Hallo Zusammen,
ich nehme Bezug auf meinen ersten Beitrag "Überdimensionierte Wärmepumpe modelliert nicht".
Dank Flo, insbesondere Sebastian wurde der Kernfehler der unwirtschaftlichen Warmwasseraufbereitung gefunden. Verbaut wurde eine Vitocell 100 E, bestellt und bezahlt war die deutlich bessere Variante, eine Vitocell 120 E. Mein Fehler, ich hatte die Teile beim Einbau nicht kontrolliert. Nun ist es wie es ist.
Im direkten Vergleich hat die 100-E u.a. kein Trennlochblech zwischen den Zonen. Das erklärt die derzeitige, fehlerhafte, rasante Durchmischung des WW-Zonenwassers mit dem Heizzonenwasser. In diesem Forum ist ein ähnlicher Fall beschrieben. Rechtlich ist die Lage eindeutig.
Nun frage ich mich aber, wie gehe ich mit dieser Lage um, welche Optionen habe ich, was macht Sinn, ist das eine Chance, letztlich was sage ich meinem HB? Natürlich hängt es dann auch von seiner Einsichtsfähigkeit, von seinem Kooperationsvermögen ab, inwieweit andere, als die naheliegende rechtliche Option zum Tragen kommen können.
Nach allem was ich in diesem Forum gelesen (und verstanden) habe, ist die Problematik der Durchmischung nur bei getrennten Kreisen (Heiz + Warmwasser) mit diesbezüglichen Energieverlusten wirklich behoben.
1. Option: Rechtlicher Natur, Nacherfüllung durch Austausch. Vorteil höhere Qualität in mehrfacher Hinsicht, geringere Wärmeverluste u.a. wegen besserer Isolierung und Lochplatte. Nachteil Durchmischung weiterhin, wenn auch in deutlich kleinerem Umfang.
2. Option: Bestehende Einbausituation lassen wie sie ist, Trennung Heizkreis, Installation eines 2. Boilers (Vitocell 100-E) ausschließlich für den Heizkreis, somit 2 getrennte Kreise. Vorteil Durchmischung ausgeschlossen, Minimierung Energieverluste, einfachere Anschlussbedingungen, das störanfällige 3-Wege-Ventil kann entfallen, keine Verschwendung installierter Bauteile, weniger Anschlussaufwand, somit geringere Kosten.
Bei beiden Optionen ist jeweils ein neuer Boiler erforderlich, bei Option 1 der teure Vitocell 120-E, bei Option 2 genügt wahrscheinlich ein einfacher, zweiter Vitocell 100-E.
Meine Frage, wie würdet ihr in meiner Situation entscheiden, was würdet ihr machen, wie bewertet Ihr meine Optionen/Gedankengänge, seht ihr weitere Optionen?
Viele Grüße,
Gerhard
Gelöst! Gehe zu Lösung.
Hier einen Rat zu geben ist schwierig.
Du könntest vielleicht auch noch eine andere Option erwägen, nämlich auf die Vitotrans zu verzichten und stattdessen einen entsprechenden rein elektrischen Durchlauferhitzer einbauen zu lassen. Meine erste grobe Auswertung des Betriebs meiner Anlage über das erste Jahr ergibt nämlich, dass die Vitocal zur Warmwasserbereitung 1200 kWh(el) verbraucht hat, um 3750 kWh(th) in der ODU zu produzieren, von denen aber nur 1120 kWh(th) an den Warmwasserausgang der Vitotrans geliefert wurden (875 kWh(th) gezapft und 245 kWh(th) zirkuliert). Sicherlich ist die Situation bei dir nicht ganz vergleichbar, denn bei mir liegen zwischen ODU und Vitocell 2x14m DN35 Rohrleitung, deren Erwärmung im Sommer schon mal 20% der ODU-Energie auffrisst, und sicherlich kommen die Verluste im Winter und in der Übergangszeit den Heizungsräumen bzw. zum Teil auch der Heizwasserzone zu Gute. Dennoch scheint mir nach meinen Meßdaten das Konzept der Warmwasserbereitung per Heizwasservorrat und Frischwasserstation mit Wärmetauscher (das auch wir der Hygiene wegen bevorzugt haben) wesentlich weniger effizient als ich anfangs angenommen hatte.
LG, Sebastian
Hier einen Rat zu geben ist schwierig.
Du könntest vielleicht auch noch eine andere Option erwägen, nämlich auf die Vitotrans zu verzichten und stattdessen einen entsprechenden rein elektrischen Durchlauferhitzer einbauen zu lassen. Meine erste grobe Auswertung des Betriebs meiner Anlage über das erste Jahr ergibt nämlich, dass die Vitocal zur Warmwasserbereitung 1200 kWh(el) verbraucht hat, um 3750 kWh(th) in der ODU zu produzieren, von denen aber nur 1120 kWh(th) an den Warmwasserausgang der Vitotrans geliefert wurden (875 kWh(th) gezapft und 245 kWh(th) zirkuliert). Sicherlich ist die Situation bei dir nicht ganz vergleichbar, denn bei mir liegen zwischen ODU und Vitocell 2x14m DN35 Rohrleitung, deren Erwärmung im Sommer schon mal 20% der ODU-Energie auffrisst, und sicherlich kommen die Verluste im Winter und in der Übergangszeit den Heizungsräumen bzw. zum Teil auch der Heizwasserzone zu Gute. Dennoch scheint mir nach meinen Meßdaten das Konzept der Warmwasserbereitung per Heizwasservorrat und Frischwasserstation mit Wärmetauscher (das auch wir der Hygiene wegen bevorzugt haben) wesentlich weniger effizient als ich anfangs angenommen hatte.
LG, Sebastian
Das stimmt!
Ich habe die Verbräuche noch nicht so detailliert wie Du aufgeschlüsselt, das macht im Moment auch weder Spaß noch Sinn. Ich nähere mich erstmal im Groben, muss das Kernproblem beheben. Bei den Alternativoptionen bewege ich mich schon im konzeptionellen Rahmen des Vertrages. So frei wie am Anfang bin ich nicht mehr. Du wirst es nicht glauben, am Anfang war genau das mein Ziel, die Warmwasseraufbereitung vom Heizkreis zu entkoppeln. Im Kopf hatte ich eine Standgerät mit Boiler mit Miniwärmepumpe, zum einem Preis von deutlich unter 4.000€. Ich habe es mir ausreden lassen, erheblich mehr bezahlt und erkenne nun, dass selbst die beste Kombination ein schlechteres Ergebnis erzielen wird. Nun aber Jammern bringt nicht weiter, Fehler habe ich selber genug gemacht, klar bereue ich es, aber was solls....
Habe gerade nachgesehen, mein ODU Verbrauch für WW liegt bei 4500 kWh (th), nach 10 Monaten, somit nach 12 Monate prognostiziert bei 6.000 kWh (th), geht gar nicht.
Daher verfolge ich jetzt die Option der Trennung im Rahmen der vertraglichen Gegebenheiten. Inzwischen habe ich im Keller gemessen, dass ein zweiter Boiler in gleicher Größe (600 Liter) nicht passt. Daher die Idee, den jetzigen (600 Liter) Boiler zu belassen, in der Funktion ausschließlich als Puffer für die Wärmepumpe und die Vitotrans an einen zweiten, kleineren WW Boiler (neu) anzubringen. Dafür reicht der Platz. Nun, wie auch immer, ich muss erstmal formal die neu erkannte Mangellage meinem HB melden und ihm das Recht zur Nacherfüllung (gem. § 635 BGB, = Austausch Boiler) einräumen, dabei überlegen, wie ich die Alternativoption verpacke, ohne dass ich mir damit letztlich selber ins Knie schieße. Ich kann nicht einschätzen, wie er mit dieser Meldung umgehen wird, weg- oder schönzureden ist sie nicht, vielleicht aber bleibt er kooperativ ...
Viele Grüße und nochmals vielen Dank!
Gerhard
Was man nie vergessen darf, die Energieverluste WW werde ich mit dem alten Heizungssystem auch gehabt haben, wahrscheinlich wegen dem höheren Vorlaufniveau in sehr hohem Masse, nur habe ich es zuvor nicht erkennen können. Von daher ist die neue Technik definitiv die Bessere ....