Hallo Johannes, leider kann ich Dir keine exakte Beschreibung liefern, aber kurz von meinen Beobachtungen berichten. Wir betreiben eine Vitodens 300-W B3HG-19 mit Flüssiggas. Hat leider den Nachteil, dass nur bis zu einer Mindestleistung von 2,5kW, das entspricht ungefähr 13%, runtermoduliert wird. Bei uns sind in 8 Räumen 12 ViCare Heizkörperthermostatventile im Einsatz und in 6 Räumen ist jeweils ein ViCare Klimasensor postiert. Im Kern ist es wohl so, dass der Brenner immer noch nach den Prinzipien der Heizkurve agiert. Aber tief aus dem Inneren der Intelligent-Heat-Control werden ein paar Parameter dynamisch fortgeschrieben. Außerdem bewirkt die Aktivierung der Einzelraumsteuerung, dass in der Therme einige Parameter fest eingestellt werden und nicht mehr änderbar sind. Bei unserer Vitodens z.B. dieser Punkt: Bei aktivierter Einzelraumsteuerung sitzt der Wert fest auf 7. In folgenden Screenshots sind ein paar aktuelle Daten unserer Anlage zu sehen. Das A und O ist meiner Meinung nach die "Solltemperatur" (oder in Viessmann Notation "Anforderungstemperatur Brenner"). Einschalten, Ausschalten, Modulation, etc. wird auch über den Soll-Ist-Vergleich der Brennertemparatur bestimmt. Die Anforderungstemperatur wird dynamisch berechnet und in die Steuerung "reingeschrieben". Sie ist nicht identisch mit der Solltemperatur gem. Heizkurve. Eine Änderung der Heizkurve hat jedoch direkten Einfluss auf die Anforderungstemperatur. Im Bedienpanel an unserer Vitodens kann man in einem Untermenü die Soll- und Ist-Temperatur sehen. Die Solltemperatur ist die Anforderungstemperatur Brenner. Die Werte für die Raumtemperatur Reduziert, Normal und Komfort sind bei aktiviertem ViCare Smart Climate immer gleich und werden abgeleitet von der augenblicklich insgesamt höchsten aller geforderten Raumtemperaturen, die über die ViCare App eingestellt wurden. Dabei wird immer auf die nächste ganzzahlige Temperatur aufgerundet. Die Raumtemperatur wirkt auf die Berechnung der Anforderungstemperatur. Im Beipiel oben stehen 22°C. Maßgebend ist die Solltemperatur im Wohnzimmer, die wir auf 21,5°C eingestellt haben. Diese Raumtemperaturwerte sind auch zu sehen, wenn man in der App kurz ViCare Smart Climate deaktiviert und dann via Home über die Heizkreiskachel in die Details geht. Hier ein Screenshot mit geänderter Neigung in der Heizkurve. Die Solltemperatur hat sich geändert und der Brenner hat reagiert. Der Einsatz von Klimasensoren wirkt auf die Bewertung des thermischen Gesamtzustands in dem Raum, dem der Klimasensor zugeordnet ist. Wir haben welche in den Bädern, u.a. weil ich die Luftfeuchtigkeit sehen will, und in Räumen mit mehreren Heizkörpern. Da die Viessmann-Thermostate leider kein Offset kennen, haben wir auch Klimasensoren in Räumen mit problematischen Installationsorten der Thermostate. Die Sensorwerte an den Thermostaten liegen dort bis zu 2°C oder 3°C über dem Sensorwert des Klimasensors, der im Idealfall der gewünschten Raumtemperatur entspricht. Der ermittelte Temperaturzustand des Raumes wirkt sich m.E. nur auf die Ventilstellung der Thermostate und damit auf den Volumenstrom in den Heizrohren aus. Die Räume mit Klimasensoren sind bei uns tendenziell näher an der Raumsolltemperatur, weil maßgeblich der Klimasensor den Ist-Zustand vorgibt und nicht der Temperatursensor am Thermostat. Bei dem letzten Kälteeinbruch habe ich die Neigung gesenkt und das Niveau erhöht. Inzwischen haben sich die Witterungsbedingungen wieder geändert und ich bin zu den ursprünglichen Werten zurückgekehrt. Klingt unlogisch, passt aber für unsere Infrastruktur. Motivation bei mir ist es. über alle möglichen Stellschrauben, Parameter im Servicebereich der Anlagenkonfiguration, Heizkurve, etc., die Bedingungen so einzustellen, dass der Brenner nicht andauernd ins Takten gerät. Beim Dauerfrost sorgte die mit Neigung 0,8 errechnete hohe Anforderungstemperatur dafür, dass die Wärme nicht abtransportiert wurde, es war ja überall warm, und der Brenner andauernd aus ging. Mit Neigung 0,6 lief alles gut. Jetzt, bei milderen Temperaturen, kann die Anlage mit Neigung 0,6 nicht weit genug runtermodulieren. Folge, Ist-Temperatur ist schnell zu hoch über Soll und die Anlage geht aus. Mit Neigung 0,8 liege ich etwas zu hoch, aber die Anlage läuft durch. Soweit ein paar meiner Beobachtungen. Meine Erkenntnis: Ohne Pflege der Heizkurve geht es (bei uns) nicht. Grüße Uwe
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