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Vitoligno 300-C – Was ist bei der Wartung üblich? Fehlende Dokumentation trotz schwerer Störungen

Hallo zusammen,

 

ich habe im Herbst 2024 ein kernsaniertes Haus übernommen (Heizung wurde 2021 verbaut), das mit einer Vitoligno 300-C ausgestattet ist. Laut Vorbesitzer wurde die Heizung „kurz vor Übergabe“ gewartet – und zwar am 04.09.2024 durch eine regionale Firma. Vermutlich war das die erste Wartung seit Inbetriebnahme, da es keine vorherigen Belege oder Protokolle gibt.

Kurz nach unserem Einzug Ende Oktober hatten wir zahlreiche kleinere Probleme sowie einen Komplettausfall. Die Heizung war im Grunde über fast einen ganzen Monat ein Dauerthema. Die regionale Firma wusste bei den Problemen nicht weiter und hat einen Viessmann Techniker eingeschaltet. Dieser war dann 2 volle Tage vor Ort und hat mehrere Probleme festgestellt:

 

  • Defekte Lambda-Sonde
  • Stark veraltete Software
  • Blockiertes Mischer-Küken

Reparaturkosten: ca. 2.500 €

Das ganze hat bei uns starke Zweifel über die Sorgfalt der erst kürzlich ausgeführten Wartung ausgelöst.

 

Die Wartungs-Firma teilte und folgendes auf Anfrage mit:

  • Die Wartung sei nach Herstellervorgabe von Viessmann erfolgt.
  • Die Lambdasonde wurde gereinigt; zum Wartungszeitpunkt hätten Emissionsmessung und Regelung keine Auffälligkeiten gezeigt.
  • Software-Updates würden nicht von Weber, sondern nur durch Viessmann selbst durchgeführt. Daher sei dies nicht Teil der Wartung.
  • Kein Wasseraustritt sei bei der Wartung festgestellt worden. (Das war noch ein anderes Problem: Die Rücklaufanhebung war nicht korrekt geöffnet. Deren Techniker hat das festgestellt und nach dem Öffnen gab es eine Leckage. Derselbe Techniker, der kurz zuvor die Wartung durchgeführt hat...). Der Mischer wurde durch einen Relaistest auf Gangbarkeit und Drehrichtung geprüft, jedoch nicht über den vollen Regelbetrieb, was laut der Firma dem üblichen Vorgehen entspricht.

 

Als eigentliche Dokumentation wurde nur ein Abgasmessbericht übermittelt – kein detailliertes Wartungsprotokoll mit Prüfschritten.

 

Meine Fragen an euch:

  1. Was genau gehört laut Viessmann zu einer fachgerechten Wartung der Vitoligno 300-C – insbesondere bei der ersten Wartung nach 3 Jahren Laufzeit? Ist es üblich bzw. vorgeschrieben, ein vollständiges Wartungsprotokoll zu erstellen und zu übergeben? Was sollte darin enthalten sein?
  2. Wie wahrscheinlich ist es, dass solche Schäden (Lambda-Sonde, blockierter Mischer, Software) nicht bei einer regulären Wartung auffallen – oder sich tatsächlich erst unmittelbar danach entwickeln?
  3. Welche Dokumentationspflichten bestehen allgemein, z. B. laut Gebäudeenergiegesetz oder aus Sicht von Viessmann selbst?

 

Ich bin dankbar für jede fachkundige Einschätzung oder Erfahrungswerte – sowohl aus Sicht von Installateuren als auch von Betreibern.

 

Beste Grüße

Fabricio

 

1 ANTWORT 1

Moin Moin,

 

ich schrieb es bereits in einem anderen Thread, aber eine Pelletsheizung und deren Funktion, ist nur so gut wie die Fachfirma welche sie wartet bzw installiert hat.

 

Prinzipiell kann man aber auch einen Vertrag über den Fachhandwerker machen, dass der Werkskundendienst von Viessmann die jährliche Wartung übernimmt. Wobei ich zwischenzeitlich nicht mehr so überzeugt bin ob da seitens Viessmann wirklich Interesse besteht Pelletsheizungen am Laufen zu halten. Da sind eher Wärmepumpen / Brennstoffzellen dass Thema. Man sieht dass ja, wie aktiv bzw inaktiv hier der Viessmann Service im Forum seitens Pellets ist. Threads bleiben zum Teil monatelang unbeantwortet.

 

Softwareupdates werden an der Heizung ja via "Codierstecker" gemacht. Hier ist es aber nicht so, dass man nur den alten Codierstecker absteckt und den neuen Stecker einsteckt. Es müssen zum Teil anlagespezifische Codierungen aus der alten Inbetriebnahme übernehmen, d.h. es ist nicht plug and play. Eine Pelletsanlage wird meistens unter zur Hilfenahme des Werkskundendienstes Erst-Inbetrieb genommen, d.h. während der Einbrandphase werden noch für Hydraulik bzw Zuführsystem der Pellets Einstellungen vorgenommen. Ob ein Fachbetrieb das kann, kommt und geht mit dessen Qualität. Meiner Meinung nach ist aber ein Softwareupdate kein Bestandteil einer Wartung.

 

Davon abgesehen kann die Software so alt gar nicht gewesen sein, da die 300-C schon seit 2014 auf dem Markt ist und seitdem bestimmt schon einige Softwareverbesserungen erfahren hat, die mit Sicherheit bei einem wenige Jahre alten Kessel schon vorhanden waren, ein Heizkessel ist jetzt kein elektrisches Gerät wie ein Computer oder Handy, bei dem monatliche Sicherheitsupdates gemacht werden müssen. Der Kessel wird mit jeglicher Softwareversion erst mal grund-prinzipiell laufen.

 

Eine Pellets-Heizungsanlage ist defintiv keine Heizung die man nur hinstellt, schaltet diese ein und sie wird 5 Jahre am Stück laufen wie es eine Erdgasheizung tut. Händischer Eingriff des Benutzers und dessen Kenntnis wird immer erfordert sein. 

 

Solong

B

 

Hier noch eine kleine Leselektüre:

 

https://www.handwerksblatt.de/betriebsfuehrung/heizung-fuenf-jahre-gewaehrleistung