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Frage zum Thermischen Abgleich

Guten Abend liebe Community,

wir haben die Wohnung einer Bekannten übernommen. 
Seid diesem Winter versuchen wir die Heizung zu optimieren, da einige Räume einfach zu kalt oder zu warm sind. Laut der Bekannten wurde vor ein paar Jahren eine neue Viessmann Vitodens 333-F B3TB 11kW installiert. Ich denke das danach auch ein hydraulischer Abgleich gemacht wurde (Voreinstellung der Ventile sind alle Unterschiedlich). 
Habe jetzt mal alle Thermostate abgeschraubt um zu schauen, welche Temperaturen erreicht werden und um die Heizkurve zu optimieren. 
Das Wohnzimmer und Schlafzimmer werden viel zu warm (knapp 24 Grad, liegen auch am nächsten zur Heizung). 

Wenn ich jetzt die Heizkurve auf die beiden Räume anpasse, erreicht die Küche (am weitesten entfernt von der Heizung) die Raumtemperatur nicht mehr. 
Der Heizkörper im Esszimmer wird egal bei welcher Heizkurve nur oben heiß und unten eiskalt. Die Raumtemperatur steigt auch nie über 18 Grad. 
Die Anlage wurde entlüftet und 2mal vom Heizungsfachmann eingestellt worden. 
Wir sind allerdings immernoch unzufrieden damit und ich würde jetzt gerne in Eigenregie die Heizung optimieren. 
Mir ist aufgefallen das die Heizkurve jetzt auf 1,5 steht und in der Codierung die Pumpendrehzahl auf min 60% und Max 100% eingestellt ist. Ist dies nicht eigentlich viel zu hoch? 
Wir haben nämlich auch extreme Fliesgeräusche in der Heizung. 
Meine Idee wäre jetzt, einen Thermischen Abgleich zu machen, also die Heizkörper die zu warm werden etwas zu drosseln, damit die anderen Heizkörper mehr Wärme bekommen. Oder ist das ein falscher Ansatz?

Und welche Einstellung der Pumpe sollte ich da vornehmen?

Raumsolltemperatur steht auf 20 Grad. Baujahr vom Haus ist ca. 1985. Beheizt werden knapp 75qm mit 6 Heizkörpern, die an einem Heizkreis hängen. 

Vielleicht könnt ihr mir ein paar Tipps geben. 

Vielen dank euch schon einmal 

Gruß Dennis 

19 ANTWORTEN 19

Ist schon der richtige Ansatz,dass man die HK etwas drosselt,welche zu warm werden.

Es kommt aber auch mit drauf an,wie die Heizkörper ausgelegt sind. Soll heißen,ob der HK überhaupt in der Lage ist,den Raum zu erwärmen. Ich kann also nicht erwarten,dass ein HK mit 800 W einen Raum erwärmt,der beispielsweise 20 m2 gross ist.

Guten Abend Franky,

danke schon mal für deine Antwort. 
Was die Heizkörper betrifft denke ich, dass sie für die Räume leicht überdimensioniert sind. Im Wohnzimmer bspw. ist ein Typ 22 400/1600. Der sollte ja knapp 1400W haben bei 65/55/20 oder? Das Wohnzimmer ist mit knapp 15qm der größte Raum. 

Das ist schon mal gut,wenn die HK grösser ausfallen. Desto geringer kann die Vorlauftemperatur sein . Und die stellst nach dem Raum ein,in welchem du dich am meisten aufhälst. Hierzu entfernst den Thermostat,die Voreinstellung weit auf. Nun drehst an der Heizkurve solange,bis die Wohlfuhltemp.geradeso erreicht wird. Immer nur schrittweise erhöhen oder absenken . Dazwischen wenigstens 24 h vergehen lassen. Den Thermostat musst nicht wieder anbauen .

Ist der ,,Führungsraum,, soweit eingestellt,widmest dich den anderen Räumen. Dort aber nur hinsichtlich des Durchflusses. Ist ein Raum zu warm,Durchfluss drosseln. Zu kalt natürlich erweitern. Erst dann in den Räumen Thermostatköpfe montieren,welche man nur sporadisch oder gar nicht heizen möchte. Vielfach sind das Korridor und Schlafzimmer.

Ziel muss sein,dass man mit möglichst wenig Thermostaten auskommt. 

Das Niveau kannst hier bei Null lassen.

Erst,wenn man bemerkt,dass die Räume bei unterschiedlichen Aussentemps auch andere Raumtemperaturen annehmen,darf das Niveau verändert werden. Weil du mit dem Niveau vor allem den Fusspunkt veränderst.

Okay danke, das werde ich dann morgen mal angehen.
Das heißt, ich schraube alle Thermostate in den Räumen ab und stelle die Heizkurve passend für das Wohnzimmer ein. Dann gehe ich von Raum zu Raum und passe langsam den Durchfluss an, je nachdem ob zu warm oder zu kalt?

Was meinst du denn zu der Pumpenleistung? Kann die bei min 60% und max 100% bleiben?

Ja,Pumpe kann so bleiben.

Okay super. 
Dann habe ich vielleicht noch eine blöde Frage. Fange ich dann mit vollem Durchfluss an im Wohnzimmer? Also Einstellung 6 (1-6). 
Der Heizungskeller befindet sich direkt unter unserem Wohnzimmer, das heißt der Heizkörper bekommt ja immer als erstes das heiße Wasser. 

Wenn das der nächstgelegene ist,würd ich den etwas weniger einstellen. 3-4 vielleicht? Das muss einfach probiert werden. Es könnte ja Probleme mit Fliessgeräuschen geben .

Dann habe ich vielleicht noch eine blöde Frage. Fange ich dann mit vollem Durchfluss an im Wohnzimmer? Also Einstellung 6 (1-6).
Der Heizungskeller befindet sich direkt unter unserem Wohnzimmer, das heißt der Heizkörper bekommt ja immer als erstes das heiße Wasser.

 

Das ist sogar eine gute Frage! 😉 Sowas nennt sich "hydraulischer Kurzschluss" und nimmt dir die

Heizleistung für die weiter entfernt liegenden Räume weg. Zusätzlich fängt die Therme an stärker

zu takten.

 

Also immer die zur Therme räumlich nahen Heizkörper eher stärker drosseln.

Weiter entfernte entspr. weniger. 

 

Prinzipiell soll es später so sein, dass alle Heizkörper (die Durchfluss haben) oben deutlich wärmer

sind als unten. Hier macht sich Wärmebildtechnik super, aber ein IR- Thermometer geht auch.

 

Wenn du dann mit dem Abgleich zufrieden bist schadet ein Versuch nicht, die Pumpleistung von

60-100 auf z.B. 30-60 zu reduzieren. Wenn das mit der Wärmeverteilung oben/unten an den HKs

nicht so gut klappt (unten auch noch sehr warm), kann dieser Versuch auch schon eher sinnvoll

werden. 

Vielen Dank für deine Antwort Fiedel

Heute morgen habe ich mal im Wohnzimmer die Voreinstellung am Ventil auf 2 gestellt und die Heizkurve steht auf 1,0. Aktuell hält die Raumtemperatur sich knapp bei 21 Grad, womit wir sehr zufrieden sind. Mal schauen wie sich das im laufe des Tages noch verhält. 
Oben hat der Heizkörper 41 Grad laut IR-Thermometer und unter knapp 31 Grad. Laut Internet soll die Spreizung am Heizkörper ja so zwischen 10 und 15K sein. 
Seid heute morgen läuft der Brenner auch ohne Unterbrechung durch (bis auf einmal nach der WW-Aufbereitung) mit 11% Modulation. 
Ist das schon mal ein gutes Zeichen? Aktuell sind es so um die 0 Grad bei uns. 

Die Spreizung ist zu hoch. Angestrebt werden etwa 4-6 K. 

Daraus folgt,dass die Drehzahl der Pumpe zu niedrig ist. Das Heizwasser hat ,,zuviel Zeit,, die Wärme abzugeben.

Denn du musst hier beachten,dass der Rücklauf der nächste Vorlauf ist. Und wenn der sehr kalt zurückkommt,muss das Heizgerät mehr Leistung bringen .

Eine grosse Spreizung ist vermutlich für stark überdimensionierte Geräte gut. Wobei hier nur das Takten gebremst würde.

Ob das effizient ist?

 

Die Spreizung ist zu hoch. Angestrebt werden etwa 4-6 K.

Daraus folgt,dass die Drehzahl der Pumpe zu niedrig ist. Das Heizwasser hat ,,zuviel Zeit,, die Wärme abzugeben.

Denn du musst hier beachten,dass der Rücklauf der nächste Vorlauf ist. Und wenn der sehr kalt zurückkommt,muss das Heizgerät mehr Leistung bringen .

 

Das ist höflich ausgedrückt nicht meine Meinung:

 

Wenn die Spreizung hoch ist und der Rücklauf kühl, ist das die beste Voraussetzung für vollen

Brennwerteffekt. Daher auch der Tipp später mit der Pumpleistung nach unten zu experimentieren.

Solange alles warm wird, kann die Spreizung für ein Brennwertgerät garnicht hoch genug sein...

 

Ist das schon mal ein gutes Zeichen? Aktuell sind es so um die 0 Grad bei uns.

 

Auf jeden Fall! 😊

Dafür brauchst aber wieder mehr Leistung,um den Rücklauf wieder zu erwärmen.

 Ob dieser geringe Brennwertanteil noch was ausmacht ? Denn ein bissel Auftrieb musst den Abgasen noch lassen.

 

Das spielt auch keine Rolle in der modernen Brennwerttechnik. Für den Abgas-/Zuluft- Austausch

sorgt ja genau aus diesen Gründen (Optimierung auf Brennwerteffekt) das Gebläse. Und genau

deshalb baut Viessmann in den neueren Geräten sowas wie die "Sturmschaltung" ein, damit die

Verbrennung trotz ungünstiger Luftdruck-/Windverhältnisse noch gut klappt.

Nein,das Gebläse sorgt nicht für den Abzug der Abgase,sondern schaufelt Frischluft rein. Wir fahren mit Luftüberschuss. Deshalb hast auch bei einer Abgasprüfung immer eine Restsauerstoffanzeige .

 Die Verbrennung ist damit ,,sauberer,,. 

Nein,das Gebläse sorgt nicht für den Abzug der Abgase,sondern schaufelt Frischluft rein.

Und das Abgas wird dadurch nicht "ausgeblasen", weil die eingsogene Luft wohin verschwindet? 😉

 

Wir fahren mit Luftüberschuss.

Das bezieht sich doch aber auf das Gemisch?

So ich melde mich jetzt auch noch mal. 
Im Wohnzimmer haben wir über den ganzen Tag verteilt bis jetzt konstant 21 Grad auf ventilvoreinstellung 2 und 42 Grad Vorlauftemperatur. 
Im Schlafzimmer (direkt neben dem Wohnzimmer, also auch unmittelbar an der Therme) auch auf Einstellung 2, erreichen wir knapp 18 Grad, was ausreichend sein sollte für ein Schlafzimmer. 
Brenner läuft immer noch unverändert bei 11% und hält die Kesseltemperatur konstant bei 42 Grad. 
Brennwerteffekt wird scheinbar auch genutzt, da das Kondenswasser kontinuierlich tropft, es läuft schon regelrecht. Sollte ja eigentlich ein gutes Zeichen sein. 
Morgen werde ich dann mit den Räumen weitermachen, die jetzt noch zu warm werden, diese etwas zu drosseln. 
Mit der Pumpendrehzahl werde ich dann später noch etwas experimentieren, aktuell rauscht die Anlage nämlich ziemlich stark. 

Natürlich unterstützt das Gebläse das Austragen der Abgase. Das ist aber nur ein Nebeneffekt. Die Hauptfunktion des Gebläses ist das Eintragen von ausreichend Verbrennungsluft. Ansonsten bräuchten wir keine geschlossene Brennkammer.

So geschlossen ist die ja gar nicht. Zur Abgasanlage hin ist sie völlig offen. Nur zum Heizraum ist sie

dicht und das ist auch gut so... 😉

 

Brennwerteffekt wird scheinbar auch genutzt, da das Kondenswasser kontinuierlich tropft, es läuft schon regelrecht. Sollte ja eigentlich ein gutes Zeichen sein.

 

Das klingt sehr gut. Richtige "Brennwertnerds" litern das Kondensat aus und berechnen aus Liter,

Kondensat, m³ Gasverbrauch und  Gas- Brennwert die genaue Effizienz. Das ist aber was für wenn

alles andere perfekt läuft...😎 

 

So mal ein kleiner Zwischenstand. Aktuell läuft alles sehr zufrieden stellend. 
Ein paar Optimierungen sind wahrscheinlich noch zu machen, aber die Räume haben alle die ungefähr gewünschte Temperaturen. 
Einzig die Küche wird noch zu warm trotz geringem Durchfluss. Da werden wir wohl mit einem Thermostat regeln müssen. 
Und da habe ich noch eine Frage, vielleicht kann die noch jemand beantworten. 
Der Raum erhält trotz Thermostatstellung 1 fast 21 Grad. Thermostat ist schon neu von Heimeier, weil der Ventileinsatz auch von Heimeier ist. Wie kann das sein, dass er auf 1 soviel heizt?