Hallo zusammen,
2023 wurde oben genannte Heizung eingebaut. Seitdem gab es 2366 Brennerbetriebsstunden. Die Brennerstarts liegen bei über 35000. Da stimmt doch irgendetwas nicht oder soll das normal sein?
Hi Felix,
deine Anlage "taktet" stark. Bitte suche im Forum nach dem Begriff "Takten". Es gibt bereits
unendlich viel Lesestoff dazu, da es das häufigste Problem von Wandgasthermen darstellt.
Hier aber schon mal ein gutes Video, wie du das Problem angehen kannst. Es geht hier zwar
vorrangig um Effizienz, das Vorgehen löst dein Problem aber gleich mit.
Gruß
Fiedel
Der Brenner wird offensichtlich die Wärme nicht los.
1.) Was wird hier beheizt (Anzahl der Heizkörper die heizen, qm FBH die in Betrieb sind und heizen?
2.) Wie groß ist der Volumenstrom beim Heizbetrieb, bevor das Heizen abgebrochen wird?
Hinweis: Der B3HG hat einen Volumenstromsensor.
3.) Versorgt die interne Pumpe die Heizkörper/FBH direkt?
4.) Gibt es eine hydr. Weiche, Mischer und externe Pumpe?
5.) Gibt es ViCare-Thermostate von Viessmann?
Der B3HG ist (vom Vitocrossal abgesehen) das Spitzenmodell von Viessmann. Es kann bis 1,9 kW heruntermodulieren. In der Startphase muss allerdings zwecks sicherer Flammenbildung mit einer Startleistung von ca. 11 kW geheizt werden.
Ich nehme an, der Abbruch geschieht insbesondere in der Übergangszeit, also jetzt, bereits kurz nach dem Start, noch bevor der Vitodens auf seine Minimalleistung heruntermoduliert hat.
Vielen Dank euch beiden für die Tipps,
Das Video schaue ich mir gleich an.
1. Aktuell sind ca. 3-4 Heizkörper aufgedreht, aber maximal auf 4, tendenziell wenigee
2. Volumenstrom kann ich aktuell nicht sagen, da Brenner aus.
3. Ja
4. Puuh, da bin ich überfragt. Hilft dir da ein Bild
5. Nein. Würden die das Problem helfen zu lösen?
Du heizt also nur 3 bis 4 Zimmer mit vermutlich 3 bis 4 Heizkörpern. Wenn jetzt das Haus/die Wohnung noch eine gute Wärmedämmung hat, entsteht sehr wenig Wärmebedarf.
Ich gehe davon aus, dass die interne Pumpe die Heizkörper direkt versorgt. Es ist keine FBH vorhanden. Dann kann es keine hydr. Weiche, Mischer und ext. Pumpe geben.
Ich gehe von außentemperaturgeführter Vorlauftemperaturregelung aus!
Im Normalfall läuft die Pumpe durch, unabhängig davon ob der Brenner arbeitet oder nicht. Du kannst also den Volumenstrom problemlos ablesen.
Das nächtliche Takten kannst du zur Zeit komplett abstellen, wenn du den reduzierten Betrieb auf +3°C stellst. Liegt die Außentemperatur nachts über +3°C, ist die Pumpe aus und es wird nicht geheizt.
Für den Normalbetrieb, also tagsüber, bietet der B3HG die Möglichkeit die Taktfrequenz herabzusetzen. Dies geschieht über den sogenannten Integralschwellwert (Parameter 1606.4). In der Voreinstellung steht der Parameter 1606.4 auf 500 (= 50 K*min). Wenn du den auf 1000 (= 100 K*min) oder 1500 (= 150 K*min) stellst, wird die Taktfrequenz abnehmen. Er wird also dann nicht so oft takten.
Die Schwankung der Vorlauftemperatur nimmt etwas zu.
ViCare-Ventile stellen, sofern richtig konfiguriert, den Heizbetrieb am Kessel ab, wenn oben kein Wärmebedarf an den Heizkörpern vorhanden ist. Insofern können sie auch das Takten bekämpfen.
Diesen Sachverhalt erreicht man aber auch mit etwas Verständnis und konventionellen Thermostaten
an den Heizkörpern. Bevor man oben die letzten Heizkörperthermostate zudreht, sollte man vorher besser den Kessel abschalten. Das ist mit ViCare auf dem Handy kein Aufwand.
Du kannst den Heizbetrieb auch automatisch abschalten lassen, wenn die Außentemperatur einen bestimmten Grenzwert überschreitet. Das wird mit dem Parameter 1395.1 (Heizgrenze) gemacht. In der Voreinstellung steht der auf 25°C. Den würde ich mal versuchsweise auf z.B. 17°C stellen. Dann hört der Heizbetrieb automatisch auf, wenn die Außentemperatur bei 18°C liegt. Fällt sie unter 16°C setzt der Heizbetrieb automatisch wieder ein.
Wenn du nicht weißt wie man die Parameter im Servicemenü verstellt, melde dich.
Versuch auch die Heizkennlinie soweit wie möglich nach unten zu verschieben und dafür die Heizkörperthermostate so weit wie es geht zu öffnen. Dadurch entsteht ein höherer Volumenstrom. Die Wahscheinlichkeit des Taktens infolge eines zu geringen Volumenstroms wird dadurch auch herabgesetzt.