Hallo zusammen, ich habe eine Vitovent 300-W H32S B300, Baujahr 2017, mit aktuell ca. 85.000 Betriebsstunden laut Terminal. Die Anlage lief die ersten Jahre völlig unauffällig. Deshalb habe ich damals leider keine Drehzahlen oder Druckwerte dokumentiert – es gab schlicht keinen Grund dafür. Inzwischen ist die Anlage aber deutlich lauter geworden. Ich habe mittlerweile höchstwahrscheinlich alle Beiträge hier im Forum gelesen, die mit hohen Lüfterdrehzahlen, Druckwerten, Wärmetauscher, Filtern, Drucksensoren oder ähnlichen Problemen bei der Vitovent 300-W zusammenhängen. Eine eindeutige Erklärung für meine Werte habe ich bisher aber nicht gefunden. Mein ursprünglicher Verdacht war ein verschlissener Lüfter bzw. ein Lagerproblem. Bei der Fehlersuche ist mir jedoch aufgefallen, dass sich Fortluft- und Zuluftventilator sehr unterschiedlich verhalten. Im normalen Betriebszustand mit eingebautem Wärmetauscher, Filtern und geschlossener Anlage habe ich bei ca. 100 m³/h: Fortluft Zuluft Drehzahl 1410 rpm 2670 rpm Druck 48 Pa 202 Pa Öffne ich nur die Fronttür, Wärmetauscher und Filter bleiben eingebaut: Fortluft Zuluft Drehzahl 1098 rpm 1644 rpm Druck 18 Pa 79 Pa Der hohe Zuluftwert fällt also beim Öffnen der Anlage deutlich ab. Bei Stufe 1 / 50 m³/h erhalte ich im normalen geschlossenen Zustand: Fortluft: 700 rpm / 19 Pa Zuluft: 1600 rpm / 74 Pa Die deutliche Differenz zwischen Fortluft und Zuluft besteht also auch bei geringerem Volumenstrom. Ich habe außerdem verschiedene Tests durchgeführt: Wärmetauscher ausgebaut, Anlage komplett offen: beide Lüfter ca. 800 rpm Wärmetauscher ausgebaut, Fronttür offen, innere Abdeckung geschlossen: ca. 1194 / 1212 rpm, jeweils ca. 28 Pa Wärmetauscher ausgebaut, Anlage geschlossen: beide ca. 1700 rpm, jeweils ca. 83 Pa Filter wurden ebenfalls einzeln entfernt. Sie beeinflussen die Drehzahl zwar etwas, erklären aber die große Differenz nicht. Testweise wurde der Wärmetauscher einmal um 180° gedreht. Bei geschlossener Anlage lagen die Drehzahlen dann bei ca. 1300 / 2400 rpm. Der auffällige Strang blieb also derselbe. Die Außenluftöffnung / das Außengitter wurde kontrolliert bzw. freigegeben – praktisch keine Änderung. Die Zuluft-Tellerventile in den Räumen wurden testweise vollständig geöffnet – ebenfalls praktisch keine Änderung. Die Werte reagieren grundsätzlich nachvollziehbar auf Änderungen des Volumenstroms und des mechanischen Aufbaus. Deshalb erscheint mir ein komplett defekter oder festhängender Drucksensor zunächst eher unwahrscheinlich. Ausschließen möchte ich die Druckmessung natürlich trotzdem nicht. Was mich vor allem irritiert, ist die dauerhafte starke Differenz zwischen beiden Luftwegen: 50 m³/h: 19 Pa Fortluft / 74 Pa Zuluft 100 m³/h: 48 Pa Fortluft / 202 Pa Zuluft Leider habe ich keine Vergleichswerte aus den ersten Betriebsjahren, da die Anlage damals problemlos und leise lief. Mich würden daher besonders folgende Punkte interessieren: Sind 202 Pa und ca. 2670 rpm bei nur etwa 100 m³/h Zuluft bei einer H32S B300 noch plausibel? Was genau bedeuten die im Servicemenü angezeigten Werte „Druck Zuluft“ und „Druck Fortluft“? Ist eine Differenz von 48 zu 202 Pa im normalen Betrieb überhaupt plausibel? Kann ein zugesetzter/gealterter Wärmetauscher oder eine interne Verengung ein solches Verhalten verursachen? Könnten Druckschläuche bzw. Drucksensoren trotz der reproduzierbaren Reaktion auf die verschiedenen Tests noch die Ursache sein? Hat jemand Vergleichswerte einer störungsfrei laufenden H32S B300 bei 50 bzw. 100 m³/h? Was wäre der sinnvollste nächste Schritt zur Eingrenzung? Mein Gedanke wäre, den Zuluftstrang direkt am Gerät testweise zu trennen, um Gerät und nachgeschaltetes Rohrnetz voneinander zu unterscheiden. (Gestaltet sich leider als sehr schwierig, da die Anlage press unterm Dach sitzt und ich kaum an die jeweiligen Komponenten gelange) Vielleicht kennt jemand dieses Verhalten oder hatte bereits einen ähnlichen Fall. Vielen Dank vorab!
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