz zu schweigen. Grüsse p.s. "Selbst der Amateur hat gelernt, eine Brennwertheizung läuft umso effektiver, je niedriger die Vorlauftemperatur ist." Der optimale Betriebspunkt liegt bei 50 Grad C Vorlauftemperatur und 30 Grad C Rücklauftemperatur. Warme Luft (Abgas) kondensiert auf kalter Oberfläche (Rücklauf). Durch die niedrige Rücklauftemperatur wird die Kondensation des Wassers im Abgas erzielt und die Kondensatwasserwärme aus dem Abgas dem Heizkreis wieder zugeführt.
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