Ich habe seit kurzem eine Vitodens 200 in Betrieb und bin noch dabei, die Heizkurve zu optimieren.
Was mir Rätsel aufgibt: Was bewirkt die einstellbare Raumtemperatur in der ViCare App?
Ich schätze "normal" und "komfort" sind nur Bezeichnungen zur Unterscheidung, relevant dürfte die damit verbundene, eingestellte Temperatur sein.
Aber wenn ich z.B. 22°C einstelle: Woher "weiß" die Heizung, ob die 22°C erreicht sind, ob die 22°C erreicht sind, wenn es keinen Raumsensor gibt?
Bräuchte es nicht dazu den Vicare-Klimasensor in dem Raum, den ich dafür als Referenz verwenden möchte?
Die witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung kommt ohne einen Raumtemperatur-Sensor aus.
Die "Raumtemperatur", genau genommen wird sie als "Raumtemperatur-Sollwert" bezeichnet, bestimmt zusammen mit der Neigung und dem Niveau (natürlich in Abhängigkeit von der Außentempertur) die Lage der Heizkurve und damit auch die Vorlauftemperatur.
Es ist genau so wie du schreibst: Die Bezeichnungen reduziert, Komfort und normal haben keine Auswirkungen auf die Heizkurve, sondern nur die hinterlegten Zahlenwerte (Raumtemperatur-Sollwerte)
Trotzdem würde ich dir empfehlen, für den Tagbetrieb das Normalprogramm und für den Nachtbetrieb das reduzierte Programm zu wählen. Das Komfortprogramm kannst du für Sonderfunktionen verwenden. Es ist also möglich, den Zahlenwert für den Komfortbetrieb größer oder kleiner als den Zahlenwert des Normalbetriebs zu wählen. Allerdings suggeriert Komfortbetrieb eine höhere Raumtemperatur als der Normalbetrieb.
Achtung: Der Raumtemperatur-Sollwert von z. B. 20°C bedeutet bei der rein witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung nicht, dass die Raumtemperatur auf 20°C geregelt wird!
Außerdem: Die Heizung weiß bei der rein witterungsgeführten Vorlauftemperaturregelung nicht, wo die Raumtemperaturen in den Räumen liegen. Sie muss es auch nicht wissen. Es funktioniert trotzdem sehr gut und auch effektiv.
Danke, das hilft schonmal weiter!
Hätte denn ein zusätzlicher Raumtemperatur-Sensor (Vicare Klimasensor) im Wohnbereich (quasi als Referenzniveau) irgendwelche Vorteile, insbesondere hinsichtlich einer möglichen Energieersparnis, weil die Heizung "passender" arbeitet? Für den Komfort bräuchte ich es nicht.
Wenn ich es richtig verstehe, fließt die eingestellte Normaltemperatur "irgendwie" zusammen mit der Heizkurve in die daraus sich ergebende Vorlauftemperatur ein.
Da diese ja nicht höher als nötig sein soll, wäre meine nächste Frage, ob es dann günstiger ist, die Heizkurve flacher einzustellen und die Normaltemperatur z.B. auf 23°C zu setzen oder eher das Niveau der Heizkurve 3°C höher einzustellen und dafür die Normaltemperatur auf 20°C zu setzen.
Ein Raumtemperatursensor bringt bei Wohnungen oder Häusern, die mehrere Zimmer haben, nichts. Die Heizung arbeitet nicht "passender", als eine rein witterungsgeführte Vorlauftemperaturregelung.
Für 1-Raumheizungen sind Raumtemperaturregelungen mit Hilfe eines Raumtemperatursensors gut geeignet.
Wie die Lage der Heizkurve bestimmt wird, habe ich schon beschrieben (siehe mein Post von 9.41 Uhr)
Richtig: Die Heizkurve soll möglichst niedrig liegen, weil das Energie spart, insbesondere wegen des höheren Brennwerteffekts.
Du hast die Heizkurve dann optimal eingestellt, wenn du bei allen möglichen Außentemperaturen gerade so nicht in deinen Räumen frierst. Die Optimierung der Heizkurve ist ein iterativer Prozess, der sich über eine gesamte Heizperiode hinziehen kann.
In der Bedienungsanleitung ist beschrieben, wie das geht. Wenn du die nicht zur Hand haben solltest, kann ich das auch nochmal hier reinkopieren.
Ergänzend dazu: solltest eine FBH haben,ist eine Nachtabsenkung unsinnig. FBH sind zu träge,als dass da ein messbarer Spar- Effekt auftreten würde.
Danke. Heizkurve ist klar. Wie sie funktioniert, wie ich sie einstelle und dass es ein iterativer Prozess über einen längeren Zeitraum ist - ist alles klar.
Was mir nicht klar ist (du hattest davon geschrieben): Wenn die Vorlauftemperatur sowohl von der Heizkurve bestimmt wird als auch (so habe ich dich verstanden) von der eingestellten "Normaltemperatur", ist es dann effizienter z.B. die Heizkurve im Niveau um 2° zu senken und dafür die Normaltemperatur auf 22°C statt 20°C zu setzen oder anders herum? Oder ist die Auswirkung exakt dieselbe?
Das Ziel - so verstehe ich es - ist ja nicht generell, die Heizkurve so niedrig wie möglich zu bekommen, sondern die Vorlauftemperatur. Welchen Nutzen haben dann aber die in der Heizkurvendarstellung der ViCare-App dargestellten Vorlauftemperaturwerte je 10°C Außentemperaturdifferenz, wenn auch die eingestellte "Normaltemperatur" diesen Wert beeinflusst, ich aber nicht weiß, wie sie das tut?
Ja, danke. Habe ich vergessen bisher zu erwähnen: Keine Fußbodenheizung, sondern normale Heizkörper, gut 20 Jahre alt, im gut gedämmten Reihenendhaus.
Gerade entdeckt: Wenn ich den Wert für die "Normaltemperatur" ändere, ändert sich auch die Heizkurve. Deute ich dann so, dass es faktisch egal ist, ob ich z.B. für 0°C Außentemperatur eine Vorlauftemperatur von (laut App) 45°C erreiche, in dem ich das Niveau entsprechend einstelle und z.B. Normaltemperatur auf 20°C oder das Niveau leicht senke und Normaltemperatur auf 22°C einstelle.
Korrekt?
Ich empfehle dir, den Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs auf 20°C zu belassen und die Einstellung der Heizkurve allein mit der Neigung und dem Niveau zu realisieren und das geht gemäß der Einstellempfehlung von Viessmann so:
Hinweis: Steht der Raumtemperatur-Sollwert auf 20°C, dann wird die Heizung abgeschaltet, wenn die Außentemperatur über 20°C liegt. Wenn du den Wert also auf 22°C stellst, wird 2 K höher abgestellt (schlecht).
Man kann die automatische Abschaltung auch durch die sogenannte "Heizgrenze" erledigen lassen. Das hängt aber vom Typ des Vitodens ab.
Welchen Typ hast du? Der Typ steht auf dem Aufkleber, der oben auf dem Gehäuse neben dem Abgasrohr klebt. Es müsste ein B2HF, B2KF, B2HH oder B2KH sein.
Ich kann die Heizgrenze einstellen (Parameter 1395.1) und habe dort 18°C eingestellt.
Wenn es so ist wie du schreibst ("Abschaltung"), dann wäre der Wert der "Normaltemperatur" für dieses Verhalten nicht relevant.
Wenn sie die eingestellte "Normaltemperatur" unmittelbar auf die Vorlauftemperatur auswirkt, dann könnte man dies ja z.B. verwenden, um kurzzeitig durch Erhöhung um z.B. 3° die Vorlauftemperatur zu erhöhen (weil es einem zu langsam warm wird), ohne die Heizkurzve kurzzeitig ändern zu müssen und sie trotzdem eher niedrig anzusiedeln.
Den Begriff der "Normaltemperatur" gibt es nicht. Ich weiß nicht, was du damit meinst.
In der ViCare-App gibt es die Temperaturbezeichnungen "Normal" und "Komfort".
Dementsprechend ist das eine für mich die "Normaltemperatur" und das andere die "Komforttemperatur".
Also mit anderen Worten der Raumtemperatur-Sollwert, wenn im Heizprogramm die "Normaltemperatur" eingestellt ist.
Das, was du als "Normaltemperatur" bezeichnest, nennt sich Raumtemperatur-Sollwert des Normalbetriebs. Es gibt dann also noch den Raumtemperatur-Sollwert für den Komfortbetrieb und den Raumtemperatur-Sollwert des reduzierten Betriebs.
Aber zugestanden, es sind halt nur Vokabeln.
Ich nutze statt ,,Normaltemperatur,, lieber den Begriff ,,Wohlfühltemperatur,,. Die ist bei jedem ein bissel anders. Meine Holde fühlt sich bei etwa 24* C am wohlsten. Für mich dürfen es im Wohzi 22* C sein. Im Schlafzimmer darf es hingegen richtig kalt sein.
Wenn ich da Normaltemperatur von 20 oder 21*C höre,bin ich dann unnormal ?